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Mit mittlerweile über 1000 Welterbestätten in 161 Ländern gehört die Welterbekonvention zu den erfolgreichsten und bekanntesten Instrumenten der UNESCO. Bereits 1976 ratifizierte Deutschland die vier Jahre zuvor verabschiedete UNESCO-Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt und verfügt heute über 39 Einschreibungen. Damit gehört Deutschland zu den Ländern mit der höchsten Anzahl an Stätten auf der Welterbeliste.

 

Die Kultusministerkonferenz (KMK) veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung der Länder, der Deutschen UNESCO-Kommission, dem UNESCO Chair in Heritage Studies der BTU Cottbus-Senftenberg und dem Deutschen Städtetag am 05. und 06. Juni 2015 in Leipzig ein zweitägiges Symposium zur nachhaltigen zur nachhaltigen Umsetzung der Welterbekonvention und der Global Strategy in Deutschland. Der Titel des Symposiums lautet „Schritte zur Umsetzung der Global Strategy in Deutschland: Die 5Cs als Motor für die Erzielung eines nachhaltigen Umgangs mit dem Welterbeprogramm“.

Ziel des Symposiums sind Handlungsempfehlungen, welche die praktische Anwendung und Umsetzung der Global Strategy möglich machen, aber auch Hinweise für künftige Welterbenominierungen geben. Die Einbindung der Zivilgesellschaft und aller mit Welterbe befassten Akteure in diesen Prozess ist dabei von entscheidender Bedeutung.

In sechs Workshops werden die fünf strategischen Zielen diskutiert: angemessene Repräsentanz aller Kulturen („credibility“), Entwicklung von Strategien zur Erzielung eines nachhaltigen Schutzes bei nachhaltiger Nutzung („conservation strategies“), Aufbau von Expertise zur Sicherung des Kultur- und Naturgutes („capacity building“), Kommunikation zur Bewusstseinsbildung und Austausch von Wissen („communication“), Einbeziehung aller mit dem Welterbe befassten Akteure von Nominierungs-, Schutz- und Nutzungsmaßnahmen („community involvement“). Dazu kommt der übergreifende und immer wichtiger werdende Aspekt der Nachhaltigkeit. Es sollen die Potentiale und Grenzen für einen nachhaltigen, glaubwürdigen und denkmalverträglichen Umgang mit Welterbe in Deutschland erörtert und aufgezeigt werden. In diesem Sinne sollen als Ergebnis des Symposiums entsprechende Empfehlungen verabschiedet werden.

Schutz und Nutzung von Weltererbe haben in den letzten Jahren einen Wertwandel erfahren, der mit einem Nominierungsboom von Stätten in der Hoffnung auf touristische Vermarktung einherging. Die steigende Popularität und auch politische Nutzung des mittlerweile zur Marke gewordenen Welterbetitels führte zu einer starken Unausgeglichenheit der Welterbeliste, die zu 50 Prozent aus Stätten in Europa besteht. Aus diesem Grund wurde bereits 1994 die Global Strategy vom UNESCO-Welterbekommittee verabschiedet. Sie zielt auf die Erreichung einer ausbalancierten, repräsentativen und glaubwürdigeren Welterbeliste auch im Hinblick auf Typologien der Welterbestätten. Bisher prägen insbesondere monumentale Kulturbauten, Stadtzentren oder christliche Bauten die Welterbeliste. Die Global Strategy zielt auf die Erreichung von Vielfalt menschlichen Erbes und die Stärkung von Naturerbe, modernem, vorzeitlichen und lebendigen Erbes.

Das Symposium wird eröffnet durch die Präsidentin der KMK, Frau Brunhild Kurth, Grußworte halten die Beauftragte für Außenwissenschaftspolitik im Auswärtigen Amt, Beate Grzeski und Dr. Thomas Feist, Mitglied des Deutschen Bundestages.

Quelle: Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK)

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