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The Promise of Ages – A Christian Collection

Wer sich zu Weihnachten etwas Schönes tun will und musikalisch diese Zeit besonders liebt, hat mit diesem Sammlungsalbum das Versprechen über alle Generation hinweg eingelöst. „The Promise of Ages“ des Taverner Consort & Choir unter der Leitung von Andrew Parrott sammelt in dieser Anthologie wieder einmal das große klangliche Repertoire der Geburt Christi.

Parrott ist ein Liebhaber von Anthologien, denn er hat etliche Alben und Bücher zum Thema „The Carol“ (Das Weihnachtslied) veröffentlicht.

Nicht chronologisch sortiert startet die musikalische Weihnachtsreise im Mittelalter und endet siebenhundert Jahre später im Heute. Melodien der Hingabe, der Freude und Festlichkeit sind ebenso präsent wie traditionelle Choräle der Britischen Inseln, weltlich-tänzerische Renaissance-Lieder und lyrische, jahreszeitliche Werke des 20. Jahrhunderts. Bekannte Namen wie Benjamin Britten sind auf dieser CD eher die Ausnahme – viele der Musiken sind keinem Komponisten und die Texte keinem Autor zuzuordnen. Sie werden beispielsweise mit einer Verortung „English“ oder „Irish Traditional“ bezeichnet oder mit einer zeitlichen Angabe wie „15th century“ oder „Medieval Chant“ versehen.

The Promise of Ages – A Christian CollectionVielseitig gestaltende Frauenstimmen in (alt-) englischer und lateinischer Sprache begleiten den Hörer durch den etwas mehr als eine Stunde dauernden Fundus von 25 Stücken. Die Frauenstimmen sind kein Zufall, sondern entsprechen der englischen Vortragstradition bis ins 19. Jahrhundert hinein.
Die Frau ist nicht nur die Mutter des Christkindes und singt liebevoll Schlaflieder, sondern eben auch die unbefleckte Jungfrau. Auf den visuellen Darstellungen des Mittelalters und der Renaissance wurde Maria häufig mit einer Rose dargestellt, als Symbol der Reinheit. Die Rose ist an Weihnacht oft besungen, nur bei Benjamin Brittons Neuinterpretation eines Liedes aus dem 14. Jahrhundert heißt es auf dem Album: „There Is No Rose“. Eine der Ursprungsversionen ist übrigens auch zu hören: „Ther Is No Rose of Swych Vertu".
Es empfiehlt sich die Lautstärke etwas höher zu stellen, denn dann wird der kirchliche Raumklang authentisch und auch die gälischen, weihnachtlichen Tanzlieder verführerischer. Die Auswahl ist vielschichtig und überzeugt.

Wie sehr sich sakrale und weltliche Musik im Laufe der Jahrhunderte gegenseitig beeinflussten und regelrecht durchwoben beweist dieses Album spielend und das nicht nur wegen der Benutzung von Folk-Instrumenten. Die Kombination aus Geist (Denken) und Welt (Handeln) wird hier als Quintessenz zwischen dem Göttlichen und Menschlichen austariert. „Crossover“ ist der moderne Begriff dafür. Genau deshalb ist dieses Album so gelungen und erneut aufgelegt worden. Die Aufnahmen wurden nämlich bereits 1998 in der St. Jude-on-the-Hill Church, im Londoner Vorort Hampstead Gardens aufgenommen und sind 2014 nun in neuem Gewand vorgestellt.

Empfehlenswert ist überdies ein 744-Seiten umfassendes Buch zum Thema: „The New Oxford Book of Carols“ (ISBN: 978-0-19-353322-6), herausgegeben von Hugh Keyte und dem Dirigenten des Taverner Consorts & Choir, Andrew Parrott.


The Promise of Ages – A Christmas Collection
Taverner Choir, Taverner Consort, Andrew Parrott
Kompositionen von: Britten, Burney, Davies, Holst, Madan, Niles, Vaughan Williams, Weir, u.a.
Label: Avie, DDD
822252229127

Hörprobe


Abbildungsnachweis:
Header: Andrew Parrott. Foto: Rayfield Allied
CD-Cover

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