Sonetos del Amor Oscuro ist eine Ode von vier verwunschenen Seelen, die ihre Herzen, Harmonien und Rhythmen miteinander verflochten haben, um für alle Zeiten inmitten der fesselnden Worte des Lyrikers Federico García Lorca aus Granada zu wandeln.
García Lorca verdrehte und verschob Worte und ließ sie wie tektonische Platten vibrieren, verwandelte Ebenen in lyrische Berglandschaften, die er mit einem maurischen Teppich aus Schneekristallen bedeckte, und ließ sie dann von den dunklen Locken eines Gitano-Mädchens aus Albaicín widerspiegeln, die mit einer Stimme aus Gold und Silber ihre kleine Schwester in den Schlaf singt.
„Es ist kein Zufall, dass Lorca die Musik vor der Lyrik entdeckte – vor allem anderen singt seine Sprache“, schreibt Ana Van Liedekerke in einem Begleittext zum Album und meint: „Vielleicht ist das der Grund, warum manche es schwer finden, zu ihrer Bedeutung vorzustoßen: seine Verse erlauben es nicht, auf akkurate Allegorien oder kohärente Botschaften festgenagelt zu werden. Stattdessen bringt er Bilder und Sounds zum Klingen – den Mond, das Blut, kalte Steine – in unerreichter Virtuosität, und diese universellen Bilder haben seine Lyrik in die ganze Welt getragen.
Im Projekt „Sonetos del Amor Oscuro“ leiht die belgisch-brasilianische Sängerin Helena Casella den Worten des Poeten ihre tiefe und warme Stimme und besinnt sich dabei auf ihre Wurzeln im Soul, im R&B, in der brasilianischen Musik und im Modern Jazz. Myrddin De Cauter lässt seine Flamenco-Gitarre wie eine meditative Reise klingen. Stijn Kuppens überschreitet mit seinem Cello auf seine ganz eigene Art Genregrenzen, und der klassisch ausgebildete Flötist und Jazz-Improvisationskünstler Stefan Bracaval bringt Freiheit und Lyrik in den Sound ein. Gemeinsam erschaffen sie eine Klangwelt, in der Lorcas Lyrik nicht nur gehört, sondern auch gefühlt werden kann – wie ein Traum mit maurischen Melodien und einlullenden Schlafliedern über das Albaicín.
„Myrddins Kompositionen bringen diese Töne zum Leben“, so Ana Van Liedekerke. „Sein besessenes Gitarrenspiel hat die dunklen Tiefen des Flamencos, geleitet von einer unerreichten Technik, aber vor allem von Instinkt.“ Die Instrumente haben keine vorgegebenen Rollen – wie in Lorcas Vision gibt es keinen Punkt, an dem der Schmerz endet und die Liebe beginnt. Es gibt so viele Lebensschichten in dieser wirbelnden Musik: Spiel und Leid, Jugend und Herzschmerz, mit einer lebhaften Flöte, die zugleich tröstend und bedrohlich ist, einer Stimme, die manchmal so fragil ist, dass sie fast verschwindet, und einem Cello, das schabt, trauert und tanzt. Sie führen uns nach Granada mit seinen Kirchenglocken und Orangenbäumen, zwischen die blau- und weißgefliesten Kuppeln, dem Klappern der Kastagnetten und den blutenden Gesichtern Christi, und noch weiter zu Lorcas ‚grauer Landschaft‘, den Hartkorn-Tiefebenen neben den schneebedeckten Gipfeln der Sierra Nevada.
Die belgisch-brasilianische Sängerin Helena Casella übersetzt mit ihrer tiefen, weichen und warmen Stimme ihren multikulturellen familiären Hintergrund und ihre persönlichen Gedanken in leidenschaftliche, soulige Musik. Sie wuchs in einer musikalischen Familie auf, und ihre Musik spiegelt dieses Erbe wider. Mühelos verbindet sie Genres wie R&B, Soul, Hip-Hop und Modern Jazz, bleibt dabei aber den lebhaften Sounds Brasiliens immer treu.
Myrddin De Cauters Musik ist tief bewegend, komplex, leidenschaftlich rhythmisch und hoch emotional. Er hat den Compás flamenco gemeistert, der ihm die Freiheit verleiht, mit Elementen aus Jazz oder klassischer Musik zu sprechen. Seine Schnelligkeit scheint manchmal nicht von dieser Welt zu sein, aber wer sich die Zeit nimmt, seine Musik genau anzuhören, wird schnell ein großes Maß an purer Emotion, Schönheit und Ruhe darin finden. Nach sechs Alben und zahlreichen Konzerten beweist Myrddin, dass Virtuosen nicht unbedingt aus Spanien kommen müssen.
Im zarten Alter von elf Jahren lehrte ihn sein Vater das Klarinettenspiel im Jazz- und Gypsy-Swing-Stil. Er wurde Teil des Familienorchesters und sammelte erste Bühnenerfahrungen. Eine klassische, auf der Gitarre komponierte Melodie ließ ihn seinen Vater bitten, ihm die Grundlagen der Flamencogitarre beizubringen. Bald darauf reiste Myrddin nach Andalusien, um von Manolo Sanlúcar und Gerardo Núñez zu lernen. All das inspirierte ihn, in seiner ganz eigenen Sprache zu komponieren, die tief in der Flamenco-Tradition verwurzelt, aber mit schier endloser Kreativität angereichert ist.
Der Cellist, Komponist und Produzent Stijn Kuppens spielt sein Instrument auf ganz eigene Weise, die er „nicht-klassisches Cello“ nennt. Sein fundiertes Wissen über die komplexe Geschichte und die Techniken des Stils ist klar hörbar. Sein klassischer Hintergrund wird in jeder Note, die er spielt, klar, ob als Solist oder mit anderen Musikern. Er erforscht die Grenzen der klassischen Musik und verbindet dabei unterschiedliche Genres.
Stefan Bracaval ist ein klassisch ausgebildeter Flötist, der seinen Abschluss am Koninklijk Conservatorium Antwerpen erworben hat. Seine Faszination für die Ausdrucksmöglichkeiten der Improvisation führte ihn als Autodidakten zum Jazz. Bracaval hat mit vielen bekannten Größen der belgischen Jazzszene zusammengearbeitet und führt sein eigenes Quartett an, in dem die Flöte das zentrale Jazzinstrument ist.
Sonetos del Amor Oscuro: Vol. 1: El Sueño Se Deshizo Para Siempre
Label: Zephyrus | Vertrieb: AL!VE
Format: CD, LP, digital
EAN CD: 5414165091400
YouTube-Video:
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Sonetos del Amor Oscuro (2:58 Min.)

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