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Hamburger Architektur Sommer 2019

Fotografie
Was wird aus C/O Berlin?

Die Gründer von C/O Berlin Stephan Erfurt, Ingo Pott und Marc Naroska haben in zehn Jahren eine der wichtigsten Institutionen für Fotografie aufgebaut.

Mitte Juli feierte man tagelang den Geburtstag und ist nun mit der Situation konfrontiert, den ersten Stock des alten Berliner Postfuhramt verlassen zu müssen.
 

Der weltweit operierende Privateigentümer, die israelische Immobiliengesellschaft der Elad Group, kündigte den Vertrag zum 31. März 2011 allerdings mit einer nachgeschobenen Fristverlängerung bis zum 31. Dezember 2011. Vor fünf Jahren verkaufte die Post die Immobilie an die Israelis - das Land Berlin war finanziell nicht in der Lage das Gebäude zu übernehmen und für ein dauerhaftes Kulturzentrum einzustehen. C/O und der Firmenlenker der Elad Group, Elad Sharon Tshuva
schienen anfangs auf gleicher Wellenlänge zu sein, ein von den C/O-Machern entwickeltes Konzept stieß bei Herrn Tshuva auf Interesse. Nun aber soll der Ort kommerzialisiert werden, geplant ist unter anderem ein Hotel.

C/O Berlin, das heißt brillante Ausstellungen zu den unterschiedlichsten Themen der Fotografie, mit Zusatzangeboten von Workshops bis Vorträgne - und das immer auch mit einem Auge für junge Talente und noch unbekannten Künstlern und Fotografen. Zunächst in der Linienstraße ansässig, zogen die drei Macher nach fünf Jahren ins alte Postfuhramt in die Oranienburger Straße um. Längst operiert auch C/O weltweit, bringt attraktive Ausstellungen in die Hauptstadt, die mittel- und langfristig geplant werden müssen. Wie in einem Museum, sind die Planungsfristen und die Organisation eines guten Programms und bestimmter Schauen, nur noch langfristig zu bewerkstelligen. Eine derart kurze Kündigungsfrist bedeutet für C/O nicht nur den Abbruch oder zumindest die Kapazitätsverlagerung der Planungen, sondern im Grunde der freie Fall.
Vor kurzem unterschrieben Erfurt, Pott und Naroska den Vertrag für eine erste große Retrospektive des New Yorker Fotografen Arnold Newman (1918-2006), die 2012 aus den USA nach Europa kommen und bei C/O den Auftakt bilden soll. Zudem plant man die Ausstellung des Berliner Fotografen Fritz Eschen (1900-1964) mit seinen Aufnahmen aus den Nachkriegsjahren 1945 bis 1950: „Berlin unterm Notdach“.

So schnell wie der Kündigungstermin naht finden die C/O-Betreiber keine neue, geeignete Bleibe. Immerhin hat die Elad Group Gesprächsbereitschaft signalisiert und die Chance gilt es sicherlich umgehend zu nutzen.
Ganz im Sinne eines produktiven Ergebnisses heißt es auf der Homepage von C/O:
"Der Name C/O Berlin steht für Initiative und Flexibilität, denn das „care of“ ist die postalische Abkürzung für das örtlich Ungebundene und international Agierende. Wir sind zuversichtlich, dass uns ein weiterer Umzug nach fünf Jahren im Postfuhramt wiederum auf eine höhere Stufe heben wird, um so den gewachsenen Bedürfnissen einer international renommierten Kulturinstitution gerecht zu werden."

Foto: C/O Berlin
Weitere Informationen unter: www.co-berlin.info und beim News-Port

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