Die Schubertiade in Schwarzenberg und Hohenems feiert 2026 ihr 50-jähriges Bestehen. Mit ihrem dichten Programm und rund 35.000 Besuchern jährlich gilt sie als das weltweit größte und renommierteste Festival rund um Franz Schubert.
Seit 1976 treffen hier die Weltstars des Liedgesangs sowie der Klavier- und Kammermusik auf ein internationales Publikum – und eine klare Definition: „die Werke Franz Schuberts (1797–1828) in einem kleinen Rahmen auf exemplarische Weise zur Aufführung zu bringen“. Dieser Idee des Festivalgründers Hermann Prey (1929–1998) ist die Schubertiade konsequent treu geblieben.
Bis heute steht das umfangreiche Werk Franz Schuberts im Mittelpunkt, wobei Liederabende, Klavierabende und Kammerkonzerte den programmatischen Schwerpunkt bilden. Ergänzt wird das Programm durch Werke anderer Komponisten, vornehmlich Schuberts Vorläufer, Zeitgenossen und Nachfolger.
Künstlerische Kontinuität auf höchstem Niveau
Trotz ihres internationalen Rufs hat sich die Schubertiade ihre besondere Intimität und ihren kompromisslosen Anspruch an höchste musikalische Qualität bewahrt. Diesen Anspruch widerspiegelnd, gleicht die Liste der Künstler, die in diesen fünf Jahrzehnten zu Gast waren, einem „Who’s Who“ der Lied-, Klavier- und Kammermusikwelt. Zugleich versteht sich die Schubertiade als Ort der Weitergabe: Junge Künstler erhalten hier die Gelegenheit, sich einem gleichermaßen kundigen wie begeisterungsfähigen Publikum zu präsentieren. Zentrale Veranstaltungsorte sind der Angelika-Kauffmann-Saal in Schwarzenberg sowie der Markus-Sittikus-Saal in Hohenems, beide berühmt für ihre außergewöhnliche Akustik.

Schubertiade in Schwarzenberg. © Bregenzerwald Tourismus. Foto: Dominik Kummer
Jubiläumsauftakt mit der Rekonstruktion des Programms der ersten Schubertiade 1976
Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums lädt die Schubertiade zu einem besonderen Auftakt ein: die Rekonstruktion des Programms der ersten Schubertiade 1976. Dabei wird vom 29. April bis 3. Mai 2026 in Hohenems in fünf Liederabenden, zwei Kammerkonzerten, einem Klavierabend sowie einem Chorkonzert genau jene „Strauß berühmter und bekannter Werke Schuberts“ aufgeführt, mit denen der Festivalgründer Hermann Prey die Schubertiade Hohenems 1976 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert hat.
Zu Gast 2026
Insgesamt stehen im Jubiläumsjahr der Schubertiade 2026 aufgeilt auf sechs Konzertperioden (vier in Hohenems, zwei in Schwarzenberg) von April bis Oktober 49 Veranstaltungen auf dem Programm: 22 Liederabende, acht Klavierabende, 18 Kammerkonzerte und ein Chorkonzert:
Liederabende
Ilker Arcayürek, Erika Baikoff, Kristian Bezuidenhout, Ammiel Bushakevitz, Julius Drake, The Erlkings, Patrick Grahl, Alexander Grassauer, Samuel Hasselhorn, Daniel Heide, Nikola Hillebrand, Christiane Karg, Konstantin Krimmel, Malcolm Martineau, Joseph Middleton, Patricia Nolz, Mauro Peter, Christoph Prégardien, Julian Prégardien, Sophie Rennert, Andrè Schuen, David Steffens, Frauenchor „Vocalis“
Klavierabende
David Fray, Marc-André Hamelin, Adam Laloum, Elisabeth Leonskaja, Igor Levit, Paul Lewis, Francesco Piemontesi, Yaara Tal & Andreas Groethuysen
Kammerkonzerte
Alinde Quartett, Aris Quartett, Armida Quartett, Guillaume Bellom, Adrian Brendel, Lorraine Campet, Renaud Capuçon, Gérard Caussé, Karel Dohnal, Veronika Eberle, Tobias Feldmann, Till Fellner, Tomás Frantis, Boris Giltburg, Goldmund Quartett, Hagen Quartett, Julia Hagen, Viviane Hagner, Stefan Heinemeyer, Manuel Huber, Javus Quartett, Victor Julien-Laferrière, Harriet Krijgh, Kuss Quartett, Mandelring Quartett, Minetti Quartett, Pavel Nikl, Pavel Haas Quartett, Quatuor Danel, Petr Ries, Matthias Schorn, David Seidel, Lukas Sternath, Premysl Vojta, Ivan Vokác, Dominik Wagner, Jörg Widmann
Chorkonzert
Kammerchor Feldkirch, Konstantin Krimmel, Mitglieder des Symphonieorchesters Vorarlberg, Johannes Hämmerle, Benjamin Lack
Angelika-Kauffmann-Saal, Schwarzenberg
Der in schlichter Holzbauweise errichtete und 2001 erweiterte Angelika-Kauffmann-Saal mit 600 Sitzplätzen besticht durch seine einzigartige Lage inmitten einer beschaulichen Wiesen- und Berglandschaft. Er bietet perfekte akustische Bedingungen, die Künstler und Publikum gleichermaßen ins Schwärmen bringen, und wurde von der internationalen Presse mit zahlreichen Superlativen bedacht. So zählte ihn die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ – zusammen mit dem Mozart-Saal des Wiener Konzerthauses und dem Salzburger Mozarteum – zu den drei besten Kammermusiksälen Österreichs, während „Die Welt“ ihn mit der Londoner Wigmore Hall verglich. Benannt ist der Saal nach der bedeutenden Malerin Angelika Kauffmann (1741–1807), die dem Heimatort ihres Vaters eng verbunden war.
Markus-Sittikus-Saal, Hohenems
Die Konzerte der Schubertiade Hohenems finden im Markus-Sittikus-Saal statt, der – eingebettet in eine schöne Gartenanlage mit Brunnen und Heckentheater – 300 Personen Platz bietet. Vom Vorplatz aus eröffnet sich dem Besucher ein beeindruckender Ausblick auf den steil emporragenden Schlossberg, auf dem sich die Überreste der Burg Altems befinden. Der 1913 errichtete, unter Denkmalschutz stehende Saal wurde von der Schubertiade grundlegend renoviert und zählt nun zu den weltweit besten Sälen für Kammermusik und Lieder. Er trägt den Namen Markus-Sittikus-Saal zur Erinnerung an den Grafen Markus Sittikus von Hohenems (1574–1619), der als Salzburger Fürsterzbischof nicht nur das Stadtbild mit dem Bau des Domes und von Schloss Hellbrunn wesentlich geprägt, sondern auch mit den ersten Opernaufführungen außerhalb Italiens die große Operntradition Salzburgs begründet hat.

Markus Sittikus-Saal. Foto: © Schubertiade GmbH
Musik- und Kulturgeschichte in den Museen Hohenems‘
Als Gründungsort der Schubertiade ist Hohenems eng mit Franz Schubert verbunden, und das obwohl dieser selbst nie einen Fuß in das kleine Städtchen im Vorarlberger Rheintal gesetzt hat. Die Schubertiade widmet sich hier nicht nur seinem musikalischen Werk, an keinem anderen Ort ist auch so viel über Franz Schubert zu sehen: Das Franz-Schubert-Museum und das Schubertiade-Museum bieten in mehr als 20 historischen Räumen einen Überblick über das Leben und die Rezeptionsgeschichte des großen Komponisten.
Elisabeth Schwarzkopf (1915–2006) war eine der größten Sängerinnen des 20. Jahrhunderts, deren an Höhepunkten reiche Laufbahn mit zahlreichen bis heute maßgeblichen Schallplattenaufnahmen dokumentiert ist. Die Schubertiade GmbH besitzt den musikhistorisch wichtigen Teil ihres Nachlasses sowie den ihres Mannes, Walter Legge, des ersten und bedeutendsten Schallplattenproduzenten im Bereich der klassischen Musik. Bestände daraus sind im Elisabeth-Schwarzkopf-Museum und im Legge-Museum zu sehen. Ein Raum des Legge-Museums ist dem Thema „Stefan Zweig und das Musikleben seiner Zeit“ gewidmet, da der Großvater mütterlicherseits des weltweit geschätzten Schriftstellers Mitbesitzer und Bewohner dieses Hauses war.
Mit der Wiederentdeckung der Handschriften C und A im Palast Hohenems (1755 und 1779) begann die Erfolgsgeschichte des Nibelungenliedes, das zum deutschen Nationalepos wurde und von Richard Wagner mit seinem vierteiligen Musikdrama „Der Ring des Nibelungen“ weltweit bekannt gemacht wurde. Dieses Hauptwerk Wagners und andere bedeutende Umsetzungen des Nibelungen-Themas für Bühne und Film stehen im Mittelpunkt des kleinen Nibelungen-Museums.
Und im Schuhmacher-Museum werden die Bestandteile der Schuhmacher-Werkstätte von Karl Nachbauer (dem Großvater von Schubertiade-Geschäftsführer Gerd Nachbauer) gezeigt.
Schubertiade Hohenems
Vom 29. April bis 3. Mai 2026, u.a. im Markus-Sittikus-Saal, Graf-Maximilian-Straße 3, in A-6845 Hohenems
Weitere Informationen (Schubertiade)
Das Programm
„Rekonstruktion des Programms der ersten Schubertiade vom 8. bis 16. Mai 1976 in Hohenems“
Mittwoch, 29. April 2026
20 Uhr Markus-Sittikus-Saal, Liederabend
Konstantin Krimmel, Ammiel Bushakevitz
„Ein Leben in Bildern“
Franz Schubert: Der Pilgrim, Sehnsucht (D 636), Ganymed, Die Sterne (D 939), An die Leier, Der Blumenbrief, Alinde, Rastlose Liebe, Willkommen und Abschied; An die Entfernte, Sehnsucht (D 879), Im Frühling, Über Wildemann, Erster Verlust, Fahrt zum Hades, Totengräbers Heimwehe, Schwanengesang (D 744), Nachtstück
(8. Mai 1976: Hermann Prey, Leonard Hokanson)
Donnerstag, 30. April 2026
16 Uhr Markus-Sittikus-Saal, Liederabend
Sophie Rennert, Joseph Middleton, Frauenchor „Vocalis“
Franz Schubert: Lachen und Weinen, Der König in Thule, Lied der Mignon: „Nur wer die Sehnsucht kennt“ (D 877/4), Frühlingsglaube, Wehmut, Klärchens Lied, Fischerweise, Ständchen (D 921); Im Abendrot, Wandrers Nachtlied I („Der du von dem Himmel bist“), Wandrers Nachtlied II („Über allen Gipfeln ist Ruh“), Daß sie hier gewesen, An die Nachtigall, Die Forelle, Das Mädchen, Der Tod und das Mädchen, Du bist die Ruh
(9. Mai 1976: Christa Ludwig, Erik Werba, Vokalensemble Maria Bösch-Fussenegger)
20 Uhr Markus-Sittikus-Saal, Kammerkonzert
Mandelring Quartett
Franz Schubert: Quartettsatz c-Moll, D 703, Streichquartett a-Moll, D 804 „Rosamunde“, Streichquartett d-Moll, D 810 „Der Tod und das Mädchen“
(10. Mai 1976: Melos Quartett)
Freitag, 1. Mai 2026 (Feiertag)
16 Uhr Markus-Sittikus-Saal, Klavierabend
Yaara Tal & Andreas Groethuysen
Franz Schubert: Rondo D-Dur, D 608, Sonate B-Dur, D 617; Drei Militärmärsche, D 733; Andantino varié, D 823; Fantasie f-Moll, D 940
(11. Mai 1976: Paul Badura-Skoda, Jörg Demus)
20 Uhr Pfarrkirche St. Karl, Chorkonzert
Kammerchor Feldkirch, Konstantin Krimmel, Mitglieder des Symphonieorchesters Vorarlberg, Johannes Hämmerle, Benjamin Lack
Franz Schubert: Kyrie B-Dur, D 45; Sanctus B-Dur, D 56; Salve Regina F-Dur, D 379; Salve Regina B-Dur, D 386; Deutsches Requiem g-Moll, D 621; Sechs Antiphonen zum Palmsonntag, D 696; Der 92. Psalm, D 953 (mit Bariton-Solo); Deutsche Messe, D 872 (Chor, Bläser, Pauken,Kontrabaß und Orgel)
(12. Mai 1976: Regensburger Domspatzen, Hermann Prey, Mitglieder des Städtischen Orchesters St. Gallen, Georg Ratzinger)
Samstag, 2. Mai 2026
16 Uhr Markus-Sittikus-Saal, Liederabend
Ilker Arcayürek, Ammiel Bushakevitz
Franz Schubert: „Die schöne Müllerin“
(13. Mai 1976: Peter Schreier, Karl Engel)
20 Uhr Markus-Sittikus-Saal, Liederabend
Andrè Schuen, Daniel Heide
Franz Schubert: „Winterreise“
(14. Mai 1976: Hermann Prey, Karl Engel)
Sonntag, 3. Mai 2026
11 Uhr Markus-Sittikus-Saal, Kammerkonzert
Pavel Haas Quartett, Petr Ries, Karel Dohnal, Přemysl Vojta, Tomáš Františ, Boris Giltburg
Franz Schubert: Oktett F-Dur, D 803; Klavierquintett A-Dur, D 667 „Forellenquintett“
(15. Mai 1976: Till Engel, Philharmonisches Oktett Berlin)
16 Uhr Markus-Sittikus-Saal, Liederabend
Konstantin Krimmel, Daniel Heide
Franz Schubert
Lieder nach Gedichten von Johann Gabriel Seidl: Im Freien, Sehnsucht, Der Wanderer an den Mond, Am Fenster, Die Taubenpost
Lieder nach Gedichten von Heinrich Heine: Der Atlas, Ihr Bild, Das Fischermädchen, Die Stadt, Am Meer, Der Doppelgänger
Lieder nach Gedichten von Ludwig Rellstab: Liebesbotschaft, Kriegers Ahnung, Frühlingssehnsucht, Ständchen, Aufenthalt, In der Ferne, Abschied
(16. Mai 1976: Hermann Prey, Karl Engel)
SCHUBERTIADE HOHENEMS, Markus-Sittikus-Saal
Weitere Termine: 16. – 19. Juli 2026 und 1. – 4. Oktober 2026
SCHUBERTIADE SCHWARZENBERG, Angelika-Kauffmann-Saal, Hof 454, in
A-6867 Schwarzenberg
19. – 24. Juni 2026 | 21. – 26. August 2026

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)
Kommentare powered by CComment