Die afghanische Autorin Maryam Kishawarz ist neue Elsbeth-Wolffheim-Stipendiatin der Wissenschaftsstadt Darmstadt und des PEN Deutschland. Die 22-jährige Schriftstellerin begann noch in ihrer Schulzeit in Kabul damit, literarische Texte zu schreiben. Als erste Schülerin des Landes erhielt sie eine ISBN durch das afghanische Kultusministerium für ihr Sachbuch „56 Golden Points for Living Happily“. In ihren Texten beschreibt Maryam Kishawarz die Lebensumstände afghanischer Frauen und Männer; daneben zeigt sie Wege zur Persönlichkeitsentwicklung auf.
„Wir freuen uns, dass mit Maryam Kishawarz eine literarische Chronistin der schwierigen Lebensumstände der Menschen in Afghanistan die neue Elsbeth-Wolffheim-Stipendiatin der Wissenschaftsstadt Darmstadt ist. Mut und Kreativität sind ihre Mittel gegen Unterdrückung und Unrecht. Durch die Vergabe dieses Stipendiums beteiligen wir uns als Stadt aktiv daran, dass wichtige Stimmen ohne Zensur gehört werden und sind gespannt auf ihre Arbeit in Darmstadt“, erklärt Oberbürgermeister und Kulturdezernent Hanno Benz.
„Das Elsbeth-Wolffheim-Stipendium schafft die Voraussetzung dafür, dass die Arbeit unserer Kollegin nicht länger von Zensur und Bedrohung bestimmt ist. PEN Deutschland begleitet sie dabei eng“, so Astrid Vehstedt, Vizepräsidentin und Writers-in-Exile-Beauftragte des deutschen PEN. „Wir freuen uns darauf, ihre literarischen Texte der Öffentlichkeit vorzustellen.“
Maryam Kishawarz ist es als Frau und Schriftstellerin in ihrem Heimatland nicht erlaubt, sich frei auszudrücken. Texte von ihr wurden schon vor der erneuten Machtübernahme der Taliban zensiert. Nur so konnten sie überhaupt erscheinen. Heute werden Bücher afghanischer Autorinnen aus Universitäten entfernt und Frauen vom Bildungssystem ausgeschlossen.
Nach ihrer Flucht vor den Taliban lebt Maryam Kishawarz jetzt im deutschen Exil. Im Gepäck hat sie bislang unveröffentlichte Manuskripte, die die Situation der Frauen unter den Taliban dokumentieren.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt und der PEN Deutschland haben im Jahr 2004 ein Stipendium ins Leben gerufen, um Exilschriftstellern die Möglichkeit zu geben, in Ruhe und ohne wirtschaftliche Not Texte zu erarbeiten. Das Stipendium, das für die Dauer eines Jahres vergeben wird, ist benannt nach der 2002 in Darmstadt verstorbenen Schriftstellerin Elsbeth Wolffheim, die viele Jahre lang den Einsatz des deutschen PEN für politisch verfolgte Autoren organisiert hat.
Quelle: PEN Deutschland

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