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Kultur Kolumne

CDs JazzMe

Vedan Kolod: The Tale of Igor’s Campaign

Details
Geschrieben von: Claus Friede - Mittwoch, 11. August 2021 um 08:01 Uhr

Das russische Trio Vedan Kolod aus dem sibirischen Krasnojarsk widmet sich mit einem neuen Album, namens „The Tale of Igor’s Campaign“, ganz dem Mittelalter und dem Epos der Kiewer Rus.

Wörtlich aus dem alt-ost-slawischen übersetzt heißt die Dichtung: „Lied von der Heerfahrt Igors“, heute schlicht als das „Igorlied“ bekannt.

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Follow Book

Bedeutet Gendern „eine Art grammatisches Straflager“?

Details
Geschrieben von: Stefan Diebitz - Donnerstag, 05. August 2021 um 08:11 Uhr

Noch vor ein, zwei Jahren haben viele nicht gewusst, was Gendern eigentlich ist, aber schon längst entkommt ihm niemand mehr: Selbst in Tagesschau oder in den Nachrichten des Deutschlandfunks wird gegendert, und auch wenn die Mehrheit der Bevölkerung das Gendern nach wie vor ablehnt, so wagt es doch kein Politiker, auf das „Splitten“ zu verzichten („Bäckerinnen und Bäcker“). Das generische Maskulinum gehört sich nicht mehr. Es hat abgewirtschaftet.

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Meinung

Vergessen? Gelesen! – Der philosophische Kritizismus. Geschichte und System von Alois Riehl

Details
Geschrieben von: Frank-Peter Hansen - Mittwoch, 04. August 2021 um 08:37 Uhr

Kant, auf den Alois Riehl im Ersten Band dieses nach der zweiten Auflage zitierten Dreiteilers Bezug nimmt, sagt in der transzendentalen Dialektik der Kritik der reinen Vernunft: „alle Bedingungen, die der Verstand jederzeit bedarf, um etwas als notwendig einzusehen, vermittelst des Wortes: unbedingt wegwerfen, macht mir noch lange nicht begreiflich, ob ich alsdann durch meinen Begriff eines unbedingt Notwendigen noch etwas, oder vielleicht gar nichts denke‘“ (I, 569).

Und Alois Riehl respondiert: „Auf der Höhe der Abstraktion drehen wir uns mit dem Dogmatiker ewig im leeren Kreise der Begriffe, erst durch die Beziehung auf das Wirkliche wird unser Wissen zum Beurteilen von etwas, was da ist, wird das jungfräuliche Denken durch gegenständlichen Inhalt befruchtet, und damit allererst Erkenntnis“ (I, 182).

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CDs JazzMe

Nils Petter Molvær Quartet: Stitches

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Geschrieben von: Redaktion - Dienstag, 03. August 2021 um 08:12 Uhr

Nils Petter Molvær gehört zu den prominentesten Vertretern inmitten eines elektroakustischen Jazz- Hybriden, der seit den 1990ern zu einem eigenen Genre gewachsen ist.

Innerhalb dieses Feldes, das zuweilen auch als „Future Jazz" oder "Nu Jazz“ bezeichnet wird, ist der norwegische Komponist sowohl Pionier als auch Veteran, war er doch einer der ersten Jazzmusiker, der die aufkommenden digitalen und elektronischen Tendenzen um das Jahr 2000 herum in sein Schaffen einbezog.

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Meinung

Wir können die Welt niemals eindeutig und endgültig erklären

Details
Geschrieben von: Rebecca Wolfs - Montag, 02. August 2021 um 08:19 Uhr

Die Welt konfrontiert uns zu jeder Zeit mit einer Fülle von Rätseln, sodass wir uns zuweilen selbst zum Rätsel werden: Woher kommt unsere Erde? Wie entstehen und entwickeln sich Natur, Zivilisation und Kultur? Wie hängen die einzelnen Ereignisse der Welt miteinander zusammen? Wo ist unser Platz als Menschen in dieser Welt?

Ist unser begrenzter Verstand überhaupt in der Lage, die Welt in ihrer Komplexität und Widersprüchlichkeit zu erfassen? Woher wissen wir, ob unsere Urteile und Entscheidungen richtig sind?

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Justin Marozzi: „Islamische Imperien“. Ein Loblied auf kulturelle und ethnische Vielfalt

Details
Geschrieben von: Stefan Diebitz - Mittwoch, 28. Juli 2021 um 08:48 Uhr

Was ist in unserer Zeit umstrittener als der Islam? Vielen gilt diese Religion als der Ursprung eines fanatischen und irrationalen Terrors, und der übergroßen Mehrheit auch der gebildeten Europäer ist bereits die arabische Schrift fremd und unzugänglich – und damit fehlt ihnen (fehlt mir…) jede Möglichkeit einer näheren Beschäftigung mit einer Kultur, die einen großen Teil der Welt und immer mehr auch Teile unserer Städte bestimmt.

Umso wichtiger müssen Bücher wie dieses hier sein, das dem Leser in der Gestalt von fünfzehn farbigen Städteporträts eine Geschichte der islamischen Kultur bietet.

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CDs KlassikKompass

Der „Basevi Codex“: Musik am Hof der Margarete von Österreich

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Geschrieben von: Claus Friede - Dienstag, 27. Juli 2021 um 08:28 Uhr

Das Boreas Quartett Bremen und die Sopranistin Dorothee Mields bringen eine wenig bekannte Musikhandschrift der Renaissance zum Erklingen.

Mields, eine Spezialistin des 17. und 18 Jahrhunderts und an der Hochschule in Bremen unterrichtend, besitzt eine Stimme mit unverwechselbarem Timbre. Sie trifft auf ein bedeutendes Flöten-Quartett für Alte Musik und der Consort-Musik der Renaissance. Jin-Ju Baek, Luise Manske, Julia Fritz und Elisabeth Champollion sind alle in ihrem Fach meisterlich.

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Michael Göring: „Dresden – Roman einer Familie“

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Geschrieben von: Isabelle Hofmann - Montag, 26. Juli 2021 um 08:09 Uhr

Dresden. Was für eine Flut von Bildern stellt sich bei dem Namen dieser geschichtsträchtigen Stadt ein! Angefangen bei August dem Starken, über den Bombenhagel im Zweiten Weltkrieg, bis zu den Friedensgebeten vor dem Mauerfall.

 

Michael Görings neues Buch „Dresden“ ist kein explizit historischer, auch kein explizit politischer Roman. Und doch sind Historie und Politik ständig gegenwärtig. Denn auch „das Private ist politisch“, wie es so schön heißt. Der „Roman einer Familie“, (Untertitel), belegt das beispielhaft. Anhand der Familie Gersberger spannt der Autor und scheidende Chef der ZEIT-Stiftung ein Gesellschaftspanorama auf, das ganz beiläufig aufzeigt, warum das SED-Regime scheitern musste.

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Follow Book

Moraltheologie auf höchstem Niveau. Bernd Schwarze: Mein Wille geschehe

Details
Geschrieben von: Stefan Diebitz - Dienstag, 20. Juli 2021 um 08:29 Uhr

Für viele Prominente, so liest man allerorten, ist es der größte Wunsch, unbeachtet durch die Straßen zu gehen.

Für den Rezensenten ist das kein Problem, aber der Lübecker St. Petri-Pastor kann sich das erst einmal abschminken, denn sein Debüt als Romancier gelang spektakulär – zunächst wurde er in einem großen Artikel schon vor dem Erscheinen seines Buches gefeiert, dann ward sein Leseabend in der hiesigen Presse ausführlich besprochen und noch dazu im Regionalfernsehen dokumentiert, und schließlich prangt sein Porträt nicht allein im Klappentext seines Erstlings, sondern wurde auch in der seiner Bedeutung angemessenen Größe (20 cm!!) im Lokalblatt verbreitet.

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CDs JazzMe

Kongero: Live in Longueuil

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Geschrieben von: Claus Friede - Donnerstag, 15. Juli 2021 um 08:06 Uhr

Die vier weiblichen Mitglieder der schwedische Vokalgruppe „Kongero“, gegründet 2005, kennen sich seit dem Studium. Vier Studioalben in der Tradition der skandinavischen A-capella-Vokal- und Folk-Musik wurden bislang produziert. Den Neologismus „Folk-apella“ haben die Musikerinnen dafür entwickelt und tragen diesen und ihre Gesänge auf einschlägigen Konzerten und Festivals vor. Tourneen führten sie bislang durch Europa, Asien und Nordamerika.

 

Lotta Andersson, Emma Björling, Anna Larsson und Anna Wikénius – die vier „Spinnen“ –­ so die Übersetzung des Gruppennamens aus dem jämtländischen Regionaldialekt Zentral-Nordschwedens – reisten im März 2019 in die kanadische Provinz Québec, wo sie ihren Live-Auftritt im Théâtre de la Ville von Longueuil, zu einem neuen Album aufnehmen ließen. Quasi als Geschenk zu ihrem 15-jährigen Gruppen-Bestehen.

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Meinung

Vergessen? Gelesen! – „Philosophie der Wirklichkeit“ von Heinrich Maier

Details
Geschrieben von: Frank-Peter Hansen - Montag, 12. Juli 2021 um 08:04 Uhr

Heinrich Maiers, wenn man so will, Zweieinhalbteiler „Philosophie der Wirklichkeit“ ist ein sonderbares, zwiespältiges Buch von sage und schreibe ungefähr 2.000 Seiten Umfang.

Das hat offenbar auch Nicolai Hartmann so empfunden, wenn er in der 1938 in der „Phil-hist.-Klasse der Sonderausgabe der Sitzungsberichte der Preußischen Akademie der Wissenschaften“ erschienenen ausführlichen Besprechung dieses systematischen Hauptwerkes Maiers doch immerhin eine Kategorialanalyse mit ontologischem Hintergrund ausgemacht wissen wollte.

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Follow Book

Torkel S Wächter: Meines Vaters Heimat. Was er mir nie erzählte

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Geschrieben von: Ruth Asseyer - Donnerstag, 08. Juli 2021 um 08:07 Uhr

Der Mann, der später mein Vater wurde: diese Redewendung benutzt Torkel S Wächter häufig in seinem neuen biografisch-dokumentarischen Roman „Meines Vaters Heimat“.

 

Etwa 17 Jahre nach dem Tod seines Vaters Michael öffnet der schwedische Schriftsteller zum ersten Mal die Umzugskartons, in die er 1983 hastig dessen Nachlass verstaut hat: Bücher, Manuskripte, Briefe, Tagebücher. Dabei stößt er auf den Namen Walter Wächter, am selben Tag geboren wie Michael Wächter – ein bisher verschwiegener Zwillingsbruder? Torkel erkennt, dass beide dieselbe Person sind. Und es sein Vater war, der 1935 als Walter Wächter aus dem Konzentrationslager Fuhlsbüttel in Hamburg Briefe schrieb, auf liniertem Papier in Sütterlinschrift, eine Schrift, die Torkel nicht kennt, ebenso wenig wie die deutsche Sprache, die ihm Michael nie beibringen wollte.

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Christoph Ransmayr: „Der Fallmeister“. Eine hypnotisch erzählte Welt in Scherben

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Geschrieben von: Marion Hinz - Donnerstag, 01. Juli 2021 um 08:19 Uhr

„Mein Vater hat fünf Menschen getötet“, so beginnt der aktuelle Roman des international preisgekrönten österreichischen, in Wien lebenden Schriftstellers Christoph Ransmayr.

Der Begriff „aktuell“ trifft auf den Roman „Der Fallmeister“ mit dem Untertitel „Eine kurze Geschichte vom Töten“ auch deshalb zu, weil hier ein Thema vorherrscht, das aktueller nicht sein könnte: Überall auf der Welt werden Wasserkriege geführt.

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Follow Book

Wolfgang Marx: „Die fernste Ebene“ – Ein sehr eigenwilliger Roman aus Zürich

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Geschrieben von: Stefan Diebitz - Dienstag, 29. Juni 2021 um 08:06 Uhr

Wolfgang Marx, geboren 1943 in Eckernförde, versteht sich seit dem Ende seiner wissenschaftlichen Laufbahn ganz und gar als Erzähler. Zwar hatte sich schon Jahre zuvor sein literarischer Ehrgeiz gemeldet, denn bereits 1995 hatte er seinen ersten Roman – „Megastar“ – unter die Leute gebracht. Aber die meisten seiner Bücher folgten erst später.

Zuletzt hatte Marx mit „Am grauen Meer“ ein Buch veröffentlicht, in dem er die Rückkehr einer ihm selbst verdächtig ähnlichen Person nach Ultima Thule erzählte, wie Eckernförde bei ihm heißt. Dieser Kurz-Roman (so hätte ihn Arno Schmidt genannt) erzählt so etwas wie eine „unerhörte Begebenheit“, womit er perfekt Goethes Definition einer Novelle genügt. Es ist eine dramatische und temperamentvolle Erzählung.

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