News-Port

Die Bildungsministerkonferenz, die Wissenschaftsministerkonferenz und die Kulturministerkonferenz haben heute auf der KMK-Jahrestagung in Berlin einer neuen Kooperationsvereinbarung mit der israelischen Holocaust-Gedenk- und Bildungsstätte Yad Vashem zugestimmt. Die Unterzeichnung ist für Januar 2027 geplant. Die drei Teilkonferenzen bekräftigen damit ihre Verantwortung für die Erinnerung an den Holocaust und den entschlossenen Einsatz gegen Antisemitismus. Sie wollen Lehrkräfte gezielt unterstützen und die Zusammenarbeit mit Hochschulen und Kultureinrichtungen vertiefen, um historisches Wissen zu vermitteln und Holocaustleugnung und Geschichtsverfälschung entschieden entgegenzutreten.


Anna Stolz, Präsidentin der Bildungsministerkonferenz und Bayerische Staatsministerin für Unterricht und Kultus, erklärt: „Die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten, ist und bleibt unsere historische Verantwortung. Gerade in Zeiten, in denen Antisemitismus wieder offen zutage tritt und Hass und Hetze auch im Netz verbreitet werden, ist es wichtiger denn je, junge Menschen über die Geschichte aufzuklären und für Antisemitismus jeglicher Art zu sensibilisieren. Wer die Geschichte kennt, kann die Gegenwart besser verstehen und Verantwortung für die Zukunft übernehmen. Schulen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Mit Yad Vashem haben wir einen starken Partner an unserer Seite. Gemeinsam wollen wir unsere Lehrkräfte noch besser unterstützen – von der Ausbildung bis zur Fortbildung. Denn junge Menschen müssen Antisemitismus erkennen, ihm entschieden entgegentreten und für unsere demokratischen Werte einstehen können.“

Die Partner wollen die Auseinandersetzung mit dem Holocaust in der Lehrkräfteausbildung und in einschlägigen Studienangeboten stärken und die Fortbildung pädagogischer Fachkräfte ausbauen. Schulen, Hochschulen, Gedenkstätten und Museen sollen enger mit Yad Vashem zusammenarbeiten. Die Vereinbarung bezieht ausdrücklich auch jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart sowie verschiedene Formen des Antisemitismus ein.

Markus Blume, Präsident der Wissenschaftsministerkonferenz und Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, betont: „Die Wahrheit über den Holocaust ist nicht verhandelbar. Gegen Geschichtsfälschung und antisemitische Hetze helfen keine falschen Kompromisse, sondern Fakten, Aufklärung und klare Haltung. Wissenschaft trägt dabei eine besondere Verantwortung: Sie sichert historische Erkenntnisse, entlarvt Lügen und stärkt die Urteilskraft kommender Generationen. Mit Yad Vashem haben wir dafür einen Partner von Weltrang. Die neue Vereinbarung bringt seine einzigartige Expertise noch enger mit unseren Hochschulen zusammen – in Forschung, Lehre und Ausbildung. Dass Yad Vashem sein erstes Bildungszentrum außerhalb Israels in München aufbaut, ist ein starkes Zeichen. Und eines ist unverrückbar: Für Antisemitismus gibt es an unseren Hochschulen null Toleranz.“

Mit der Vereinbarung reagieren die Partner auch auf die Verbreitung antisemitischer Inhalte und verfälschter Darstellungen des Holocaust im Internet. Sie wollen historisch gesichertes Wissen bewahren und die Medienkompetenz stärken. Digitale Inhalte von Yad Vashem sollen in deutscher Sprache für den Einsatz in Bildung, Forschung und Kultur verfügbar gemacht werden.

Sven Teuber, Präsident der Kulturministerkonferenz und Minister für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz, sagt: „Wer die Verbrechen des Nationalsozialismus verharmlost, wer Gedenkstätten unter Druck setzt, greift die Grundlagen unserer Demokratie an. Rechtsextremen Versuchen, unsere Geschichte umzudeuten, stellen wir uns entschieden entgegen. Die Menschen, die in Gedenkstätten und Museen aufklären und erinnern, brauchen dafür unseren Rückhalt. Den geben wir ihnen. Dass Bildung, Wissenschaft und Kultur gemeinsam mit Yad Vashem handeln, ist eine Zusage, auf die sie sich verlassen können. Wir wollen, dass junge Menschen die Stimmen der Überlebenden auch künftig hören und jüdisches Leben als selbstverständlichen Teil unserer Gesellschaft kennenlernen. Unsere historische Verantwortung gilt unabhängig davon, wer Wahlen gewinnt.“

Die Vereinbarung bezieht auch das geplante Bildungszentrum von Yad Vashem in Deutschland ein. Yad Vashem hatte Ende Mai angekündigt, sein erstes Bildungszentrum außerhalb Israels mit Hauptstandort in München und einer Außenstelle in Leipzig aufzubauen. Die neuen Angebote sollen die Arbeit in Jerusalem ergänzen und in die Zusammenarbeit mit allen 16 Ländern eingebunden werden.

Hintergrund
Yad Vashem in Jerusalem bewahrt die Erinnerung an die sechs Millionen im Holocaust ermordeten Jüdinnen und Juden. Die Gedenk-, Forschungs- und Bildungseinrichtung dokumentiert ihre Lebensgeschichten und vermittelt Wissen über die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden.

Bereits am 23. Oktober 2013 unterzeichneten die KMK und Yad Vashem eine Vereinbarung zur länderübergreifenden Zusammenarbeit. Yad Vashem unterhält zudem Kooperationsabkommen mit allen 16 Ländern. Die neue Vereinbarung baut auf dieser Partnerschaft auf und entwickelt sie weiter.

Quelle: Sekretariat der Kultusministerkonferenz (KMK)

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Kommentare powered by CComment