Der Schriftsteller und Kunsthochschuldozent für Sprache Professor Oswald Egger wird mit dem Kulturpreis 2026 der Landeshauptstadt Kiel ausgezeichnet. Er erhält den mit 10.000 Euro dotierten Preis für sein umfangreiches Werk im Bereich der Lyrik.
Den mit 4000 Euro dotierten Förderpreis Kultur bekommt die Bildende Künstlerin Marie Gerbaulet, die an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel studiert. Die Ratsversammlung der Landeshauptstadt Kiel entschied am Donnerstag, 11. Dezember, über die Vergabe der Preise.
Der Kieler Kulturpreis wird seit 1952 Jahren verliehen, der Förderpreis Kultur zum siebten Mal. Überreicht werden die Preise traditionell in einer Festsitzung der Ratsversammlung am zweiten Sonntag der Kieler Woche.
Stadtpräsidentin Bettina Aust überraschte den künftigen Kulturpreisträger und die künftige Förderpreisträgerin telefonisch mit der guten Nachricht. Beide zeigten sich sehr erfreut. Professor Eggers Reaktion: „Ach, das ist ja ein Ding und eine große Überraschung.“
Lyriker Oswald Egger erweitert die Grenzen der Literaturproduktion
Der 1963 in Südtirol geborene und seit 2002 auf der Raketenstation Hombroich (Neuss) lebende Oswald Egger gilt aktuell als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Lyriker im deutschsprachigen Raum. Er studierte Literatur und Philosophie in Wien. 1993 erschien mit „Die Erde der Rede“ die erste größere eigenständige poetische Publikation. „Seine Werke sind geprägt von einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit Sprache, Klang, Bewegung und Textur“, heißt es in der Begründung des Ratsbeschlusses.
Egger wurde vielfach ausgezeichnet – unter anderem erhielt er 2024 den renommierten Georg-Büchner-Preis – und seine Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung würdigte, dass er „seit seiner ersten Veröffentlichung im Jahre 1993 die Grenzen der Literaturproduktion überschreitet und erweitert.“
In seiner Rolle als Dozent für Sprache und Gestalt an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel wirkt Oswald Egger seit 2011 prägend als Vermittler, Anstifter und Förderer eines freien und künstlerischen Umgangs mit Sprache, ihren Elementen und Ideen.
Marie Gerbaulet ist aktuell in Ausstellungen in Bonn und Kiel zu sehen
Die Kielerin Marie Gerbaulet ist eine herausragende junge Künstlerin und die erste Absolventin der Muthesius Kunsthochschule, die mit dem renommierten Bundespreis für Kunststudierende ausgezeichnet worden ist. Zurzeit (bis zum 4. Januar 2026) zeigt die Bundeskunsthalle Bonn Werke aller sieben Preisträger*innen 2025. Auch in der aktuellen Ausstellung zum Gottfried-Brockmann-Preis 2025 der Landeshauptstadt Kiel für junge Künstler*innen (bis zum 15. Februar 2026) ist Marie Gerbaulet vertreten. Zudem hat die 1994 geborene Künstlerin bereits weitere Auszeichnungen erhalten.
In der Begründung des Ratsbeschlusses heißt es: „Marie Gerbaulet ist eine Künstlerin, die durch ihre Arbeiten und Auszeichnungen nicht nur ihre individuelle Perspektive, sondern auch die zeitgenössische Kunstlandschaft bereichert. Ihr Schaffen ist ein einladender Raum für Reflexion und Entdeckung, der sowohl die Zerbrechlichkeit als auch die Stärke des menschlichen Daseins thematisiert.“
Über den Kulturpreis
Der mit 10.000 Euro dotierte Kulturpreis wird von der Landeshauptstadt Kiel alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Wissenschaftspreis und Innovationspreis vergeben. Erster Träger des Kieler Kulturpreises war 1952 der Maler Emil Nolde. Der Preis wird auf Vorschlag des Kultur- und Wissenschaftssenats für hervorragende kulturelle Leistungen vergeben. Als Preisträgerin folgt Prof. Oswald Egger auf die 2024 ausgezeichnete Schauspielerin Ellen Dorn.
2026 wird zum siebten Mal zusätzlich zum Kulturpreis der Förderpreis Kultur (Dotierung: 4000 Euro) verliehen, ebenfalls auf Vorschlag des Kultur- und Wissenschaftssenats. Der Preis wird vergeben an junge Menschen, die herausragende kulturell schöpferische Leistungen erwarten lassen. Erste Preisträgerin 2014 war die kanadische Tänzerin Victoria Lane Green vom Ballett Kiel, 2016 ging der Preis an den jungen Hornisten Lukas Meyerolbersleben, 2018 an die Hornistin Alison Balls, 2020 an den Filmregisseur Moritz Boll, 2022 an die Keramikerin Lena Kaapke und 2024 an den Violinisten Benjamin Günst.
Quelle: Landeshauptstadt Kiel

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