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Vom 05. bis 14. Februar findet auf Kampnagel zum zwölften Mal das Festival FOKUS TANZ statt. Zwei Wochen lang zeigt der Themenschwerpunkt aktuelle Produktionen internationaler und lokaler Choreograf*innen sowie Residenzshowings, Workshops und ein Battle. FOKUS TANZ macht sichtbar, wie vielfältig zeitgenössischer Tanz heute ist – als Kunstform, als Ausdruck zu gesellschaftlicher Fragen und als Ort gemeinsamer Erfahrung.


Verbindender Themenfokus
Im Mittelpunkt dieses Jahres steht der Körper als Träger von Emotionen, Erinnerungen und kulturellen Prägungen. Die Künstler*innen beschäftigen sich mit Themen aus Identität und Zugehörigkeit und zeigen, wie Tanz persönliche sowie kollektive Geschichten erzählen kann. Dabei werden bei den Choreografien vor allem Gefühle wie Wut und Verletzlichkeit sichtbar, aber auch der resultierende Weg zur Heilung und kollektive Selbstermächtigung.

Internationale Gastspiele
Ein Höhepunkt des Festivals ist die mit dem britischen Theater- und Musicalpreis Olivier Award ausgezeichnete Hip-Hop-Produktion BLKDOG von Botis Seva / Far from the Norm. Mit großer körperlicher Intensität setzt sich Seva mit inneren Konflikten, gesellschaftlichem Druck und der Suche nach Ausdruck auseinander. Sieben Darsteller*innen beschwören ihre inneren Qualen seit der Kindheit und nehmen die Besucher*innen mit auf den Weg zur Akzeptanz und Selbstfindung. Sevas Arbeiten (auch im Bereich Film) werden international gefeiert und zählen zu den prägendsten Stimmen des zeitgenössischen Tanzes.

Eröffnung von Enfant terrible der Seouler Tanzszene
Eröffnet wird FOKUS TANZ von der südkoreanischen Choreografin Eun-Me Ahn. In ihrer neuesten Arbeit POST-ORIENTALIST EXPRESS entwirft sie gemeinsam mit acht Tänzer*innen einen visuell opulenten und energiegeladenen Abend. Ausgehend von Bildern Asiens – von Mythen und Legenden bis hin zur Popkultur – macht Ahn gängige Klischees sichtbar, hinterfragt sie spielerisch und überzeichnet sie mit Humor. So entsteht augenzwinkernde Auseinandersetzung unserer Vorstellung von Tradition und Moderne und fordert diese raus.

Tage voller Premieren
In [GN-z33/6°] widmet sich Benson A’Kuyie der Frage, wie sich Wut, Ausgrenzung und Heilung in Bewegung übersetzen lassen. Die Performance verwandelt Erfahrungen von Isolation, Entfremdung und aufgestauter Wut in Bewegung, in der der Tanzstil Krump, Stimme und Erinnerung ineinandergreifen. Dabei werden marginalisierte Perspektiven sichtbar und schlagen neue Zukunftsbilder vor. Das Stück wird auf Kampnagel uraufgeführt.


ABÎMES ist die neuste Arbeit der gefeierten Choreografin und Tänzerin Linda Hayford, Co-Direktorin des CCN Rennes, assoziierte Künstlerin des CND Paris und eine der prägendsten Stimmen des Tanzstil Popping. Gemeinsam mit sechs Tänzer*innen entsteht eine dichte, atmosphärische Choreografie, in der Realität und Fantasie ineinanderfließen. Verwandlung wird zum zentralen Motiv – als Prozess des Werdens, des Loslassens und des gemeinsamen Neuentwurfs. Ausgehend von der Ästhetik des Shifting Pop erforscht die Arbeit den Stil als erzählerische Kraft und als Impuls für Verbindung. ABÎMES ist eine Koproduktion von Kampnagel und feiert Deutschlandpremiere.


Der in Hamburg lebende tamilische Choreograf Anand Dhanakoti verbindet in seiner neuesten Arbeit (auf Kampnagel ebenfalls als Uraufführung) das deutsche Wort »Atmen« mit dem Sanskrit-Begriff ĀTMÆN, der nicht nur Atem, sondern auch Seele und körperliche Erinnerungen meint. Für die Künstler*innen in Anands internationalem Team ist verschmutzte Luft in den Städten ihrer Herkunftsländer alltägliche Normalität; diese Körpererinnerungen bilden den Ausgangspunkt einer künstlerischen Spurensuche. Unter anderem Atemrituale aus Yoga und Kampfsportelemente aus Kalaripayattu werden genutzt, um auf den Missstand aufmerksam zu machen, wie im globalen Süden ein ökologisches Ungleichgewicht durch ausgelagerte Industrien entsteht.

Vernetzung und Einblicke
Ergänzt wird das Bühnenprogramm durch ein Showing vom House of Brownies, das Einblicke in aktuelle künstlerische Arbeitsprozesse gibt. Zudem kehrt das legendäre Krump Battle ROLL OF THE DICE von Queen & Aura zurück und bringt die Energie der Battle-Kultur auf die Bühne von Kampnagel. Das AD × KRUMP LAB bringt über einen Zeitraum von acht Tagen drei Audiodeskriptions-Autor*innen – darunter zwei blinde bzw. sehbehinderte Personen – und zwei Krump-Tänzer*innen zusammen, um eine Krumpspezifische Ästhetik der Audiodeskription zu entwickeln. Das OPEN STUDIO teilt die Ergebnisse dieses Labs öffentlich und schließt mit einem Publikumsgespräch.

Übersicht
POST-ORIENTALIST EXPRESS
EUN-ME AHN
05.–07.02.2026, 20 Uhr; Ort: k6

BLKDOG
BOTIS SEVA / FAR FROM THE NORM
05.–07.02.2026, 20:30 Uhr; Ort: k2

ĀTMÆN
ANAND DHANAKOTI & FRIENDS
05.–07.02.2026, 19:30 Uhr; Ort: k1

[GN-Z33/6°]
BENSON A’KUYIE
06.–07.02.2026, 19 Uhr; Ort: kmh

AD X KRUMP LAB
07.02.2026, 18 Uhr; Ort: k4

SHOWING: BODIES OF CEREMONY
HOUSE OF BROWNIES
08.02.2026, 18 Uhr; Ort: k4

ROLL OF THE DICE – KRUMP BATTLE
QUEEN & AURA
08.02.2026, 15.30 Uhr; Ort: k2

ABÎMES
LINDA HAYFORD
13.–14.02.2026, 20 Uhr; Ort: k1

Weitere Informationen unter: https://kampnagel.de/reihen/fokus-tanz-12

Quelle: Kampnagel Internationale Kulturfabrik GmbH. Internationales Zentrum für Schönere Künste

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