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50 Jahre nach den Olympischen Spielen in München wird 2022 ganzjährig an das Olympia-Attentat vom 5. und 6. September 1972 erinnert. Jeden Monat steht dabei ein Opfer im Mittelpunkt des Gedenkens. „Zwölf Monate - Zwölf Namen“ ist keine Ausstellung im klassischen Sinne. Es ist ein partizipatives, dezentrales Erinnerungsprojekt mit Kooperationspartner_innen aus München und Fürstenfeldbruck. Es sind verschiedene Interventionen im öffentlichen Raum geplant, von Installationen, die den ganzen Monat über zu sehen sind bis hin zu eintägigen Aktionen.

Konzipiert und koordiniert wird das Erinnerungsprojekt vom Jüdischen Museum München in Zusammenarbeit mit dem NS-Dokumentationszentrum München und dem Generalkonsulat des Staates Israel. 
Die Umsetzung erfolgt mit Kooperationspartner_innen wie dem Deutschen Theater München, der Stadt und dem Landkreis Fürstenfeldbruck, der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern – Fachbereich Polizei und dem Polizeipräsidium München sowie weiteren Kultur- und Bildungseinrichtungen und anderen Interessierten. 

Juli-September 
Das Jüdische Museum München erinnert im Juli mit einer Fassadeninstallation an den ermordeten Leichtathletiktrainer Amitzur Shapira.
„Zwölf Monate – Zwölf Namen“ erinnert im August 2022 mit einer Installation der Künstler_innen Saba Bussmann und Horst Konietzny an der Fassade des NS-Dokumentationszentrums München an den Olympia-Athleten Kehat Schor.
Museum und Stadt Fürstenfeldbruck erinnern im September an den Ringer Mark Slavin. 

Bis Dezember 2022 wird so jeden Monat die Erinnerung an die Opfer des Olympia-Attentats von 1972 thematisiert und damit gewährleistet, dass neben den geplanten Gedenkveranstaltungen im September 2022 das Gedenken ganzjährig präsent ist.
Das Jüdische Museum München begleitet das Erinnerungsprojekt zudem auf seinem Blog und auf seinen Social-Media-Kanälen unter dem Hashtag #OlympiaAttentat72.


01.-31.07.2022 | Installation am Jüdischen Museum München
Juli: AMITZUR SHAPIRA
Das Jüdische Museum München erinnert im Juli mit einer Fassadeninstallation an den ermordeten Leichtathletiktrainer Amitzur Shapira. Der Vater dreier Söhne und einer Tochter engagiert sich seit den Olympischen Spielen in Tokio 1964 als Trainer der israelischer Olympionik_innen. In München betreut er Israels größte Medaillenhoffnung Esther Shahamorov, die bis dato beste Läuferin in der Geschichte des Landes. Mit Shahamorovs Qualifikation für das Halbfinale im Hürdenlauf geht für Shapira ein Lebenstraum in Erfüllung. Doch noch bevor sie starten kann, werden er und seine Kollegen von den Terroristen des Olympia-Attentates 1972 überfallen. Amitzur Shapira wird getötet und Esther Shahamorov begleitet den Sarg ihres Trainers nach Israel statt ihren Wettkampf fortzusetzen.
Die Fassadeninstallation am Jüdischen Museum München stellt Amitzur Shapira als leiden-schaftlichen Sportler, Trainer und Familienmenschen vor.
Eine Installation des Jüdisches Museum München.

01.-31.08.2022 | Installation am NS-Dokumentationszentrum München 
August: KEHAT SCHOR
„Zwölf Monate – Zwölf Namen“ erinnert im August 2022 mit einer Installation der Künstler_innen Saba Bussmann und Horst Konietzny an der Fassade des NS-Dokumentationszentrums München an den Olympia-Athleten Kehat Schor. Schor war Nationaltrainer der israelischen Sportschütz_innen. Geboren in einem kleinen Dorf bei Iasy in Rumänien, überlebt er den Holocaust versteckt in den rumänischen Karpaten. Schon in seinem Geburtsland wird Schor zu einem bekannten Sportschützen, ehe er 1963 nach Israel auswandert und den Trainerposten übernimmt. Während der Olympischen Spiele in München 1972 wird er zusammen mit anderen israelischen Sportlern von palästinensischen Terroristen als Geisel genommen. Der Versuch deutscher Polizeikräfte, die Gefangenen auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck gewaltsam zu befreien, scheitert, und Kehat Schor stirbt an einer Schussverletzung. In einem Interview von 2014 berichtet seine Tochter, Michal Shahar Schor, über die belastende Situation für die Familie, die von der Geiselnahme aus dem Radio erfährt, und von offizieller Stelle zunächst beschwichtigt wird. Zitate aus diesem Interview sowie das Portrait Kehat Schors sind Teil der Installation am NS-Dokumentationszentrum. 
Eine Installation des NS-Dokumentationszentrums München.

01.09.-23.10.2022 | Museum Fürstenfeldbruck, Fürstenfeld 6b, 82256 Fürstenfeldbruck 

September: MARK SLAVIN 
Museum und Stadt Fürstenfeldbruck erinnern im September an den Ringer Mark Slavin. Eine Lichtinstallation und eine Informationsstele zu Mark Slavin vor dem Museum nehmen Bezug auf die Ausstellung „Olympia 1972“, die vom 29. Juli bis 23. Oktober 2022 im Museum/Kunsthaus Fürstenfeldbruck zu sehen ist. Mark Slavins größter Traum war es, Israel als Sportler bei den Olympischen Spielen in München vertreten zu dürfen. Er wuchs im sowjetrussischen Minsk auf und wurde mit 17 Jahren jüngster russischer Champion im griechisch-römischen Ringkampf. Aufgrund zunehmender antisemitischer Repressalien wanderte er im Mai 1972 nach Israel aus, wo er binnen weniger Wochen zur israelischen Olympiahoffnung wurde. Der 18jährige Ringer fieberte auf sein Olympiadebut hin, das für Dienstag, den 5. September 1972 angesetzt war. In den frühen Morgenstunden dieses Tages wurde Mark Slavin beim gescheiterten Versuch, die israelischen Geiseln auf dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck zu befreien, von den palästinensischen Attentätern erschossen. 
Eine Veranstaltung des Museum und der Stadt Fürstenfeldbruck.
 
Quelle: Jüdisches Museum München

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