Nach ihrer Einspielung von Brahms’ Klavierkonzert Nr. 2 und den Drei Intermezzi op. 117 widmen sich Francesco Piemontesi, Manfred Honeck und das Gewandhausorchester Leipzig erneut dem Werk des Komponisten.
Die vorliegende Aufnahme verbindet das Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll op. 15 mit den Sechs Klavierstücken op. 118 und stellt damit zwei Werke aus weit auseinanderliegenden Schaffensphasen einander gegenüber.
Francesco Piemontesi über Brahms‘ 1. Klavierkonzert
„Die Musik besitzt etwas Elementares: keinen eleganten klassischen Konzertbeginn, keine höfische Exposition, sondern einen eruptiven orchestralen Aufschlag. Die Pauken wirken wie tektonische Stöße, die tiefen Streicher bewegen sich in gewaltigen Wellen, darüber brechen die Akkorde der Bläser herein wie Naturgewalten. Es klingt nicht wie etwas kunstvoll Gemachtes, sondern eher wie Materie im Entstehen. Das Klavier erscheint dabei nicht als virtuoser Held, sondern eher als ein denkendes, empfindendes, ordnendes Bewusstsein in dieser riesigen Klangwelt. Manfred Honeck fügt dieser Brahms’schen „Genesis“ etwas Besonderes hinzu: Eleganz, Transparenz und einen langen symphonischen Atem.
Im Kontrast zum monumentalen Beginn des Konzerts scheint mir Brahms oft von einer norddeutschen Distanz geprägt. Doch gerade aus dieser Zurückhaltung entsteht eine eigentümliche Intensität, eine besondere Ehrlichkeit und Privatheit. Das spürt man etwa im zweiten Satz, aber auch in den Klavierstücken op. 118. Diese Musik wirkt auf mich zutiefst beseelt und persönlich. Je länger ich Brahms spiele, desto mehr habe ich das Gefühl, dass seine Musik nicht beeindrucken will, sondern wahr sein will.“
Über Francesco Piemontesi
Sensibilität und Poesie, Ausdruckskraft und Brillanz, dazu außergewöhnliche technische Fähigkeiten machen den Tessiner Pianisten Francesco Piemontesi zu einem der spannendsten Musiker unserer Zeit. „Musizieren ist für mich wie eine zweite Sprache. Es fühlt sich an wie eine existenzielle Notwendigkeit. Ich will das Publikum nicht unterhalten, ich will es an den Tiefendimensionen der Musik teilhaben lassen.“
Offensichtlich versteht man seine Sprache weltweit: Als Solist gastiert er bei den Spitzenorchestern rund um den Globus und ist gern gesehener Gast bei den Festivals von Salzburg bis zu den BBC Proms.
Francesco Piemontesi: Brahms Project II
Gewandhausorchester Leipzig | Leitung: Manfred Honeck
Label: Pentatone
VÖ 11. September 2026
Weitere Informationen (Francesco Piemontesi)
Johannes Brahms, Klavierkonzert Nr. 1 op. 15
Piano Concerto No 1 in D Minor Op 15 I Maestoso
Piano Concerto No 1 in D Minor Op 15 II Adagio
Piano Concerto No 1 in D Minor Op 15 III Rondo Allegro non troppo
Johannes Brahms, Sechs Klavierstücke op. 118
Six Piano Pieces Op 118 I Intermezzo in A minor
Six Piano Pieces Op 118 II Intermezzo in A Major
Six Piano Pieces Op 118 III Ballade in G Minor
Six Piano Pieces Op 118 IV Intermezzo in F Minor
Six Piano Pieces Op 118 V Romance in F Major
Six Piano Pieces Op 118 VI Intermezzo in E flat Minor
Auswahl nächster Konzerte
13.09. | Zürich Tonhalle | Rezital, Schubert und Liszt
16.09. | Musikfest Berlin | DSO & Young | Beethoven 5
24.09. | Trieste | Orchestra della Teatro Verdi & Koopman | Mozart 25
10.10. | Katowice | BBC Symphony & Oramo | Brahms 2
11.10. | Warschau | BBC Symphony & Oramo | Dvořák
04.+06.11. | Bern | Berner Symphonieorchester & Urbanski | Brahms 1
05.11. | Genf | Berner Symphonieorchester & Urbanski | Brahms 1
12.+13.11. | Stockholm | Swedish Radio Symphony & Harding | Schönberg
18.+19.11. | Oslo | Oslo Philharmonic & Honeck | Brahms 1
20.11. | Lyon | | Rezital, Schubert und Liszt
03.+06.12. | Hamburg | NDR Elbphilharmonie Orchester & Luisi | Dvořák
10.12. | Lugano | Orchestra della Svizzera Italiana & Bignamini | Brahms 2
20.+21.01. | Basel | Sinfonieorchester Basel & Capuçon | Beethoven 5
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