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Mozart: Symphonien Nrn. 40 und 41

Wie mag es geklungen haben, als Mozarts Werke zeitgenössische Musik waren – modern, aufregend, überraschend, kühn im Umgang mit Traditionen, provokant im Spiel mit Konventionen und Brüchen? Vielleicht ganz so, wie das Ensemble Anima Eterna Brugge unter seinem Inspirator Jos van Immerseel 2001 die beiden letzten Mozart-Symphonien eingespielt hat: die große g-Moll-Symphonie Nr. 40 und die übergroße in C-Dur Nr. 41, der man später mit dem Beinamen „Jupiter-Symphonie“ Respekt zollte. Verdienstvoll, dass Outhere Music diese Aufnahmen jetzt neu vorlegt.

 
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Robert Schumann: Album für die Jugend

Pianist Florian Uhlig spielte im Jahr 2013 in London ein Album ein, auf dessen Cover „Für die Jugend“ steht. Es ist die sechste Scheibe von fünfzehn der Gesamtaufnahme der Klavierstücke.
Ein Album für die Jugend? Das ist erklärungsbedürfig, denn die CD ist zudem noch in zwei Abteilungen geteilt: „Für Kleinere“ und „Für Erwachsene“.

 
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Berlin Comedian Harmonists

Es gibt Dinge, an die soll man nicht rühren. Den vertrauten Wortlaut von Grimms Märchen, Luthers Bibelübersetzung, die alten Stones-Platten, das Rezept für die Weihnachtsgans. Das muss so sein wie früher. Man malt der Mona Lisa ja auch nicht ohne Not einen Schnurrbart. Und es ist kaum zu hoch gegriffen, die Original-Aufnahmen der Comedian Harmonists aus den 1920er- und 30er-Jahren in diese Ränge einzusortieren. Sie zählen längst zum schützenswerten Kulturgut, von den kleinsten und gemeinsten Albernheiten bis zu den ganz großen Gefühlen.

 
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Robin Johannsen singt Caldara

Ein Album voller Entdeckungen und Überraschungen: Die erste Solo-CD der amerikanischen Sopranistin Robin Johannsen – sie singt ab dem 25. Mai an der Hamburger Staatsoper die „Almira“ in Händels gleichnamigem Bühnenerstling. Begleitet wird sie von der Academia Montis Regalis unter Alessandro de Marchi, der in Hamburg als Experte für das Barockfach im Einsatz ist. Die beiden haben in den Bibliotheken Werke von Antonio Caldara (1670-1736) ausgegraben und unter dem Titel „In dolce amore“ drei Solokantaten des gebürtigen Venezianers und sieben Arien aus seinen Opern aufgenommen – allesamt Ersteinspielungen. Sie handeln von der Liebe und all ihren Emotionen. Und sind sämtlich kleine Juwelen der Barockmusik, in der Komposition ebenso wie in dieser Interpretation.

 
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Hengelbrock dirigiert Mahlers Erste

Mysteriös, aus einem flimmernden Nichts beginnt der erste Satz von Gustav Mahlers 1. Symphonie. Dann tönt aus der Ferne eine Hörner-Fanfare, die bald von den Trompeten ein Spürchen klarer aufgenommen wird. Es ist der Beginn einer Traumgeschichte, die Mahler-Biograph Jens Malte Fischer „die kühnste symphonische Visitenkarte der ganzen Musikgeschichte“ genannt hat. Mahler hat lange mit diesem Werk gerungen, hat es immer wieder umgeschrieben, retuschiert, sogar einen ganzen Satz – den zweiten - mehrfach hinein genommen und wieder daraus gestrichen. Jetzt legt das NDR-Sinfonieorchester mit seinem Chefdirigenten Thomas Hengelbrock eine dieser Zwischenfassungen vor: die 1893 während Mahlers Zeit als Erster Kapellmeister am Hamburger Stadttheater erstmals gespielte fünfsätzige, ausgesprochen selten aufgenommene „Hamburger Fassung“.

 
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Richard Strauss: Vom Wind gespielt – Blaesersonatinen

Pünktlich zum Jubiläumsjahr – der Geburtstag von Richard Strauss jährt sich zum 150. Mal – sprießen die Musikangebote mit bekannten und unbekannten Stücken aus dem Presswerkboden. Man muss schon genau hinsehen und vor allem hören, um die feinen Kostbarkeiten herauszufiltern. Mir hat, ehrlich gesagt, der Titel einer CD namens „Wind Sonatinas“ gefallen und die Vorstellung, dass der Wind jenes Notenkonstrukt zum Klingen bringt, das Strauss sein ganzes Leben lang begleitete.

 
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Beethoven: Departure – Utopia. Symphonies Nos. 1 & 7

Seit 2006 ist Kent Nagano – ab 2015 der neue Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper – Music Director des Orchestre Symphonique de Montréal (OSM). Acht prägende Jahre mit Kanadas bestem Orchester, denen mindestens sechs weitere folgen werden. Ein Herz- und Vorzeigestück der Aufnahmetätigkeit dort ist – neben Werken von Gustav Mahler, Skrjabin und Rachmaninoff – sein Zyklus aller neuen Beethoven-Symphonien geworden, in dem er für die symphonischen Werke Themen findet, sie manchmal mit anderen Werken klug zusammenbindet. Zur Neunten als Solitär heißt es da „Human Misery – Human Love“, zur Dritten gesellen sich unter dem Motto „Gods, Heroes And Men“ die „Geschöpfe des Prometheus“, die Sechste und Achte stehen unter dem Leitmotiv „In The Breath of Time“ gemeinsam mit der „Großen Fuge“.

 
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C.P.E. Bach: Concertos - Symphonies

Ein hübscher Kontrast ist das, was die Berliner Barock Solisten da auf ihrer CPE-Bach-CD versammelt haben: zwei Bläserkonzerte (Flöte, Oboe) aus den Berliner „Galeerenjahren“ am Hof Friedrichs II., eines königlichen Flötisten von begrenzter Neuerungsneigung. Und zwei der Hamburger Symphonien, für die sich Baron van Swieten, der Auftraggeber, von Carl Philipp Emanuel Bach größte künstlerische Freiheit ausgebeten hatte.

 
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Quatuor Ebène: Brazil

Genre-Grenzen hat das französische Quatuor Ébène immer wieder gern überschritten, seit es 2004, fünf Jahre nach seiner Gründung, beim Internationalen ARD-Musikwettbewerb den Ersten Preis, den Publikumspreis und noch drei weitere Auszeichnungen abräumten. Es war der Durchbruch in eine internationale Karriere.

 
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Tschaikowsky: Eugen Onegin aus der Met

Die Metropolitan Opera in New York hat die Nase weit vorn, wenn es um’s globale Marketing geht. Kinos in aller Welt bringen Live-Übertragungen von dort auf ihre Leinwände, Fernsehstationen senden, und ein weiteres Puzzle-Teil sind die DVDs, auf denen zum Beispiel die Opening Nights verfügbar gemacht werden.

So wie jetzt Tschaikowskys „Eugen Onegin“, dessen aktuelle Inszenierung die Saison 2013/14 eröffnete – der TV-Mitschnitt ist jetzt im Programm der Deutschen Grammophon veröffentlicht. Große Besetzung, natürlich: Mariusz Kwiecin singt den Onegin, der aus der großen Welt auf das verschlafene Landgut der Larinas fällt, Piotr Beczala seinen Freund Lenski, am Pult steht der Valery Gergiev und die Rolle der Tatjana hat Anna Netrebko übernommen – ein halbes Jahr nach ihrem fulminanten Rollendebüt an der Wiener Staatsoper.

 
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Akademie für Alte Musik - Kristof Fischer

Das Verfolgen von Entwicklungslinien der Musikgeschichte ist meist unspektakulär.  Zwei neue CD-Veröffentlichungen zeigen nun, wie spannend  es sein kann, wenn die Großen unter den Komponisten sich mit den Ideen  früherer Generationen auseinandersetzen.

Ein hübsches Märchen der Musikgeschichte ist, dass die großartige Musik Johann Sebastian Bachs nach dessen Tod im Jahr 1750 einem nahezu flächendeckenden Vergessen anheim fiel. Erst 1829, mit der legendären Wiederaufführung der Matthäuspassion unter der Leitung des damals gerade 20 Jahre alten Felix Mendelssohn Bartholdy habe langsam eine Bach-Renaissance eingesetzt.

 
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Trialog – Music For The One God

Das Pera Ensemble, bestehend aus Mehmet C. Yeşilçay (musikalische Leitung), Francesca Lombardi Mazzulli (Sopran), Valer Barna-Sabadus (Countertenor) und als Gast Ahmet Özhan (Gesang) hat kürzlich eine CD herausgebracht, die „Gesänge aus dem Christentum, Islam und dem Judentum – friedlich miteinander vereint“. So ist der Wunsch, der auf dem Cover gedruckt steht. Eine sicherlich gute Absicht, aber das Ergebnis ist nicht umfassend überzeugend, weil nicht zukunftsweisend.

 
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Zugaben müssen für gewöhnlich vom Publikum am Ende eines Konzertes erklatscht werden. Das, was außerhalb des Konzertprogramms steht und als Überraschung zusätzlich gespielt wird oder jenes Stück, worauf das jeweilige Publikum besonders reagiert wird wiederholt.

Die Zugabe (Encore, in englischer Sprache) interpretiert die US-amerikanische Violinistin Hilary Hahn anders, aufwändiger, geplanter und anspruchsvoll. Nichts destotrotz – ein überraschendes Moment ist garantiert, wenn man die beiden CDs anhört, die die Deutsche Grammophon kürzlich auf den Markt brachte.

 
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Nikolai Tokarevs - Hommage an den großen Horowitz

Der junge russische Pianist Nikolai Tokarev kann mit seinen 31 Jahren schon auf eine fulminante Karriere zurückblicken: früher Konzert-Ruhm, Preise in gewichtigen Wettbewerben. Und allerfeinste Kritiken, die immer wieder seinen packenden Zugriff aufs Repertoire, seinen jugendlichen Elan, seine enorme und sein energiegeladenes Spiel, seine energische Attacke hervorheben.
Natürlich hat so einer keine kleinen Vorbilder, trotzdem zeugt es von Mut, ein Album „Homage to Horowitz“ zu nennen – das legt die Messlatte sehr hoch. Doch Aufnahmen des legendären Klavier-Superstars des vergangenen Jahrhunderts habe Tokarev immer wieder bei seinen Eltern gehört, er sei quasi mit ihnen aufgewachsen.

 

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