Kultur Blog
- Details
- Geschrieben von: Anna Grillet -

„Whiplash” erzählt vom perfiden Kampf um Perfektion, von Kunst, Obsessionen, Machthunger, Verzweiflung und Gewalt. Dem amerikanischen Regisseur Damien Chazelle ist eines der ungewöhnlichsten Musikerdramen der letzten Jahrzehnte gelungen: beängstigend, herzzerreißend, elektrisierend.
Der 19jährige Andrew Neiman (Miles Teller) ist Jazz-Schlagzeuger. Er studiert in New York am renommiertesten Konservatorium des Landes und träumt von einer großen Karriere. Sein Vater ist als Schriftsteller gescheitert, so etwas darf ihm nie passieren. Mittelmäßigkeit verachtet der ehrgeizige junge Drummer. Eines Nachts überrascht ihn Terence Fletcher (J.K. Simmons) beim Üben. Der Dirigent und Lehrer wird verehrt wie gefürchtet, der scheue Andrew kann sein Glück kaum fassen, als ihn der bekannte Künstler in die Jazzband des Konservatoriums aufnimmt. Er ahnt nicht, was ihn erwartet.
- Details
- Geschrieben von: Mirjam Kappes -

Starpräsenz, Gala-Premieren und ein über 400 Filme starkes Programm: Die 65. Ausgabe der Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) legt einen gewohnt starken Auftritt hin. Aber was bleibt nach elf Festivaltagen hängen? Ein Rückblick.
Pünktlich zum Startschuss am 5. Februar machen wir uns auf den Weg zur Berlinale, im Gepäck das dicke Programmheft und einen Haufen guter Ratschläge: Nicole Kidman, James Franco und Werner Herzog könne man bei der Premiere von „Queen of the Desert“ erwischen, für Terrence Malicks „Knight of Cups“ haben sich Nathalie Portman und Christian Bale angekündigt, und zum Eröffnungsfilm „Nadie Quiere La Noche“ (Nobody Wants the Night) ist Hauptdarstellerin Juliette Binoche vor Ort.
- Details
- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Hamburgs derzeit aufregendstes Kunstprojekt steht auf Kampnagel: Die „EcoFavela Lampedusa Nord“. Ein Besuch bei den Flüchtlingen, die in dem „temporären Aktionsraum“ ihr Refugium gefunden haben.
„Come in, please!“ Lächelnd schiebt Ali Mosess den Vorhang beiseite und gibt den Blick frei auf einen langgestreckten Begegnungsraum mit großem Tisch und zwei Bänken. Er ist leer an diesem nasskalten Januartag. Später werden noch Künstler und ein paar „Lampedusas“ eintreffen, um hier die nächsten Aktivitäten zu besprechen und gemeinsam zu kochen. Von dem dielenartigen Raum gehen eine kleine Küche, sowie eine Reihe winziger Rückzugs- und Arbeitsräume ab.
- Details
- Geschrieben von: Thomas Janssen -

Zwei Ausstellungen in Berlin über Terrorismus sparen die Gegenwart aus: „Die Roten Khmer und die Folgen“ und „RAF – Terroristische Gewalt“.
Terreur. Terror. Dschihadismus. Natürlich gibt es Verbindungen. Von den Roten Khmer zum Islamischen Staat. Nicht an der Oberfläche, nicht direkt. Doch mindestens entlang zweier Linien. Sie verlaufen auch über Deutschland.
Im Zentrum der einen, einer praktischen, steht der palästinensische Terrorismus, einer der Wegbereiter für den islamistischen Terror und für die radikale Linke nach 68 ein gemeinsamer Nenner zwischen ihrem als Antizionismus notdürftig getarnten Antisemitismus und der Bewunderung für als emanzipatorisch halluzinierte 3. Welt-Regimes antikolonialistischer Prägung wie dem der Roten Khmer. Solidarität, kitschte man damals über Gegenteiliges hinweg, sei „die Zärtlichkeit der Völker“. Die andere Verbindung ist ideologisch: die Verweigerung der Erkenntnis, dass aus dem „krummen Holz der Menschheit noch niemals ein gerades Ding gemacht wurde“ (Kant).
- Details
- Geschrieben von: Anna Grillet -

Der französische Spielfilm “Sehnsucht nach Paris” von Regisseur Marc Fitoussi ist eine bezaubernde Fabel über die Tücken der Ehe.
Ein Hommage an die romantisch ironischen US-Komödien der Vierziger Jahre wie “Die Nacht vor der Hochzeit” mit Cary Grant und Katharine Hepburn.
Brigitte (Isabelle Huppert) war immer schon etwas kapriziös, eine Träumerin. Grade deshalb verliebte sich Xavier (Jean-Pierre Darroussin) damals auf der Landwirtschaftsschule in sie. Noch heute erzählt er gern Freunden beim Abendessen von jener Studentin, die nach ihrem Berufswunsch gefragt, mit großem Ernst antwortete: „Schäferin”. „Ma petite bergère”, der Kosename ist geblieben.
- Details
- Geschrieben von: Hans-Juergen Fink -

Geglückte Ausgrabung: An der Hamburgischen Staatsoper wird in „La Fanciulla del West“ vorgeführt, wie Puccini für seinen Italowestern die Opernmusik von der Sängerbegleitung zum eigenständigen, die Handlung vorwärtstreibenden Element, fast schon zur Filmmusik werden lässt. Ein spannendes Stück, überzeugend inszeniert.
„La Fanciulla del West“, das ist eine Oper wie ein Western. Goldgräber, Gangster, der Sheriff und die resolute Saloon-Lady des „La Polka“ - sie alle sind aus ihrer früheren Welt gefallen, haben sich vom Lockruf des Goldes anziehen lassen und träumen nun im winterlichen Kalifornien von der alten Heimat, vom großen Geld, von der großen Liebe. Der Italiener Giacomo Puccini hat das Western-Sujet nach seinen Welterfolgen „La Bohème“, „Tosca“ und „Madama Butterfly“ geschrieben.
- Details
- Geschrieben von: Horst Schinzel -

Die erste Ausstellung des Jahres im Kieler Stadtmuseum Warleberger Hof steht im Zeichen des Universitäts-Jubiläums. Sie wird bis zum 7. Juni gezeigt.
Im Januar 1965 wurde mit dem Aufbau einer Sammlung der Grundstein für ein stadtgeschichtliches Museum in Kiel gelegt. Es sollte im Warleberger Hof seine Heimat finden, der im selben Jahr durch die Stadt Kiel von der Christian-Albrechts-Universität erworben wurde. Aus diesem Anlass feiert das Kieler Stadtmuseum in diesen Tagen sein 50-jähriges Jubiläum mit der Eröffnung einer Sonderausstellung zur Kieler Museumsgeschichte.
- Details
- Geschrieben von: Anna Grillet -

Regisseur Bennett Miller inszeniert sein fesselndes Ringer-Melodram als düsteres verstörendes Psychogramm der amerikanischen Gesellschaft. Grandios: Steve Carell in der Rolle des exzentrischen machthungrigen Mäzens John du Pont.
Der Film beruht auf wahren Begebenheiten: 1984 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles gewann Freistil-Ringer Mark Schultz („Channing Tatum, „Magic Mike”) genau wie sein älterer Bruder Dave (Mark Ruffalo, „The Avengers”) eine Goldmedaille für die USA.
- Details
- Geschrieben von: Claus Friede -

„Aller guten Dinge sind drei“ heißt es – in dem folgenden Fall waren bereits eins und zwei guter Ding und sehr erfolgreich und drei sollte als Potenz für viele weitere stehen.
Die Rede ist von der dritten Auflage des „Valletta International Baroque Festivals“, das soeben in Maltas Hauptstadt Valletta zu Ende gegangen ist. Das Festival passt wie ein Maßanzug zu Ort, Zeit und Raum, denn Valletta ist barock pur. 1566 gebaut bildet sie – mit ein paar wenigen Ausnahmen – ein vollkommen erhaltenes und authentisches Stadtensemble jener Epoche und ist zu Recht UNESCO Weltkulturerbe. Sie war nach Fertigstellung eine der schönsten und zugleich wehrhaftesten Städte Europas. Bis heute hat sie an Schönheit und Charme wenig eingebüßt.
- Details
- Geschrieben von: Hans-Juergen Fink -

Im Jahr 2000 komponierte Tan Dun seine „Water Passion after St. Matthew“ – als moderne Multikulti-Hommage an den Passions-Großmeister Johann Sebastian Bach. Jetzt dirigiert er das Werk in Hamburg zur Eröffnung des Elbphilharmonie-Festivals „Lux Aeterna“ und ein zweites Mal in Lübeck.
Der Klang kommt aus dem Nichts, einer neuen Schöpfung gleich, Wasser und Wind, ewige Klänge der Natur. Wasser und Naturklänge ziehen sich bei Tan Duns „Water Passion“ durch die von ihm ausgewählten und erweiterten Szenen der Passionsgeschichte – Christi Taufe im Jordan, die Versuchung in der Wüste, das Abendmahl, Gebet und Gefangennahme auf dem Ölberg, ein Gesang der Steine, das Volk, das Barrabas befreit und Jesus gekreuzigt sehen will, den Tod und das Erdbeben. Und am Ende symbolisiert das Wasser in klanglicher Spiritualität die Auferstehung.