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Till Brönner

Baba-bäää, baba-bo-bääääbää – die Trompete ist unverkennbar, der smoothe und doch intensive Sound auch. Till Brönner legt mit „The Good Life“ sein neues Album vor.
Songklassiker hat er in Kalifornien aufgenommen, in denen er Leichtigkeit und starke Gefühle gleichzeitig fand. Keiner davon wirkt aufgewärmt, von Tradition oder musikalischem Zierrat belastet. Sie klingen einfach super-entspannt und gut.

Nur ganz selten schimmert tatsächlich durch, dass es Sinatra-Songklassiker sind. Wo man es erkennt, denkt man: Wirklich? Denn bei Brönner bekommt jeder dieser Songs etwas Eigenes, und das strahlt und glänzt in der Sonne, viel mehr als die Erinnerung an die alte Fassung. Seine Trompete schmeichelt und gurrt dabei, verführt und kickt, bringt heitere Momente zum Strahlen.

Und nicht allein er beweist seine Klasse. Mit dabei bei dieser Produktion: John Clayton (bass)und Jeff Hamilton (drums), deren perfekt intoniertes, lässiges Spiel den 13 Titeln eine besondere Note gibt. Selbst Hamiltons Schneebesen, der sacht das Schlagzeug streichelt, scheint jeden Takt in ein neues Gewand zu kleiden. Exzellente Ergänzungen liefern Gitarrist Anthony Wilson und Pianist Larry Goldings. Letzterer sticht der vor allem dann hervor, wenn er frisch und keck in Dialog mit Brönners Trompete zu agieren scheint.

Till Brönner  The Good LifeDass Brönner auch auf dieser CD singt, mag nicht überraschen. Das hat er schon öfter getan. Meine Sympathie hat er – andere vermochten seiner Stimmlage und Intonation bisher nicht so viel abzugewinnen. Diesmal bringt er eine neue Nuance hinein, indem er versucht, „Stimme und Trompete überhaupt nicht mehr zu trennen“. Beides taucht im Wechsel im gleichen Song auf: unaufgeregt, nicht imitiert wirkend – es fließt einfach so. Am besten klingt das ganz zum Schluss. „In the Wee Small Hours of Morning“ macht Brönner mit minimal tieferer Stimmführung zu einem hörenswerten Klassiker – ohne Schnörkel, ohne überbordende Moderne, einfach sacht perlend, leicht schillernd, Gentlemen-like. Hängematten-geeignet!

Mein Fazit: Ein heiteres Spiel in sonnendurchflutetem Ambiente – es hinterlässt den Hörer unglaublich relaxt und wirkt doch gleichzeitig kraft- und gefühlvoll. Alles in allem sehr stimmig, sehr lässig. Die Spätsommerabende – von denen wir hoffentlich noch ein paar kalifornisch-sonnige bekommen – sind mit dieser Scheibe gerettet. Klasse!

Till Brönner: The Good Life
Anthony Wilson, Larry Goldings, John Clayton, Jeff Hamilton
CD / Doppelalbum LP
Label: Masterworks / Sony Music
EAN: 0888751872028

Ab 1. November 2016 geht Brönner auf Tour mit „The Good Life“.
Till Brönner - The Good Life (Trailer)
Till Brönner - The Good Life (Paroles)


JazzMe - In Kooperation mit Christoph Forsthoff, Sabine Meinert, Sven Sorgenfrey und Willy Theobald. Weitere CD-Kritiken, Interviews und Informationen aus der Welt des Jazz unter AboutJazz.


Abbildungsnachweis:
Headerfotos: Ulla Lommen, Andreas Bitesnich (PR)
CD-Cover

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