Kultur Kolumne
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- Geschrieben von: Claus Friede -

Der Roman „The Bride of Lammermoor“ (1819) aus der Reihe „Tales of My Landlord“ des schottischen Schriftstellers Sir Walter Scott (1771-1832) diente als Vorlage für die Oper „Lucia di Lammermoor“ des Belcanto-Komponisten Gaetano Donizetti (1797-1848).
Sie wurde – wie häufig damals – durch Überarbeitung, gleich zwei Mal uraufgeführt: 1835 im Teatro San Carlo in Neapel als auch 1839 als französische Version in Paris. Das Libretto stammt von Salvadore Cammarano (1801-1852), der ebenfalls in Neapel arbeitete und der in glücklich fügender Weise immer wieder mit dem Schnell- und Vielkomponisten Donizetti kooperierte. Letzterer brachte es in seiner überschaubaren Schaffensperiode von 30 Jahren auf nachweislich 71 Opern!
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- Geschrieben von: Hans-Juergen Fink -

Begonnen hat alles 2005 mit einem heimeligen Weihnachtskonzert in der mittelalterlichen Odensala-Kirche in Nils Landgrens schwedischer Heimat. Das Ereignis ist auf DVD festgehalten („Christmas Concert with my friends“), sie erschien wie die CD 2006 zur ersten Tour – jedes Konzert eine besinnliche Fermate im hektischen Weihnachtstrubel und weihnachtliche Musik, die nicht auf süßlichen Xmas-Kitsch setzte, sondern auf feinen, leisen Kammer-Jazz.
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- Geschrieben von: Fee Isabelle Lingnau -

Das ist ein Roman, über den man reden muss! Beim Lesen. Nach dem Lesen. Beim Denken. Und wieder Lesen.
Mit Freunden vielleicht sogar zusammen lesen. Denn Jürgen Neffes „Mehr als wir sind“ zielt in all seinen vielen Schichten aufs Wesentliche. Und es muss ein Heidenspaß sein, gemeinsam den Wirklichkeiten der Erzählung zu folgen. Schon allein ist es ein Genuss.
Den Inhalt gibt der Klappentext an mit der Lebensgeschichte eines Chemielaboranten, der ein Elixier entdeckt, das Schlaf überflüssig und die Konsumenten statt dessen kreativer, ausdauernder und attraktiver macht. Erzählt werde aus einer fernen Zukunft durch einen Biographen. Und die Welt gerate zusehends aus den Fugen.
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- Geschrieben von: Hans-Juergen Fink -

Bachs große Passionen nach Matthäus und Johannes, die h-Moll-Messe und 18 CDs mit Bach-Kantaten hat Sigiswald Kuijken schon eingespielt – mit seinem Originalklang-Ensemble „La Petite Bande“ und auch in den Chorpartien solistisch besetzt. Rechtzeitig zu Wehnachten hat Kuijken nun Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“ veröffentlicht. Es ist eine großartige Aufnahme, die Maßstäbe setzt.
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- Geschrieben von: Hans-Juergen Fink -

Schon zum dritten Mal in diesem Jahr zeigt der „KlassikKompass“ nach Perm, der russischen Millionenstadt im Ural-Vorland, mehr als 1.000 Kilometer nordöstlich von Moskau. Diesmal wegen „Così fan tutte“ – wieder eine Mozart-/da Ponte-Oper – mit der der dortige Theaterchef Teodor Currentzis international von sich reden macht. Seine zweite nach „Le Nozze di Figaro“ im Februar. Und nach einem kürzlich erschienenen großartigen Rameau-Best-of-Album.
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- Geschrieben von: Harry Popow -

Es ist ein Geschenk für alle, die Geschichte ernst nehmen und ernsthaft nach den Ursachen von Kriegen, speziell der Deutschen Schuld am zweiten Weltkrieg, fragen.
Kein Geringerer als Kurt Pätzold hat nunmehr im PapyRossa Verlag auf 143 Seiten einen Abriss über die Geschichte des Zweiten Weltkrieges vorgelegt. Ein Geschenk deshalb, weil die Ursachen sowohl des Ersten als auch des Zweiten Weltkrieges weitgehend umgangen werden. Der Autor kommt damit, wie er schreibt, dem „Bedürfnis nach gedrängter erste Orientierung ermöglichender Literatur“ der jüngsten Generation entgegen. Das umso mehr, da es „noch immer unterschiedliche, teils konträre Sichten auf den Krieg, namentlich auf seine Vorgeschichte gibt.“
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- Geschrieben von: Sven Sorgenfrey -

Jean-Marie Machado, Wahlfranzose mit portugiesisch-italienischen Wurzeln, gehört zu denjenigen Musikern, die verschiedene Genres zu einem einzigartigen Personalstil verschmelzen. Als Pianist hat er sich zunächst in diversen Jazzformationen bewährt. Seit einigen Jahren bezieht er sich stärker auf andere musikalische Traditionen.
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- Geschrieben von: Claus Friede -

Claudio Monteverdi (1567-1643) gehört zu den namhaftesten Komponisten der Übergangszeit von der Renaissance zum Barock. Kaum ein anderes Werk des 17. Jahrhunderts hat solchen Eingang in die heutige Musikpraxis gefunden. Die Marienvesper wurde um 1610 veröffentlicht, also etwa drei Jahre nach seiner bedeutenden Oper „L’Orfeo“. Sie wurde am Hofe von Mantua erarbeitet und besteht aus einem Invitatorium, fünf Psalmen, einem Hymnus und einem Magnificat, in Lateinischer Sprache und wurde Papst Paul V. gewidmet.
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- Geschrieben von: Hans-Juergen Fink -

Am 8. Juni 1937 wird in der Oper in Frankfurt/Main eine neue Musiktheater-Produktion uraufgeführt: „Carmina Burana. Cantiones profanae cantoribus et choris cantandae comitantibus intrumentis atque imaginibus magicis“ (übersetzt: Carmina Burana. Weltliche Kantaten für Sänger und Chöre begleitet von Instrumenten und magischen Bildern). Carl Orffs Werk wird die ganze Welt erobern. Jetzt hat es der Originalklang-Sucher Jos van Immerseel neu eingespielt.
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- Geschrieben von: Hans-Juergen Fink -

Über die unschöne Sitte, hohe Männerstimmen durch schnelle Schnitte zu produzieren, ist die Musikgeschichte glücklicherweise schon lange hinweg gegangen. Aber wenigstens eine Ahnung davon, für welche Stimmen Händel oder Vivaldi ihre schönsten Opernarien geschrieben haben, kann man auch heute noch haben, seit sich verstärkt Sänger auf das hohe Kopfstimmenregister, das Falsett, konzentrieren, mit dem sie nach oben über die Alt- und sogar bis in die Sopranlage vordringen können.
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- Geschrieben von: Sven Sorgenfrey -

Da geht die Sonne auf: Es rappelt ein wenig, ein paar einleitende Akkorde und schon gehts los; in Musik gegossene Lichtreflexionen, ein einziges Glitzern wie Sonne auf gekräuseltem Wasser. Karlzon lässt perlen – ein bisschen wie Lyle Mays. Das Stück liegt in Sound, Stimmung und Charakter sehr nahe an den Klassikern der Pat Metheny Group. Man erwartet jeden Moment das notorische Gitarrensynthesizer-Quaken des blauweißgeringelten Grinsemanns.
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- Geschrieben von: Claus Friede -

„Den Anstoß für mein neues Album“, sagt die argentinische Cellistin und mehrfache Echo Klassik-Preisträgerin Sol Gabetta, „war das titelgebende Stück „Prayer“ von Ernest Bloch, das ich häufig als Zugabe spielte. Es löste beim Publikum jedes Mal eine Ergriffenheit und Betroffenheit aus, denn es ist sinnlich und besinnlich zugleich.“
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- Geschrieben von: Fee Isabelle Lingnau -

Lene hört man gern zu. Obwohl man doch liest. Und das ist die große Kunst, die Dagmar Seiferts „Friedensnacht“ so lesenswert macht!
Die 16-jährige Lene ist die Erzählerin der Novelle – sie erzählt in reinstem hamburgischen Hochdeutsch wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Sie zitiert Freunde, ihren Bruder und die ungeliebte Stiefmutter. Dabei trifft sie offenbar den Ton sehr genau: Die Charaktere schärfen sich vor allem durch ihre Sprache. Der „plietsche“, klare Johnny Behrens, der Arbeiterjunge, der Dank großer Unterstützung aufs Gymnasium durfte – man meint ihn sofort zu kennen. Auch wenn sie nicht beschrieben sind, der Junge hat Ecken und Kanten. Die Figuren haben Tiefe, die auch hinter einem kurzen Auftritt spürbar ist.
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- Geschrieben von: Hans-Juergen Fink -

Sie kennen sich seit Kindertagen in Buenos Aires, doch zusammen Klavier gespielt haben sie selten. Jetzt gibt es den faszinierenden Mitschnitt ihres gemeinsamen Recitals in der Berliner Philharmonie vom April 2014. Dazu: Carlos Kleibers „Lied von der Erde“ wurde restauriert. Und dann noch: Knochenarbeit eines Musik-Magiers – Carlos Kleiber bei der Probe belauscht.
