Die Sechs Sonaten für Solo-Violine, op. 27 – komponiert im Jahr 1923 – sind nach eigenen Aussagen von Eugène Ysaÿe inspiriert von Johann Sebastian Bach.
Der Belgier Eugène Ysaÿe war so fasziniert vom Violinspiel des amerikanischen Geigers Joseph Szigeti (1892–1973) ungarischer Herkunft, dass er in rascher Reihenfolge einen Zyklus für Sologeige komponierte. Jedes einzelne Stück widmete er damaligen (Nachwuchs-)Geigern, im Einzelnen Jacques Thibaud, George Enescu, Fritz Kreisler, Mathieu Crickboom, Manuel Quiroga und selbstredend natürlich auch Joseph Szigeti.
Der Komponist war zudem selbst ein gefeierter Violinist. Vergleichbar wie es bereits andere Komponisten vor und nach ihm taten, Kompositionen auf Räume hin zu kreieren, komponierte Ysaÿe seine Stücke auf den Stil, die Aufführungspraxis und das Spiel unterschiedlicher Geigenvirtuosen. Das ist auch der Grund, warum die sechs Sonaten, obwohl sie in einem kurzen Zeitraum komponiert wurden, doch so unterschiedlich sind. Zwar galten seine Kompositionen als spätromantisch, hier zeigt er jedoch seine Vielseitigkeit, indem er Historie (Bach) und die Moderne (Ganztonleitern und Dissonanzen) verbindet. Das macht das Spiel und die Interpretation nicht gerade einfach, denn neben Mehrfachgriffen sind auch Bogenführungstechniken abverlangt.
Eugène Ysaÿes Sechs Sonaten für Violine solo op. 27 gewähren als technisch und gefühlsbedeutsam anspruchsvolle Sammlung und insgesamt ist der Zyklus eine kreative Liebeserklärung an die Violine.
Der Leiter des London Symphony Orchestra (LSO), Roman Simovic, kehrte im August 2025 mit Ysaÿes „Sechs Sonaten für Violine“ und mit einer neuen Einspielung eines der Eckpfeiler des Violin-Repertoires ins solistische Rampenlicht zurück.
Die Sonaten sind eine musikalische Momentaufnahme in der Entwicklung des Violinspiels per se. Das Ergebnis ist ein kreativer Liebesbrief an die Violine, der die technischen und lyrischen Möglichkeiten des Instruments in den sechs stilistisch einzigartigen Sonaten herausfordert und umarmt.
Diese neue Einspielung der Sonaten reiht sich in eine Reihe von hochgelobten Aufnahmen mit Roman Simovic bei LSO Live ein. Er ist für seine brillante Virtuosität und Musikalität bekannt und ist als Solist mit vielen der bedeutendsten Orchester und Dirigenten auf der ganzen Welt aufgetreten. Seit 2010 ist er Leiter des London Symphony Orchestra. Roman Simovic spielt eine aus dem Jahr 1709 von Antonio Stradivari angefertigte Violine, die ihm großzügigerweise von Jonathan Moulds zur Verfügung gestellt wurde.
Eugène Ysaÿe: Sechs Sonaten für Solo-Violine
Violine: Roman Simovic
London Symphony Orchestra
Label: LSO
EAN: 0822231513025
Spieldauer: 70:50 Min.

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