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Hamburger Architektur Sommer 2019



Literatur Magazin

Literatur

Igiaba Scego: „Würstchen“

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Geschrieben von: Igiaba Scego. Übersetzung: Dagmar Reichardt  -  Montag, den 03. Februar 2020 um 09:38 Uhr
Igiaba Scego Foto Simona Filippini

Die Geschichte mit den „Würstchen“ machte Igiaba Scego – eine 1974 in Rom (Italien) geborene Schriftstellerin, Journalistin und Aktivistin für die Kultur der Schwarzen in Europa, selbst afro-somalischer Herkunft – auf einen Schlag berühmt. Mit dieser Kurzgeschichte gewann sie bereits 2003 den italienischen Literaturpreis für Migrationsautoren Eks&Tra und veröffentlichte noch im gleichen Jahr ihren Erstlingsroman über „Die Nomadin die Alfred Hitchcock liebte“ („La nomade che amava Alfred Hitchcock“, 2003). Unter dem bildstarken Stichwort „Würstchen“ verarbeitet die Filmliebhaberin Scego hier metaphorisch die globalen Herausforderungen, vor die uns transkulturelle Identitätsfragen in ihrer ganzen postmodernen Diversität, Komplexität und Hybridität stellen. Am Ende lösen sich die ambivalenten Sehnsüchte und bizarren Selbstzweifel, die psychologischen Verwirrungen und kulturellen Überforderungen der Ich-Erzählerin in einer bewussten Entscheidung bezüglich der „Würstchen“ auf und münden in einen symbolischen Sieg, der ihr Klarheit bringt.

„In Angst zu leben, heißt, nur halb zu leben“
(„Vivir con miedo es como vivir a madias“)


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Literatur

Buddenbrook-Debütpreis 2019: „Otto“, ein tragisch-komischer Roman von Dana von Suffrin

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Geschrieben von: Marion Hinz  -  Montag, den 20. Januar 2020 um 09:15 Uhr
Dana von Suffrin Foto © Gerald von Foris

Die Gewinnerin des Debütpreises des Buddenbrookhauses und des Lions Clubs Lübeck-Hanse für 2019 steht fest: Dana von Suffrin erhielt den mit 2.000 Euro dotieren Preis für ihren ersten Roman „Otto“.
Die promovierte Historikerin und Komparatistin nahm den Preis, der alle zwei Jahre vergeben wird, im Audienzsaal des Lübecker Rathauses entgegen.
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Literatur

„Es ist alles eitel“ – eine Lübecker Ausstellung über Literatur im Zeichen des Krieges

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Geschrieben von: Stefan Diebitz  -  Dienstag, den 27. August 2019 um 08:11 Uhr
„Es ist alles eitel“ – eine Luebecker Ausstellung ueber Literatur im Zeichen des Krieges

„Gestern wird sein, was morgen gewesen ist“: so beginnt der Roman „Das Treffen in Telgte“, mit dem Günter Grass 1979 an die Gründung der Gruppe 47 erinnert hat.
Wie es dieser erste Satz ausdrückt, geht es in der Erzählung um die Geschichte, und zwar in einem doppelten Sinne. Gemeint ist eigentlich die Geschichte der deutschen Literatur nach 1945, die von Hans Werner Richter und seiner Gruppe 47 stark beeinflusst wurde, aber erzählt wird ein fiktives Dichtertreffen am Ende des Dreißigjährigen Krieges.
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Literatur

Intellektuelle Inkarnation der „Neuen Italienerin“: Igiaba Scego

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Geschrieben von: Dagmar Reichardt  -  Montag, den 29. Juli 2019 um 08:10 Uhr
Intellektuelle Inkarnation der Neuen Italienerin Igiaba Scego

Igiaba Scego ist die afro-italienische Antwort auf Joseph Conrad („Heart of Darkness“, 1899), weibliche Variante Italiens eines Uwe Timm („Morenga“, 1978) und Schwester im Geiste der US-Autorin und Nobelpreisträgerin (1993) Toni Morrison mit ihrem Schlüsselroman „Beloved“ (1987), der sich gegen die Sklaverei richtet – nur viel jünger. Geboren wurde die postkoloniale Schriftstellerin 1974 in „Zweiter Generation“ in Rom von Eltern, die aus dem ehemaligen Italienisch-Somaliland – eine der historischen Kernkolonien Italiens (1889-1947) – stammen und nach dem Staatsstreich von Siad Barre 1969 nach Italien fliehen mussten.
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Literatur

Knapp am Literaturnobelpreis vorbei: Giuseppe Bonaviri

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Geschrieben von: Luigi Saitta  -  Freitag, den 22. März 2019 um 09:11 Uhr
Literaturnobelpreisverkuendung 2008 Foto: Holger

Zehn Jahre nach dem Tod des italienischen Schriftsteller-Arztes Giuseppe Bonaviri (1924-2009) wissen wir: Ihm hätte nur noch eine einzige Ja-Stimme gefehlt. Seit seinem Erstlingsroman, der 1954 seinem Vater – einem mittellosen Dorfschneider auf Sizilien – ein literarisches Denkmal setzt, hat er in Italien sein feinfühliges Erzähler- und Dichtertalent in über dreißig Büchern bewiesen. Im Ausland wurde er so gefeiert, dass er 2004 die prestigeträchtige Auszeichnung aus Schweden um ein Haar verfehlt hat. Nun geht sein belletristisches Erbe an das staatliche Archiv vom Italienischen Kulturministerium in Rom über.
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Literatur

Dacia Maraini: „Drei Frauen” – und die Mafia

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Geschrieben von: Dagmar Reichardt  -  Samstag, den 23. Februar 2019 um 14:45 Uhr
Foto Mauro Raffini

Sie sagt Dinge, die keiner hören will, und Männer und Frauen lieben sie dafür. Denn die Art, wie Dacia Maraini ihren Lesern etwa beibringt, dass weltweit jedes Jahr geschätzte 50.000 Frauen durch die Hand eines Mannes – sehr oft der eigene – umkommen und wie vielen Kindern rund um den Globus täglich Gewalt angetan wird, ist poetisch. Und ja, kaum zu glauben, sehr schön zu lesen und anzuhören. Das beweist nicht nur Marainis deutschsprachige Neuerscheinung “Drei Frauen”. Vielmehr hat die italienische Kultautorin auch live in Deutschland Aktuelles zum Reizthema “Mafia” beizutragen.

In ihrem neuesten Roman “Drei Frauen”, der seit dem 21. Februar im Buchhandel in der deutschen Übersetzung von Ingrid Ickler (Folio-Verlag) erhältlich ist, stehen gesellschaftliche und emotional hoch brisante Fragen im Mittelpunkt.
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Literatur

Thomas Mann Preis 2018 für Mircea Cărtărescu

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Geschrieben von: Marion Hinz  -  Dienstag, den 20. November 2018 um 09:46 Uhr
Thomas Mann Preis 2018 für Mircea Cartarescu

Mit dem Thomas Mann Preis 2018 wurde am 17. November der rumänische Schriftsteller Mircea Cărtărescu ausgezeichnet. Den Akt der Preisverleihung in den Kammerspielen des Lübecker Theaters nahmen Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau und Michael Krüger, Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, gemeinsam vor.
Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird seit 2010 im jährlichen Wechsel in Lübeck und München verliehen. Wie goldrichtig die Entscheidung der diesjährigen Jury war, das erschloss sich den Gästen im Laufe des Abends. Das gilt auch für diejenigen, die Cărtărescu und dessen Werk bisher noch nicht kannten. Denn die Zuhörer konnten ein sprachliches Wunderwerk, ein literarisches Feuerwerk erleben. Das empfanden auch diejenigen, denen das Werk des rumänischen Schriftstellers bisher noch gänzlich unbekannt war. Derart stark leuchtete die sprachliche Ausdruckskraft des Autors in der Laudatio und in der Dankesrede, dass die Feierstunde zum hochkarätigen literarischen Erlebnis geriet.
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Literatur

„Im Westen nichts Neues“ – Remarques Roman in Text und Bild

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Geschrieben von: Christel Busch  -  Montag, den 29. Januar 2018 um 10:04 Uhr
„Im Westen nichts Neues“ – Remarques Roman in Text und Bild

Das Buddenbrookhaus in Lübeck wird politisch! Im November dieses Jahres jährt sich das Ende des Ersten Weltkriegs zum hundertsten Mal. Aus diesem Anlass zeigt das Haus eine Sonderausstellung unter dem Titel ,,Im Westen nichts Neues“.
Remarques Roman erscheint 1929, elf Jahre nach Kriegsende und vier Jahre vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Angesichts der heutigen politischen Lage ist sein Plädoyer gegen den Krieg aktueller denn je. Die Lübecker Schau präsentiert über fünfzig Illustrationen der Graphic Novel von Peter Eickmeyer, deren Episoden und zentraleFiguren Remarques Antikriegs-Roman entnommen sind und so für den Besucher in Text und Bild erlebbar werden.
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Literatur

Deborah Feldman – Befreiung von der „Falle der Vergangenheit“

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Geschrieben von: Klaus von Seckendorff  -  Freitag, den 22. Dezember 2017 um 10:56 Uhr
Deborah Feldman – Befreiung von der „Falle der Vergangenheit“

Wer sich in Brooklyn in jene Gegend von Williamsburg verirrt, in der schwarz gekleidete Männer mit Schläfenlocken das Bild prägen, fühlt sich in ein osteuropäisches Schtetl zurückversetzt.
Die Gemeinde der Satmarer zählt zu den Hardlinern unter den ultraorthodoxen Gruppierungen der jüdischen Welt. Wer sich von ihnen lossagt, gilt als Verräter an Volk und Glauben. Bekommt man mit, in welcher Weise die Aussteigerin Deborah Feldman angegriffen und diffamiert wurde, könnte man meinen, ihr Debüt „Unorthodox“ sei eine gnadenlose Abrechnung. Aber ihre Schilderung einer radikalen Loslösung, die 2012 in den USA ein Megaseller war und es 2017 in Deutschland als Taschenbuch auf die Bestsellerliste Sachbuch des SPIEGEL gebracht hat, kommt ohne Denunziation aus.
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Literatur

Jhumpa Lahiri sagt: "Mit anderen Worten – Wie ich mich ins Italienische verliebte"

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Geschrieben von: Dagmar Reichardt  -  Mittwoch, den 06. Dezember 2017 um 10:37 Uhr
Jhumpa Lahiri sagt:

Als die Pulitzer-Preisträgerin des Millenniumjahrs 2000 Jhumpa Lahiri vor zwei Jahren vom amerikanischen Ex-Präsidenten Barack Obama die "National Humanities Medal" – eine Medaille für kulturelle Meriten in den USA – vor den Augen der Weltöffentlichkeit feierlich überreicht bekam, "betrog" sie ihre Herkunftssprachen Englisch und Bengalisch schon mit einer neuen Liebe. Frucht dieser obsessiven schriftstellerischen, intellektuellen und intimen Liaison ist Lahiris pünktlich vor Weihnachten auf Deutsch erschienenes Migrationstagebuch "Mit anderen Worten" – original verfasst auf Italienisch.
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Literatur

Dacia Maraini – „Das Mädchen und der Träumer“

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Geschrieben von: Dagmar Reichardt  -  Mittwoch, den 01. November 2017 um 10:14 Uhr
Dacia Maraini – Das Maedchen und der Traeumer Foto Yoi Maraini

Dacia Maraini (geb. 1936 in Fiesole bei Florenz), die bedeutendste, meist übersetzte und wiederholt für den Literaturnobelpreis nominierte italienische Schriftstellerin, gilt schlicht und ergreifend – so die „Neue Zürcher Zeitung“ (25.10.2013) – als „Italiens weibliche Stimme“. Zum ersten Mal spricht „die Großfeministin der italienischen Literatur“ („Die Welt“, 22.2.2017) in ihrem über 100 Buchtitel – darunter allein 22 Romane – umfassenden Gesamtwerk jetzt mit einer männlichen Stimme. In dem aus der Ich-Perspektive verfassten, auf der Frankfurter Buchmesse in deutscher Übersetzung präsentierten und ab heute auf einer Lesereise durch deutsche Lande von der Autorin selbst vorgestellten Roman „Das Mädchen und der Träumer“ kämpft der hartnäckige, alleinlebende Grundschullehrer Nani Sapienza, beliebter Geschichtenerzähler und gebildeter Büchernarr, gegen die Widrigkeiten einer brutalen Lebenswirklichkeit und für seine Sehnsucht nach einer verlorenen Vaterschaft, um am Ende neue Hoffnung zu schöpfen und menschliche Zugewandtheit wiederzufinden.
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Literatur

„Theater hassen“: eine popkulturelle Polemik auf die deutsche Theaterlandschaft

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Geschrieben von: Mirjam Kappes  -  Montag, den 19. Dezember 2016 um 14:00 Uhr
„Theater hassen“: eine Popkulturelle Polemik auf die deutsche Theaterlandschaft

Darf man das Theater hassen? Ja, sagt Jan Küveler, weil es zugleich arrogant und feige ist, weil es langweilt oder nervt, weil es selbstgefällig und verlogen ist. Der Theaterfeuilletonist von „Welt“ und „Welt am Sonntag“ rechnet ab, mit der Institution und ihren Mechanismen, mit lauwarmen Inszenierungen, größenwahnsinnigen Intendanten, schlechten Schauspielern und einem spießbürgerlichen Publikum.
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Literatur

Michael Göring: „Spiegelberg“

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Geschrieben von: Isabelle Hofmann  -  Freitag, den 13. Mai 2016 um 10:08 Uhr
Michael Göring: „Spiegelberg“

Es war einmal eine Bande von Freunden in einer trostlosen Nachkriegssiedlung im fiktiven Langenheim. Mit 60 Jahren kehren Martin und seine Freundin Nina für ein Begräbnis an den Ort ihrer Kindheit zurück – als einzige Überlebende der ehemals sieben „Furies“. Während sie über den Friedhof schlendern und die Gräber der Verstorbenen besuchen, kommen Martin und Nina die Erinnerungen hoch.
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Literatur

Umberto Eco: Dichter, Denker und Philosoph. „Ex caelis oblatus“ – Ein Geschenk des Himmels

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Geschrieben von: Dagmar Reichardt  -  Montag, den 22. Februar 2016 um 13:59 Uhr
Umberto Eco, 2011 Buchmesse Frankfurt, Heike Huslage-Koch

Ein norditalienischer Schriftsteller und Sprachwissenschaftler, Bestseller- und Kinderbuchautor, Verfasser der in Deutschland als „Streichholzbriefe“ bekannten Zeitschriftenkolumnen, von Berufs wegen Semiotiker, Literaturkritiker, Universitätsprofessor, Medienjongleur, -wissenschaftler und -theoretiker, aus der katholischen Kirche ausgetretener, mehrfach erklärter Berlusconi-Gegner, vor allem aber ein großer Kopf: Ein wahrhaft weltoffener, europäischer, (selbst-) kritisch- und querdenkender, leidenschaftlich engagierter Intellektueller, das war Umberto Eco (1932-2016).
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