Kunsthandwerk, Grafik & Design
Christoph Hefti, Porträt, Teppiche, Ausstellungsansicht. Christoph Hefti, Project Space, Galerie Peter Kilchmann, Paris FR, 202. Foto: © Gregory Georgescu

Augen, Monde und Katzen – Die Bildwelten von Christoph Hefti sind surreal, farbenprächtig und voller überraschender Verbindungen. Das Museum für Gestaltung Zürich widmet dem Schweizer Textilgestalter erstmals eine umfassende Einzelausstellung und lädt in einen Kosmos zwischen Design, Kunst und Handwerk ein.

 

Christoph Hefti (*1967) zählt zu den herausragenden Schweizer Textildesignern der Gegenwart. In seiner unverkennbaren Gestaltungssprache verbinden sich ungewöhnliche Erzählstrukturen mit handwerklicher Präzision. Geheimnisvolle Motive, markante Formen, intensive Farben und unterschiedliche Materialien verdichten sich zu eigenständigen Kompositionen.

 

Nach vielen Jahren in der internationalen Modebranche – unter anderem für Häuser wie Dries Van Noten, Balenciaga, Lanvin oder Acne Studios – entwickelte Hefti eine eigenständige Praxis, in deren Zentrum der Teppich steht. Dieses Medium ermöglicht es ihm, Material, Funktion, Form und Bild vollständig selbst zu bestimmen und sie als eigenständiges Werk zu denken.

Die Ausstellung zeigt das multidisziplinäre Œuvre von Christoph Hefti – von handgeknüpften Teppichen und Textilprints über Keramik und Möbel bis hin zu Kostümen und performativen Arbeiten. Materialien, Techniken und Ausdrucksformen greifen ineinander und zeigen die große Bandbreite seiner gestalterischen Praxis.

 

Christoph Hefti Sebastian Schaub

Christoph Hefti, Animal Eyes, Vorhang, Ausstellungsansicht. Armin Boehm und Christoph Hefti: „Eyes Rolling Down the Road“, Galerie Peter Kilchmann, Zürich 2023 Foto: © Sebastian Schaub

 

In seinen Teppichen begegnen sich Tierwesen, Masken, Augen und mysteriös-traumhafte Landschaften. Geschichten bilden dabei den Ausgangspunkt seiner Arbeiten, entwickeln sich im Prozess kontinuierlich weiter und der Interpretationsspielraum bleibt bewusst offen. „Ich beginne mit einer Geschichte. Teppiche, Garne und Materialien ergänzen sie und verleihen ihr Form. Diese Geschichte ist zentral für meinen Entwurfsprozess – sie zu erzählen, ist der Motor meines Designs“, so der Textildesigner.

 

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Hefti arbeitet intuitiv und prozessorientiert. Seine Entwürfe entstehen aus freien Zeichnungen und visuellen Notizen, ohne vorherige Bildrecherche. Im Dialog zwischen Vorstellung, Material und Technik entwickeln sich diese Ideen zu vielschichtigen Kompositionen. Materialien wie Seide, Wolle oder lange Garnstrukturen verstärken die Wirkung der Szenen und verleihen den Teppichen eine besondere räumliche Präsenz.

 

Die Teppiche entstehen in enger Zusammenarbeit mit Produzenten in Nepal. Gefertigt in traditioneller Handarbeit mit dem tibetischen Knoten, arbeiten mehrere Knüpfer gleichzeitig an vertikalen Webstühlen. Ein Teppich wächst dabei rund zehn Zentimeter pro Tag und Person. Christoph Hefti arbeitet seit 2015 mit dem Schweizer Fair-Trade-Label STEP zusammen, das sich für faire Arbeitsbedingungen und nachhaltige Produktionsprozesse in der Textil- und Teppichherstellung einsetzt.

 

Christoph Hefti Heruka Collective Team NFTP Kathmandu NP

Christoph Hefti: Teppichproduktion, Filmstill, Kathmandu NP, 2026. Foto: © Heruka Collective & Team NFTP, Kathmandu NP

 

Die Ausstellung macht den Entstehungsprozess sichtbar. Skizzen, Musterkarten und ein eigens für die Schau produzierter Film veranschaulichen die Entwicklung der Teppiche von der Idee bis zur Produktion in Nepal. Eine Audiostation ergänzt die Präsentation um Erzählungen des Gestalters zu einzelnen Werken.

 

Die Szenografie schafft einen räumlichen Parcours, der Heftis Arbeitsweise und seine gestalterischen Ideen aufgreift. Besucher bewegen sich durch vielschichtige Bild- und Raumzustände, in denen sich Objekt, Motiv und Erzählung überlagern.


Christoph Hefti: The Missing Cat und andere textile Storys

10. Juli 2026–3. Januar 2027 im Museum für Gestaltung Zürich, Ausstellungsstrasse 60, 8005 Zürich/Schweiz

Kuratiert von Nora Wüthrich Museum für Gestaltung Zürich 

Öffnungszeiten: Dienstag–Sonntag 10–17 Uhr, Donnerstag 10–20 Uhr

Freier Eintritt am Donnerstagabend ab 17 Uhr

Weitere Informationen (Museum)

 

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