Zum zwölften Mal kann die unternehmerische Beschäftigung mit Kunst und deren Förderung in Hamburg an drei Tagen erneut sichtbar gemacht werden.
Neunzehn Unternehmen nehmen in diesem Jahr teil – und, wie es zur Tradition gehört, sind einige dabei, die erstmals oder erneut teilnehmen.
Die Verbindung zwischen Kunst und Wirtschaft in Hamburg zu stärken ist nur einer der zahlreichen Schwerpunkte. Die Förderung junger, zum Teil studentischer Künstlerinnen und Künstler ist ein weiterer, schließlich die jeweilige Türe zu Orten, Räumen und Unternehmen der Öffentlichkeit zu öffnen, an denen Sammlungen und Wechselausstellungen präsentiert werden oder an denen für die add art inszenierten Ereignisse stattfinden.
Das Hotel AMERON Hamburg Hotel Speicherstadt nimmt erstmalig an der add art teil. Jennifer Schönau (JS), General Managerin, erläutert, dass im AMERON Hotel neben den Mitarbeitern viele wechselnde Gäste sind und Themen wie „Reise, Ankunft, Abreise etc.“ gerade an einem Ort am Hafen von Bedeutung sind.
Erhalten Sie Reaktionen von Mitarbeitern und Gästen auf die vorhandene Kunst?
JS: „Ja, tatsächlich erleben wir immer wieder sehr schöne und spontane Reaktionen auf die Kunst im Haus – sowohl von unseren Gästen als auch von unseren Mitarbeitern. Der Standort in der Speicherstadt ist selbst ein Ort voller Geschichte und Bewegung: Ankommen, Aufbrechen, Begegnen – dieses Gefühl liegt in der Luft. Unsere Kunst greift genau diese Atmosphäre auf.
Viele Gäste nehmen sich bewusst Zeit, die Werke zu betrachten, und berichten uns im Nachgang direkt per Mail oder Online-Bewertung, wie sie die Verbindung zwischen maritimer Geschichte und moderner Interpretation wahrnehmen und genossen haben. Auch unsere Mitarbeiter sind stolz auf ihr Umfeld, das in jedem Fall Geschichten erzählt und die Kreativität fördert.“
Neben den visuellen künstlerischen Elementen bieten Sie auch andere an, nämlich kulinarische Kunst. Gibt es eine konkrete Verbindung zwischen den Bereichen, die für Ihr Haus passgenau sind?
JS: „Auf jeden Fall. Für uns gehören visuelle und kulinarische Kunst zusammen – beides spricht die Sinne an und erzählt etwas über unseren Stil. In der cantinetta ristorante beispielsweise verbinden wir italienische, mediterrane Lebensfreude mit hanseatischer Gelassenheit – eine Verbindung, die sich ebenso in unserer Kunst widerspiegelt. Wir legen großen Wert auf Authentizität, Handwerk und Qualität – sei es bei der Auswahl der Kunstwerke im Haus oder auch der Zutaten. Das, was wir visuell vermitteln, spiegelt sich also auch auf dem Teller wider: eine harmonische Mischung gepaart mit einem feinen Gespür für Details.“
AMERON Hamburg Hotel Speicherstadt; Bibliothek. Foto: Jannis Hagels
In Ihr Haus kommen während der add art-Führungen verschiedenste Teilnehmer. Viele werden womöglich zum ersten Mal bei Ihnen sein. Was würden Sie diesen im Idealfall gerne vermitteln?
JS: „Ich wünsche mir, dass die Besucher das AMERON Hamburg Hotel Speicherstadt als einen Ort erleben, an dem Geschichte, Design und Gastfreundschaft miteinander verschmelzen. Vielleicht nehmen sie mit, dass Hotellerie weit mehr ist als nur eine Unterkunft – sie kann eben auch ein Ort der Inspiration, Begegnung und Kreativität sein. Wenn Gäste nach der Führung Lust bekommen, länger zu verweilen, einen Kaffee in unserer Lounge zu genießen oder einfach die besondere Atmosphäre aufzusaugen, dann haben wir genau das erreicht, was wir uns wünschen. Es ist ein echtes Gefühl des Ankommens – mittendrin in der Speicherstadt.“
Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Grant Thornton präsentiert in diesem Jahr Werke von Max Klein, Jasmin Roßmann und Elena Thüring – zwei talentierte Künstlerinnen und einen Künstler, die im Rahmen der Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg ausgewählt wurden.
Die Versicherungsmakler GGW öffnen ebenfalls zum zweiten Mal ihre Räumlichkeiten im Chilehaus und zeigen Malerei von Isabelle Stremme sowie Werke der Nachwuchskünstlerin Claudia Mächler.
Für die Kreativagentur Gute Leude Fabrik war nach dem letztjährigen Ansturm kunstinteressierter Besucher klar, dass sie auch in diesem Jahr wieder dabei sein würde. In den Büroräumen wird eine Vielzahl neuer Kunstwerke gezeigt, die aus der Kunstsammlung des Geschäftsführers Lars Meier stammen. Dessen Leidenschaft für Kunst und Kultur, so heißt es in der Agentur, spiegelt sich sowohl in der Arbeit als auch in den Räumlichkeiten wider.
Der Kanzleialltag bei Minoggio Grezesch Bachmann (MGB) wird durch Werke von Ariane Besch – deren Bilder zwischen Traum, Instinkt und Intuition wechseln – und Fabio Lorenzo – dessen farbexplodierende surreale Szenen den Blick auf das Unausgesprochene lenken – durchbrochen. „Die Ausstellung spiegelt wider, was uns im Kanzleialltag antreibt: Offenheit, Mut und die Suche nach neuen Sichtweisen – ob in der Verteidigung, in der Beratung oder beim Blick auf ein Kunstwerk“, schreibt der MGB-Fachanwalt und Kanzleipartner Julius Heinisch.
Der Immobilienkonzern Pembroke stellt 2025 gemeinsam mit add art den beiden ausstellenden Nachwuchskünstlerinnen Charlotte Kelschenbach und Irina Prager eine zusätzliche Freifläche als Malatelier und Ausstellungsraum zur Verfügung.
Der maritime Dienstleister Buss Gruppe zeigt Werke aus der Sammlung, die zum Großteil aus dem Besitz des geschäftsführenden Gesellschafters, Dr. Johann Killinger, stammt. Zu sehen sind Werke u.a. von Thorsten Brinkmann, Philipp Ricklefs und Janine Eggert, Benne Ochs, Jacob Dahlgren.
Die Kanzlei Schalast Law | Tax präsentiert zeitgenössische, konzeptuelle Fotografie. Neben Arbeiten aus der Unternehmenssammlung – unter anderem von Sandra Mann und Mathias Kessler – werden Werke von Nicole Ahland, Peer Boehm und Astrid Korntheuer gezeigt. Kunstförderung ist in diesem Unternehmen nicht nur eine saisonale Angelegenheit, das Format „We.Do.Art“ ist dort eine Ausstellungskonstante.
Sehr zeitgemäß und zugleich zukunftsorientiert klingt es bei Giraffentoast Design. Die Agentur zeigt in Kooperation mit dem AI Art Magazine Werke internationaler Künstler, die aus der Verschmelzung menschlicher Kreativität mit maschineller Intelligenz hervorgegangen sind.
Einige der bei der add art eingeladenen Nachwuchskünstler sind ebenfalls nah am Puls der Zeit. Eine Kommission, bestehend aus Professoren der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg und Unternehmensvertretern, von denen die keine eigene Sammlung haben, entscheidet über die Auswahl der Bewerbungen.
Jan Louis Hartung ist einer der Studierenden, die bei Reimer Rechtsanwälte ausgestellt werden. Hartung schloss sein Bachelorstudium an der HAW in diesem Jahr ab und studiert für seinen Masterabschluss in künstlerischer Fotografie an der Kunst- und Design-Hochschule in Lausanne, Schweiz.
Der Künstler bewarb sich mit seiner HAW-Abschlussarbeit, die nun in Teilen, in anderer Form und in anderer räumlicher Situation im Flur der Kanzlei zu sehen ist.

Jan Louis Hartung: Strangely Close. Installation bei Reimer Rechtsanwälte, add art 2025. Foto ©: Jan Louis Hartung
Seine künstlerische Arbeit verfolgt einen interdisziplinären Ansatz. Neben all der Ernsthaftigkeit zeichnet seine Art des Fotografierens auch Humor aus. Im Mittelpunkt stehen Einzelpersonen, die inszeniert vor Wänden posieren, merkwürdig in Handtücher eingehüllt, das Gesicht unkenntlich oder ummantelt mit einem Teppich vor einem Wandteppich, wobei sich die Muster in der Ornamentik verlieren. Buchstaben- und Zahlenspiele für Vorschulkinder dienen der Dekoration und Anonymisierung, und die Überlebens- und Warmhaltefolie für Unfallsopfer portioniert die Wand und den Oberkörper. „Chamäleon“-Serie (2023) betitelt der Künstler diesen Werkkomplex.
Auch Margharita Eismann gehört noch zum Nachwuchs, obwohl sie bereits 2018, anlässlich der add art, bei Schipper Company ausgestellt wurde. Heute heißt die Kommunikationsagentur „you“ und hat die Zeichnerin und Comic-Künstlerin erneut in ihre Räume geladen. Ihre aktuell gefertigten Collagen zeigen ineinander komponierte und auf Ebenen gestapelte Fassadenelemente, die allesamt mit Tags und Graffitis versehen sind. Immobilität ist nicht nur auf den Venedig- und Altona-Bildern zu erkennen, sondern zieht sich grundsätzlich durch das gesamte serielle Werk. Den Fragen, denen die Künstlerin nachgeht, kann man so stellen: Wem gehört die Stadt? Wie nehme ich den urbanen Raum wahr und in Besitz? Wer oder was kennzeichnet Orte? Wie lebenswert ist unsere urbane Umgebung? Die Serie „Urban Opinions“ zeigt eine bunte, architektonisch verschachtelte und sozial dynamische Welt als gebaute City-Scans.

Margharita Eismann: „Urban Options“, Collagen auf Papier
add art 2025
Weitere Informationen (add art)
Teilnehmende Unternehmen:
AMERON Hamburg Hotel Speicherstadt | Barkassen-Meyer | Buss Gruppe | Doctores Völschau | GGW GmbH | Giraffentoast Design | Grand Elysée Hamburg | Grant Thornton AG | Gute Leude Fabrik | KSP Rechtsanwälte | Minoggio Grezesch Bachmann | nhb plus | Pembroke | Reimer Rechtsanwälte | RUGE FEHSENFELD | Schalast Law / Tax | Villa Viva | Watson Farley & Williams | you

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