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Viele internationale Filmproduktionsfirmen aus Großbritannien, Deutschland, den skandinavischen Ländern und den USA wählen häufig Vilnius in Litauen als Drehort aus.

Das hat gleich mehrere Gründe: zum einen wirken viele Orte im Stadtraum und der Umgebung wie aus der Zeit gefallen, und gerade für Produktionen mit historischen Themen ideal, weil sie vergangenes Flair wiedergeben, zum anderen aber auch wegen der hohen Professionalität der örtlichen Kräfte und Firmen und schließlich, weil Litauen einen Steueranreiz bietet, den kaum ein anders Land offerieren kann, eine zusätzliche Finanzierung von bis zu 30% bereitstellt.

 

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Das hat sich auch ein amerikanisch-britisches Produktionsteam zunutze gemacht, das gerade deren neuesten Spielfilm in der Hauptstadt gedreht hat: „Prizefighter: The Life of Jem Belcher“ (Regie: Daniel Graham). Der Biopic-Film erzählt die Geschichte eines 19-jährigen walisischen Preisboxers um das Jahr 1800, der erster Boxweltmeister wurde. Vilnius bot die entsprechende historische Atmosphäre und authentische Architektur der Zeit. „Da es in Wales außerdem an der Finanzierung mangelte“, so Produzent Matthew E. Chausse, „beschlossen wir für die Dreharbeiten für siebzehn Tage im August 2021 nach Litauen zu ziehen. Wir freuen uns, „Prizefighter“ in Vilnius zu drehen, denn die Gastfreundschaft ist in diesem Land Weltklasse“.

Für Chausse, der 2019 in Vilnius den Science-Fiction-Spielfilm „Skylines“ gedreht hatte, ist es somit das zweite Kinoprojekt in Litauen.

 

An dem Projekt arbeiteten bis zu 100 Personen, davon 80 lokale Fachkräfte. Laut Kęstutis Drazdauskas, Executive Producer des Films und Gründer von „Artbox“, einem der ältesten litauischen Filmproduktionshäuser, verfügen die lokalen Produktionsteams über umfassende Erfahrung, um alle Herausforderungen anzugehen, die bei der Arbeit an internationalen Projekten auftreten können.

 

Obwohl die Corona-Pandemie die diversen Filmprojekte teilweise verlangsamt hat, erholte sich die Filmindustrie in der Stadt sehr schnell davon. Allein in diesem Jahr wurden bereits dreizehn ausländische Spielfilmproduktionen in Vilnius gedreht.

Neben erstklassigen örtlichen Filmschaffenden und Teams ist die litauische Filmsteuer eine der Hauptattraktionen für ausländische Produktionsfirmen. Es ermöglicht Spielfilmen, Fernsehserien, Dokumentarfilmen eine Erstattung von 30 % der Drehkosten, wenn sie mehrere Kriterien erfüllen: u.a. mindestens 80 % der Produktionskosten müssen im Land anfallen, bei einem Mindestausgabenbetrag von 43.000 €. Wie Jūratė Pazikaitė, Leiter des Filmbüros Vilnius, bekräftigt, helfen die Filmsteueranreize der Hauptstadt, jährlich eine Reihe ausländischer Filmprojekte nach Litauen zu locken. „Vilnius ist bestens darauf vorbereitet, die Bedürfnisse ausländischer Filmteams zu erfüllen, den Zugang zu hochrangigen Fachleuten und einer Reihe von Drehorten zu ermöglichen und den Erwerb von Drehgenehmigungen zu erleichtern“, fügt Pazikaitė hinzu. „Die Produktionsteams kamen bislang aus den USA und vielen europäischen Ländern: Schweden, Norwegen, Finnland, Großbritannien, Deutschland, Niederlande, um nur einige zu nennen. Dieses Jahr wurden Vilnius und der Rest Litauens von den skandinavischen Ländern besonders bevorzugt.“

 

Für Litauen mit seinen vielen unterschiedlichen Drehorten war das Jahr 2020 aufgrund der Steueranreize ein Rekordjahr – das Land erhielt rund 27 Millionen Euro Einnahmen allein aus ausländischen Filmproduktionen. Außerdem finden rund 95 % der Produktionen entweder in Vilnius statt oder werden von in der Hauptstadt tätigen Unternehmen initiiert. Weltweite Schlagzeilen machte die Hauptstadt auch, als in den vergangenen Jahren mehrere Serien und Spielfilme in den Straßen Vilnius‘ gedreht wurden: Während sich die Netflix-Crew „Stranger Things“ für Staffel 4 im jahrhundertealten Lukiškės-Gefängnis etablierte, wählte HBO das Wohnviertel Fabijoniškės für die Kult-Lieblings-Miniserie „Tschernobyl“. Außerdem hat der litauische Spielfilm „Pilgrims“ gerade den Orizzonti-Preis für den besten Film bei den 78. Filmfestspielen von Venedig gewonnen.


Weitere Informationen zum Filmen in Litauen und Vilnius:

- Zu den steuerlichen Ersparnismöglichkeiten bietet die Homepage des Vilnius Film Office (engl.)

- 2020 the year of the pandemic – the most successful for the Film Tax Incentive (engl.)

- Welsh film moves production to Lithuania due to lack of funding (BBC, engl.)

- Stranger things season 4 filming wraps in Vilnius, Lithuania (engl.)

- Vilnius: Where the Chernobyl HBO Miniseries Came to Life (engl.)

- Artbox Filmproduktion

 

Go Vilnius ist die offizielle Tourismus- und Wirtschaftsförderungsagentur der Stadt Vilnius. Die Agentur versorgt Besucher, Investoren, Umsiedler, Unternehmer und Gründer mit allen wichtigen Informationen, die sie über die litauische Hauptstadt wissen müssen. Go Vilnius bietet umfangreiche Informationen von Immobilien bis hin zu Freizeitaktivitäten in Vilnius, und vereinfacht so den Reise-, Umzugs- oder Investitionsprozess in Vilnius.

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