Kultur Blog
- Details
- Geschrieben von: Claus Friede -

Wenn man sich die biographischen Daten des Kameramanns und Fotografen Bernd Meiners anschaut, so erhält man schnell ein recht klares und präzises Bild der Person.
1974 legte er zunächst seine Meisterprüfung als Fotograf ab und studierte dann von 1980 bis 86 Visuelle Kommunikation beim Dokumentarfilm- und Videoprofessor Gerd Roscher und beim Bühnenbildner und Regisseur Wilfried Minks an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Seither ist Meiners aus den Bereichen Kunst-, Dokumentarfilm sowie der Fotografie nicht wegzudenken. Das bestätigen auch viele Ausstellungen und Preise und Auszeichnungen, die er als Kameramann erhalten hat, den Bundesfilmpreis in Gold, den österreichischen Kamerapreis oder den Gold Camera Award in Los Angeles, um nur einige zu nennen.
- Details
- Geschrieben von: Anna Grillet -

Beirut. Das Alter von Zain (Zain al Rafeea) wird auf zwölf Jahre geschätzt, genau weiß es keiner. Der schmächtige magere Junge sieht viel jünger aus, aber der Zorn, sein Zynismus ist der eines Erwachsenen. Das Kind illegaler syrischer Immigranten verbüßt eine fünfjährige Haftstrafe, doch in diesem Prozess steht Zain als Kläger vor Gericht, er verklagt seine Eltern, weil sie ihn auf die Welt gebracht haben.
Drei Jahre hat Nadine Labaki für „Capernaum – Stadt der Hoffnung” recherchiert. Die Dreharbeiten begannen kurz nach der Geburt ihrer Tochter Myroon und dauerten sechs Monate. Die libanesische Regisseurin löst meisterhaft die Grenze zwischen Fiktion und Realität auf, dahinter verbirgt sich eine ästhetisch virtuos inszenierte „Mad Max”- Allegorie voll rauer Poesie und fordernder Systemkritik. Erschütternd, herzzerreißend, fern jeder Sentimentalität.
- Details
- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

„Margiana“ – hört sich an wie der Titel eines neuen Fantasyfilms. Dabei ist es eine so gut wie unbekannte Zivilisation in Zentralasien 2300-1700 v. Chr., deren Ausgrabung Anfang der 1970er Jahre eine archäologische Sensation ersten Ranges war.
Nun stellt das Archäologische Museum (Helms Museum) in Hamburg-Harburg die geheimnisvolle Hochkultur erstmals in Norddeutschland vor: „Margiana – Ein Königreich der Bronzezeit in Turkmenistan“. Eine imposante Schau mit über 200 Artefakten und beeindruckenden Fotografien von Herlinde Koelbl, die man nicht versäumen sollte.
- Details
- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Kunst oder Dokumentation? Diese Frage erübrigt sich angesichts der fantastischen Fotografien und Installationen von Michael Wolf. Erstmals in Deutschland zeigen die Deichtorhallen seine bislang größte Werkschau „Life in Cities“.
Als erstes fallen die riesigen, mitten im Raum hängenden Bilder in den Blick, die an Patchwork oder „pattern art“ der 1980er Jahre erinnern: Grün-rote oder hellblau-ockerfarbene wabenförmige Muster, unterbrochen von horizontalen Linien. Andere Bilder sind vertikal gegliedert, geometrische Kompositionen in Regenbogenfarben. Erst, wenn man unmittelbar davor steht, erkennt man, was diese Fotografien wirklich zeigen: Fassaden von Hochhäusern, jede „Wabe“ ein Erkerfenster.
- Details
- Geschrieben von: Anna Grillet -

„Shoplifters” ist Hirokazu Kore-edas radikalster Film, die Familie bleibt zentrales Thema seines Werks, in ihr spiegelt sich die Kälte einer gnadenlos Konsum- und Karriereorientieren Gesellschaft. Was verbindet Menschen eigentlich, fragt uns der japanische Regisseur: Geld, Gaunereien oder bedingungslose Zuneigung? Kann eine fremde Frau nicht vielleicht eine viel bessere Mutter sein als die leibliche?
Um den Protagonisten des Prekariats jenen ungeschliffenen Charme geben zu können zwischen Komik, Trauer, Optimismus, Stolz, Verrat und desperater Loyalität, weicht Kore-eda von seiner gewohnten formalen Strenge wie in „Nobody Knows” ab. Mit subtiler Finesse inszeniert er ästhetisch virtuos das berührende Porträt einer Schicksalsgemeinschaft als schillerndes Beziehungsgeflecht voller Abgründe, verborgener Leidenschaften und Tragik.
- Details
- Geschrieben von: Claus Friede -

Design aus Dänemark genießt einen sehr guten Ruf. Den Fragen „warum“ und „was ist einfach und deswegen gut“, geht das Wilhelm Wagenfeld Haus in Bremen nach. In der Ausstellung werden teilweise berühmte Beispiele gezeigt als Objekt, als Fotografie oder Druck. Bezüge zu der und deren Geschichte werden konsequent hergeleitet und dargestellt.
Strukturiert ist die Ausstellung in sieben Räumen und in drei zeitliche Phasen. 1945 bis 1968: Wiederaufbau und Nachkriegszeit. Das klassische dänische Design; Gebrauchsgegenstände werden zu Ikonen – 1969 bis 1990: Der Überfluss der Wohlstandsperiode. Innovatives Design für neue Bereiche (Maschinen, Elektronik und Büromöbel) – 1991 bis heute: Die Spiegelung der Globalisierung. Design als Problemlöser in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Energie und Klima.
- Details
- Geschrieben von: Annedore Cordes -

Ob Bach, Mozart, Verdi, Wagner, Schumann oder Ruzicka, das Spektrum der Aufgaben erscheint unermesslich und verlangt höchste Flexibilität: Der Chor der Hamburgischen Staatsoper umfasst über siebzig Profisänger und wurde zum wiederholten Mal von Kritikern der Zeitschrift „Opernwelt“ als bester Opernchor des Jahres nominiert. Ein Gespräch mit dem Chordirektor Eberhard Friedrich.
- Details
- Geschrieben von: Christel Busch -

Walter Gropius, Josef Albers, Lászlo Moholy-Nagy oder Wassily Kandinsky und Ludwig Mies van der Rohe gelten heute als Ikonen des modernen Designs und der Kunst und Architektur. Sie gingen in die Annalen der Kunstgeschichte ein. Ihre weiblichen Kolleginnen fanden dagegen nur wenig Beachtung und gerieten im Laufe der vergangenen Jahrzehnte in Vergessenheit.
Zu Unrecht! Erst in den letzten Jahren treten diese herausragenden Bauhausfrauen, die ebenfalls neue Maßstäbe für Architektur, Design und Kunst setzten, wieder in das Licht der Öffentlichkeit und aus dem Schatten ihrer männlichen Kollegen.
- Details
- Geschrieben von: Claus Friede -

Er ist ein Mysterium – keinerlei Angaben wer sich hinter dem Pseudonym Jasper Frederik verbirgt. Nur so viel lässt sich, trotz intensiver Recherche herausfinden: skandinavisch, männlich, schauspielerisch und performativ tätig, experimentierend mit Kunst und Musik. Klingt nach einem Tausendsassa à la Ryuichi Sakamoto und geheimnisvoll wie Banksy oder JR.
- Details
- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Was, schon wieder Weihnachten? Jedes Jahr das gleiche Erstaunen, der innere Kalender will mit dem äußeren einfach nicht zusammenpassen. Doch wenn mit einem Schlag zahlreiche Ausstellungen der Kunsthandwerker/Innen eröffnen, wird es Zeit, sich auf den Advent einzustellen.
Das Angebot ist riesig, doch welche Messen und Märkte in Hamburg sind empfehlenswert? Die alten Hasen setzen da auf das Gütesigel AdK. Wo Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks Hamburg ausstellen, ist das Niveau erfahrungsgemäß top. In der Hamburger Innenstadt sind das drei Orte: Die Messe Kunst und Handwerk im MKG, die Adventsmesse in der Koppel 66 und die Ausstellung „Drei Monate Gestaltung außer der Reihe“ in der Lange Reihe 47.