In der heutigen Pressekonferenz stellte Festivalleiter Denis Scheck das Programm der diesjährigen LIT:potsdam vor. Unter dem Motto „Die Sprache der Sterne“ versammelt die 14. Ausgabe des Festivals einige der prägnantesten Stimmen der Gegenwartsliteratur. Der Vorverkauf beginnt heute. Im Anhang finden Sie detaillierte Programmtexte, Informationen zum neuen 50%-Rabatt für Studierende und eine Veranstaltungsübersicht mit allen Serviceangaben.
Die Sprache der Sterne
Die menschliche Phantasie ordnete die Sterne zu Bildern und erfand Geschichten, wie die Sterne an den Himmel kamen: die Geburtsstunde unserer Mythen und Religionen. Die Sprache ist das älteste Werkzeug der Menschheit und Literatur ein Medium zur Erforschung von Inner Space und Outer Space. Heute, in einer Zeit, in der Raumfahrt und Astrophysik das All vermessen, kehrt die Literatur zu diesen Ursprüngen zurück – als Möglichkeit zur Erkenntnis, Imagination und Selbstbefragung.
Fixsterne der Gegenwartsliteratur
Mit Judith Hermann, Gaea Schoeters, Christoph Ransmayr, Raoul Schrott, Frank Schätzing und Florian Illies versammelt die LIT:potsdam 2026 einige der markantesten literarischen Stimmen der Gegenwart. Judith Hermann eröffnet mit ihrem neuen Buch einen stillen, eindringlichen Raum, in dem sie Fragen von Erinnerung, Herkunft und Schuld nachgeht und das Verdrängte unserer Gegenwart mit großer poetischer Präzision sichtbar macht. Christoph Ransmayr, der Sprachmagier des Unterwegsseins, spricht über sein Work-in-Progress „Swan oder Der Puls der Sterne“ und führt in Texten aus „Atlas eines ängstlichen Mannes“ dorthin, wo Welt- und Selbsterkundung ineinander übergehen. Raoul Schrott liest den Himmel als älteste Bibliothek der Menschheit und zeigt, wie Sternbilder, Mythen und Schöpfungserzählungen über Kontinente hinweg miteinander korrespondieren. Frank Schätzing wiederum feiert in „Space Boy“ David Bowie, Science-Fiction und die produktive Kraft der Verwandlung. Einen pointierten Perspektivwechsel setzt Gaea Schoeters, die in „Das Geschenk“ mit erzählerischer Leichtigkeit und analytischer Schärfe eine ebenso unterhaltsame wie kluge Parabel auf Migration, Verantwortung und den Umgang mit globalen Krisen entwirft. Florian Illies schließlich bringt zum Ausklang des Festivals ein Buch mit, das wie für Potsdam geschrieben scheint: „Träume aus Feuer“, auf der Seebühne des Hans Otto Theaters und in Sichtweite jener Pfaueninsel, auf der der Alchemist Johannes Kunckel einst von der Goldmacherei träumte – und stattdessen etwas anderes erfand: ein Leuchten.
Literatur trifft Raumfahrt: Europa im All
Eine besondere Aktualität erhält das Festival durch die gegenwärtige Dynamik der Raumfahrt. Die Artemis II mission – die erste bemannte Mondmission seit über 50 Jahren – bildet den realen Hintergrund für Gespräche über die Zukunft des Menschen im All. Mit Samantha Cristoforetti, ESA-Astronautin und ehemalige Kommandantin der ISS, sowie Josef Aschbacher, Generaldirektor der European Space Agency, kommen zwei der wichtigsten europäischen Stimmen der Raumfahrt nach Potsdam. Ihre Perspektiven verbinden wissenschaftliche Realität mit Visionen einer Zukunft jenseits der Erde.
Zwischen Mikro- und Makrokosmos
Das Festival bewegt sich bewusst zwischen den Dimensionen: vom Blick in ferne Galaxien bis zu den kleinsten Lebensformen auf der Erde. Der Astrophysiker Heino Falcke und die Biologin und Autorin Jasmin Schreiber treffen aufeinander, um über Anfang und Ende, Universum und Leben zu sprechen. Die Philosophin und Astrophysikerin Sibylle Anderl wiederum zeigt, wie sehr unser Denken vom Blick in den Nachthimmel geprägt ist.
Literatur als gemeinschaftliches Erlebnis
Ein Höhepunkt ist der große Galaabend in der Villa Jacobs: ein durchkomponierter Abend, an dem Lesungen ineinander übergehen und Literatur als kollektives Erlebnis gefeiert wird.
Darüber hinaus öffnet sich das Festival mit dem „Bücherfest für alle“ bewusst für ein breites Publikum – ganz im Sinne einer Literatur, die nicht exklusiv ist, sondern verbindet. Rund um die Schiffbauergasse wird Literatur an diesem Nachmittag zum offenen Begegnungsraum: mit Büchermarkt, Kurzlesungen und Gesprächen. Ein besonderer Programmpunkt verbindet dabei Literatur, Musik und Wissenschaft auf einzigartige Weise: In der musikalischen Lesung „Umlaufbahnen“ interpretieren der Astrophysiker Harald Lesch und die Klarinettistin Alexandra Gruber den preisgekrönten Roman von Samantha Harvey und eröffnen mit ihrem Blick aus dem All neue Perspektiven auf unsere Erde – poetisch, erkenntnisreich und aktuell.
Erstmals erweitert die LIT:potsdam ihr Programm über Potsdam hinaus und ist mit einer Veranstaltung auch in Brandenburg an der Havel vertreten. In der St. Johannis Kirche liest Ulrich Woelk aus seinen Büchern und verbindet dabei literarische und wissenschaftliche Perspektiven. Mit dieser Kooperation stärkt das Festival seine regionale Vernetzung und erreicht ein neues Publikum.
Die Sprache der Sterne – und der Gegenwart
Die LIT:potsdam 2026 fragt nach den Fixsternen unserer Zeit: Welche Geschichten bleiben? Welche leuchten nur kurz auf? Und wie erzählen wir von einer Welt, die sich ständig verändert? So entsteht ein Festival, das Literatur als Einladung begreift, den eigenen Platz im Universum neu zu vermessen.
Lesen, lernen, Welten entdecken: das Schulprogramm
Ein zentrales Anliegen der LIT:potsdam bleibt die Vermittlung von Literatur an junge Menschen. Parallel zum Festival bringt das von Martin Klein kuratierte Schulprogramm zahlreiche Autorinnen und Autoren in Klassenzimmer in Potsdam und der Region. Hier entsteht das Fundament dessen, was Literatur leisten kann: Konzentration, Empathie, Vorstellungskraft. Wer liest, erweitert nicht nur seinen Wortschatz, sondern auch seinen Blick auf die Welt – und findet eigene Worte für das, was ihn bewegt.
Starke Worte, schöne Orte
LIT:potsdam zählt zu den renommiertesten Literaturfestivals im deutschsprachigen Raum. Es öffnet an den schönsten Orten der Stadt die Bühne für starke Worte und besondere Begegnungen: im Park, am See und sogar im Planetarium. Was die LIT:potsdam in der deutschsprachigen Festivallandschaft besonders macht, ist ihre konsequente thematische Ausrichtung. Jeder Jahrgang steht unter einem klar definierten Leitgedanken, der das gesamte Programm durchzieht – nicht als lose Klammer, sondern als kuratorisches Prinzip.
So entstehen Verbindungen zwischen Literatur, Wissenschaft und Philosophie, zwischen Autorinnen und Autoren und aktuellen gesellschaftlichen Fragen. Lesungen, Gespräche und besondere Formate treten miteinander in Resonanz und eröffnen dem Publikum unterschiedliche Perspektiven auf ein gemeinsames Thema.
Diese inhaltliche Verdichtung schafft ein Programm, das nicht nur Vielfalt zeigt, sondern Zusammenhänge stiftet – und dadurch zu einem vielstimmigen, aber klar komponierten Ganzen wird.
Über den Veranstalter
LIT:potsdam wird vom Verein LIT:pots e.V. veranstaltet und steht seit Jahren für ein literarisches Programm von hoher künstlerischer Qualität und gesellschaftlicher Relevanz. Kuratiert von Denis Scheck, bringt das Festival internationale Stimmen, prägende Autor*innen der Gegenwart und außergewöhnliche Formate zusammen.
Einen eindrucksvollen Auftakt in das Festivaljahr 2026 bildeten bereits im Frühjahr zwei ausverkaufte Veranstaltungen mit Siri Hustvedt und Salman Rushdie, die eindrücklich zeigten, welche Strahlkraft LIT:potsdam entfaltet – und wie groß das Interesse an Literatur ist, die sich den Fragen unserer Zeit stellt.
Tickets können ab sofort online und an allen Vorverkaufsstellen erworben werden.
Erstmals führt die LIT:potsdam einen Rabatt von 50% auf den ermäßigten Preis für Studierende ein. Nähere Informationen dazu finden Sie hier.
Gerne stehen wir für weitergehende Informationen und Fotos sowie Anfragen zu Interviews mit den Beteiligten zur Verfügung!
Gefördert wird LIT:potsdam von der Landeshauptstadt Potsdam und aus Mitteln des Landes Brandenburg, unterstützt von zahlreichen Kooperationspartnern. Gefördert durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Mittelbrandenburgischen Sparkasse. Medienpartner des Festivals sind der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) und die Potsdamer Neueste Nachrichten.
Quelle: www.litpotsdam.de

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