André Cluytens (1905–1967) stand für Eleganz, Werktreue und Dramatik ohne Show-Attitüde.
Zwei erstmals veröffentlichte Live-Mitschnitte von den Internationalen Musikfestwochen Luzern (dem heutigen Lucerne Festival) erinnern an den in Belgien geborenen Wahlfranzosen.
Im Sommer 1954 entlockte Cluytens am Pult des Philharmonia Orchestra der d-Moll-Sinfonie von César Franck ein Maximum an Farben und Stimmungen und sorgte mit unsentimentalen Tempi für ein packendes sinfonisches Drama. Außerdem traf er auf den erst 23-jährigen Geiger Igor Oistrach, der mit Aram Chatschaturjans Violinkonzert eines der Zugstücke seines Vaters und Lehrers, David Oistrach, interpretierte: mit schwindelerregender Präzision, sprachnaher Gestaltung der lyrischen Themen und einer eigenen großen Solokadenz, die Chatschaturjans Original, aber auch die üblicherweise gespielte Kadenz des Vaters, an technischen Herausforderungen noch übertrifft.
Ein Erlebnis aus der Vergangenheit, das sich noch heute lohnt, gehört zu werden.
Cluytens dirigierte als erster Franzose in Bayreuth, nahm die erste Gesamteinspielung der Beethoven-Sinfonien mit den Berliner Philharmonikern auf und war auch in Luzern ein gern gesehener Gast. 1954 traf er auf den jungen Igor Oistrach und sorgte mit Chatschaturjans brillantem Violinkonzert und Francks d-Moll-Sinfonie für Standing Ovations.
Er ist ein wenig in Vergessenheit geraten. Dabei galt André Cluytens in den 1950er- und 1960er-Jahren neben den älteren Kollegen Charles Münch und Ernest Ansermet sowie dem etwas jüngeren Jean Martinon als einer der bedeutendsten Dirigenten des französischen Repertoires. Ein „Spezialist“ war er dennoch nicht. Im Gegenteil: Repertoirevielfalt und Neugier auf Unbekanntes waren typisch für Cluytens.
1955 dirigierte er als erster Franzose in Bayreuth (lange vor Pierre Boulez). Zwischen 1957 und 1960 kam er Herbert von Karajan zuvor, als er mit den Berliner Philharmonikern deren erste Gesamteinspielung der Beethoven-Sinfonien realisierte.
Zwei erstmals veröffentlichte Live-Mitschnitte von den Internationalen Musikfestwochen Luzern (dem heutigen Lucerne Festival) erinnern an den in Belgien geborenen Wahlfranzosen. Im Sommer 1954 entlockte Cluytens am Pult des Philharmonia Orchestra der d-Moll-Sinfonie von César Franck ein Maximum an Farben und Stimmungen und sorgte mit unsentimentalen Tempi für ein packendes sinfonisches Drama. Außerdem traf er auf den erst 23-jährigen Geiger Igor Oistrach, der mit Aram Chatschaturjans Violinkonzert eines der Zugstücke seines Vaters und Lehrers, David Oistrach, interpretierte: mit schwindelerregender Präzision, sprachnaher Gestaltung der lyrischen Themen und einer eigenen großen Solokadenz, die Chatschaturjans Original, aber auch die üblicherweise gespielte Kadenz des Vaters, an technischen Herausforderungen noch übertrifft.
Das 32-seitige, dreisprachige Booklet enthält ein Porträt des Dirigenten von Michael Struck-Schloen und zeigt bislang unveröffentlichte Fotos aus dem Festivalarchiv.
Lucerne Festival. André Cluytens • Vol. XX II
Label: audite
CD im Digipack
EAN: 4022143978462
VÖ: 04. September 2026
Weitere Informationen (Label)
César Franck: Sinfonie d-Moll
Aram Chatschaturjan: Violinkonzert d-Moll
Igor Oistrach: Violine | Philharmonia Orchestra, Leitung: André Cluytens
Live-Aufnahme: Kunsthaus Luzern, 28. August 1954, Erstveröffentlichungen
Spieldauer: 101 Min.
André Cluytens, Foto signiert 1956. Quelle: Sammlung Tino Barindelli. Gemeinfrei
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