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Literatur

Das Weihnachtsverbrechen

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Freitag, den 11. Dezember 2009 um 10:26 Uhr
Das Weihnachtsverbrechen 4.5 out of 5 based on 86 votes.

Um diesen Rat zu beherzigen hatte Jan sich vormittags die Haare schwarz gefärbt und anders frisiert, ganz glatt und mit Scheitel. Außerdem trug er seine Brille nicht im Gesicht sondern im Etui in der Manteltasche. Er selbst fand, dass die Tarnung nicht viel nützte. Er sah immer noch aus wie Jan, nur eben wie Jan mit schwarz gefärbtem Haar und Scheitel und ohne Brille, also mit ständig blinzelnden Augen. Kein großer Unterschied. Vielleicht hatte er ein zu typisches Gesicht…
Der kleine Junge nieste.

Bei meinem Pech, dachte Jan, bekommt Alexander Borges junior eine Lungenentzündung und stirbt und ich bin dran wegen Kidnapping samt Mord. Auf jeden Fall kann ich dann nicht mehr behaupten, dass es ihm gut geht und sie ihn gesund zurück kriegen. Also wenn, mal angenommen, wirklich Sechzigtausend bei der Sache raus springen, dann sollte ich jetzt ein bisschen ins Geschäft investieren.
„Weißt du was“, sagte er, „wir kaufen dir ’n Anorak, okay?“
Der Kleine rieb sich die Augen trocken, polierte noch einmal mit dem Ärmel seine kleine Nase und fragte: „’n Grünen? So mit Wolfspelz, wie ’n Parker?“

In der Nähe des Grindelbergs fanden sie ein Geschäft mit Kinderkleidung. Sehr hübsch, wirklich. Entsprechend teuer.
„Wie wär’s mit dem?“ fragte Jan, nachdem er einige Preisschilder umgedreht hatte.
„Der ist doch nicht grün. Der ist so babyartig, mit diesen Pünktchen da…“
„Komm, zieh mal an!“
Der Anorak passte. Jan wollte ihn kaufen.
Alex zog ihn wieder aus: „Dann lieber gar keinen!“
Gar keinen wollte Jan nicht, wegen eventueller Lungenentzündung des Entführungsopfers.
Axel gefiel eine gesteppte Angelegenheit mit Tarnstreifen, die Jan an Kriegsfilme erinnerte. Das Exemplar gab es nur einmal und drei Nummern zu groß. Wenn Alex die Kapuze überstülpte, war er verschwunden. „Macht nichts, da wachs ich rein!“
Als sie den Laden verließen, fragte Jan: „Wollen wir zu mir fahren und Kaffee trinken?“
Alex schob mit beiden Händen die Riesenkapuze zurück: „Ich mag keinen Kaffee.“
„Dann eben Kakao!“
„Hast du Zuhause was zu Essen, Yaya?“
„Natürlich.“
„Auch so richtig coole Sachen?“
„Klar. Pizza. Oder Nudeln.“
„Und Currywurst?“
„Nein. Die zufällig nicht.“



 
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