Kultur Blog
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- Geschrieben von: Dagmar Reichardt -

Igiaba Scego ist die afro-italienische Antwort auf Joseph Conrad („Heart of Darkness“, 1899), weibliche Variante Italiens eines Uwe Timm („Morenga“, 1978) und Schwester im Geiste der US-Autorin und Nobelpreisträgerin (1993) Toni Morrison mit ihrem Schlüsselroman „Beloved“ (1987), der sich gegen die Sklaverei richtet – nur viel jünger. Geboren wurde die postkoloniale Schriftstellerin 1974 in „Zweiter Generation“ in Rom von Eltern, die aus dem ehemaligen Italienisch-Somaliland – eine der historischen Kernkolonien Italiens (1889-1947) – stammen und nach dem Staatsstreich von Siad Barre 1969 nach Italien fliehen mussten.
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- Geschrieben von: Anna Grillet -

So nah ließ uns Pedro Almodóvar noch nie an sich heran, er gewährt uns einen Blick tief hinein in seine Träume, Ängste, Phantasien, Sehnsüchte, in Vergangenheit und Gegenwart. Basiert „Leid und Herrlichkeit” demnach auf seinem Leben? „Nein, und ja, auf jeden Fall”, lautet die Antwort des 69jährigen spanischen Regisseurs.
Der heute eher sanfte, gefeierte Rebell versetzt die Zuschauer in einen betörenden Schwebezustand zwischen Erinnerung, Fiktion und Realität, erzählt voller Wehmut und leichter Ironie von der Magie des Kinos, von Drogen, Freundschaft, Obsessionen, Liebe, von Tod, den Schmerzen des Alters und einer Mutter, die behauptet, von ihrem Sohn enttäuscht zu sein. Es ist ein höchst subtiler, berückend schöner Film und Antonio Banderas als Alter Ego des Meisters grandios.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Vor zwei Jahren wurde er in Neumünster gefeiert, nun rockte Roger Hodgson die Kieler Sparkassen-Arena. Für die rund 5.000 Fans, die bereits bei den ersten Takten von „Take The Long Way Home“ mitklatschten, war das Supertramp-Revival zweifellos der Höhepunkt des diesjährigen Schleswig-Holstein-Musik-Festivals.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Diese Energie ist phänomenal: Nigel Kennedy spielte beim SHMF in der ausverkauften Lübecker Musikhalle alle schwindelig – die Zuschauer ebenso, wie das Schleswig-Holstein Festival Orchester.
Nach dreieinhalb Stunden Superkonzert schienen sich die Nachwuchsmusiker aus aller Welt zu fragen: Wird der denn niemals müde?
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- Geschrieben von: Anna Grillet -

Hubschrauber bombardieren ein Dorf zu den dröhnenden Klängen von Wagners „Walkürenritt”. „Mein Film ist nicht über Vietnam, er ist Vietnam”, sagte US-Regisseur Francis Ford Coppola nach den Dreharbeiten über „Apocalypse Now”. Er inszenierte Schlachten, als würden sie sich tatsächlich ereignen. 40 Jahre sind vergangen, das visionäre Meisterwerk ist als Antikriegs-Message Teil unseres kollektiven Bewusstseins geworden, Inbegriff des menschlichen Zynismus, von Wahnsinn, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, dem Verlangen nach Selbstzerstörung.
Die „Final-Cut”-Version von 184 Minuten ist in ihrer kühnen brachialen Schönheit auf der großen Leinwand ein überwältigendes Erlebnis. Der achtzigjährige Coppola hat den 1979 gedrehten Film aufwendig restauriert: Von den Originalnegativen wurden 4K Scans erstellt, 300.000 Einzelbilder bereinigt, die Audiospur komplett überarbeitet.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Beklemmend melancholisch, irrsinnig komisch und von wahrhafter Magie: Die Berliner Masken-Truppe Familie Flöz begeisterte mit ihrem SHMF-Gastspiel „Dr. Nest“ im Ernst Deutsch Theater.
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- Geschrieben von: Anna Grillet -

In seinem bildgewaltigen Polit-Thriller schildert Thomas Vinterberg jene Katastrophe, die zur Jahrhundertwende die Welt neun Tage lang in Atem hielt. Das U-Boot K-141 Kursk, Stolz der russischen Marine, sinkt nach der Explosion eines Torpedos schwer beschädigt. Aus Angst vor Imageverlust und Spionage verweigert die Regierung lange jede internationale Hilfe. Und so überlebt am Ende keiner der 118-Mann-Besatzung. 71 Kinder verlieren ihren Vater.
„Kursk” lässt uns nicht mehr los, der Zorn, die Trauer, das Gefühl von Ohnmacht bleibt. Der Film des dänischen Regisseurs ist mehr als ein spannungsgeladenes Survival-Epos, es ist ein subtiles universelles Drama über Solidarität, Mut, Freundschaft und Liebe über den Tod hinaus. Vielleicht begreifen wir hier zum ersten Mal die eigentliche Message des Heavy-Metal-Songs „Enter Sandman”.
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Mit einer energiegeladenen, fulminanten Janine Jansen, einem bestaufgelegten NDR Elbphilharmonie Orchester und einem die Stargeigerin hingebungsvoll, ja fast verliebt begleitendem Krzysztof Urbanski am Pult startete das Schleswig-Holstein Musik Festival 2019 vergangenes Wochenende in einer restlos ausverkauften MuK, wie man die Musik- und Kongresshalle in Lübeck kurz nennt.
Sie wirkt auch mit 41 Jahren noch mädchenhaft jung und natürlich. Wie erfrischend ihr herzhaftes, ansteckendes Lachen gleich zu Beginn, als es beim Shakehands mit Krzyszof Urbandski und den Ersten Geigen ein kurzes Kuddelmuddel gab. Eigentlich will die niederländische Violinistin Janine Jansen seit ihrem Burnout 2010 ja nicht mehr so viele Konzerte geben, höchstens 80 im Jahr, das betont sie in jedem Interview. Beim SHMF, bei dem sie in diesem Jahr Porträtkünstlerin ist, spielt sie allein schon zehn. Was für ein Kraftakt!
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- Geschrieben von: Claus Friede -

Die Idee zu Städte- und Gemeindepartnerschaften, wie wir sie heute kennen, entstand nach dem Zweiten Weltkrieg, ab 1947 in Deutschland. Ausgehend von der britischen Besatzungsmacht sollten freundschaftliche Beziehungen zwischen deutschen und britischen Städten aufgenommen werden, um Völkerverständigung „von unten“ zu ermöglichen.
Die durch zwei verheerende Weltkriege in Europa aufgerissenen Wunden, Ängste und Vorbehalte sollten dadurch schneller heilen, indem Menschen aus unterschiedlichen Ländern zusammengeführt werden. Die persönliche Auseinandersetzung, über Sprach- und Kulturbarrieren hinweg, galt als eine langfristige und effektive sowie öffentlichkeitswirksame Methode. [1]
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- Geschrieben von: Isabelle Hofmann -

Die Eröffnung der Hamburger Ballett-Tage ohne eine Neumeier-Choreografie? Bislang undenkbar!
Mit der Uraufführung der „Shakespeare-Sonette“ von Marc Jubete, Aleix Martinez und Edwin Revazov ist das Undenkbare nun eingetreten: Die drei Neumeier-Zöglinge eröffneten mit ihrer Choreografie-Assemblage zu den Meisterwerken der englischen Renaissance-Dichtung die 45. Hamburger Ballett-Tage.