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Der Pianist Szymon Nehring wurde am heutigen Sonntagvormittag bei der 4. Morgen Musik im Großen Saal der Laeiszhalle mit dem Sir-Jeffrey-Tate-Preis 2026 ausgezeichnet. Der mit 10.000 Euro dotierte Sir-Jeffrey-Tate-Preis der Symphoniker Hamburg, initiiert und gestiftet von Annegret und Claus-G. Budelmann, wird seit 2020 alle zwei Jahre an außergewöhnlich begabte junge Musikerinnen und Musiker verliehen. Im Rahmen des Konzertes war Szymon Nehring mit Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 3 als Solist zu erleben. Symphoniker-Intendant Daniel Kühnel übergab die Urkunde im Anschluss daran auf der Bühne. In der zweiten Konzerthälfte erklang unter der Leitung von Delyana Lazarova Dvořáks 9. Symphonie »Aus der Neuen Welt«.

 

In der Begründung der Jury heißt es:
»Szymon Nehring ist eine Ausnahmeerscheinung unter den vielen hervorragenden jungen Pianist:innen der Gegenwart. Seine frappierende pianistische Virtuosität tritt nie isoliert in den Vordergrund, sondern ist vollständig in eine Musikerpersönlichkeit von höchster Integrität eingebettet. Seine musikalische Sprache scheint nobel, mutig, stark und elegant auf, zieht an und fasziniert durch ihre Unmittelbarkeit. Seine Ausdrucksmittel wirken nie verkopft, sondern vermitteln physisch klug, offen und präsent. Szymon Nehring zweifelt immer, aber hadert nie, und er verliert, wenn es darauf ankommt, weder die Kontrolle noch seinen feinen Humor. Szymon Nehring folgt stets der Musik und niemals einem modischen Diktat; Vulgarität scheint ihm gänzlich fremd. In all dem erinnert er wohltuend auf eigene und sehr zeitgemäße, aktuelle Weise an Qualitäten der legendären Pianisten des frühen 20. Jahrhunderts.

Die Jury möchte mit der heutigen Auszeichnung Szymon Nehrings stete Suche nach Wahrhaftigkeit in Klang und Ausdruck würdigen. Für die Symphoniker Hamburg – Laeiszhalle Orchester ist es eine Freude und ein Privileg, ihn als künstlerischen Partner und Freund zu kennen. Sir Jeffrey – so unsere Überzeugung – hätte ihn genauso wie wir als Musiker und als Mensch ins Herz geschlossen.«

Zur Jury des Sir-Jeffrey-Tate-Preises 2026 gehörten unter anderem Annegret und Claus-G. Budelmann sowie von den Symphonikern Hamburg Chefdirigent Sylvain Cambreling, Intendant Daniel Kühnel und der Erste Konzertmeister Adrian Iliescu. Erstmals erhielt den Preis, der dem 2017 verstorbenen ehemaligen Chefdirigenten der Symphoniker gewidmet ist, im Jahr 2020 der Bratschist Timothy Ridout, der inzwischen zu den bedeutendsten Solist:innen seines Fachs zählt.

 

Szymon Nehring gilt als einer der bedeutendsten polnischen Pianisten seiner Generation und ist mit den Symphonikern Hamburg seit einigen Jahren eng verbunden. 2017 gewann er als erster Pole den Internationalen Arthur Rubinstein Wettbewerb in Tel Aviv; zuvor war er bereits Finalist des Internationalen Chopin-Wettbewerbs in Warschau. Er konzertierte mit Orchestern wie der Sinfonia Varsovia, dem Israel Philharmonic Orchestra, den Bamberger Symphonikern, den Symphonikern Hamburg und dem Orchestra of the Eighteenth Century. Dabei arbeitete er mit Dirigenten wie Sylvain Cambreling, Karina Canellakis, David Zinman, Marin Alsop und Krzysztof Penderecki zusammen. Auftritte führten ihn u. a. in die Carnegie Hall, die Elbphilharmonie, das Konzerthaus Berlin und den Wiener Musikverein. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählen die Aufnahme »Minimalist« sowie eine Gesamteinspielung der Soloklavierwerke Chopins.

 

In dieser Saison war Szymon Nehring außer bei der 4. Morgen Musik auch beim 4. Symphoniekonzert im Dezember zu erleben und wird auch im Rahmen des diesjährigen Martha Argerich Festivals (20. bis 30. Juni) auftreten.
Zum Programm des Martha Argerich Festivals 2026

 

Quelle Symphoniker Hamburg e.V.

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