Seit 1310 prägt der denkmalgeschützte Wehr- und Leuchtturm Neuwerk als ältester Profanbau Hamburgs und ältester Leuchtturm an der deutschen Nordseeküste die Insel. Dieses einzigartige Bauwerk wird nun für rund 22 Mio. Euro umfassend saniert: Das Denkmal wird gesichert und sorgfältig instandgesetzt, damit die traditionsreiche Nutzung als Hotel und Gastronomiebetrieb wieder zum Leben erweckt werden kann. Als Außenstandort des Bezirks Mitte werden dann nach Fertigstellung auch wieder Trauungen an diesem einzigartigen Ort möglich sein. Das Archäologische Museum Hamburg wird in diesem Sommer eine viermonatige Ausgrabung auf der Turmwurt, auf der der Leuchtturm steht, durchführen. Bis 2028 sollen die umfangreichen Arbeiten abgeschlossen sein – als Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets für Hamburgs Nordseeinsel.
Parallel zu den Bauarbeiten am Turm und der fast fertiggestellten Sanierung zweier Häuser neben dem Schulgebäude treibt die Stadt Hamburg auch ein Wohnungsbauprojekt mit 12 Wohneinheiten auf der Insel weiter voran. Für die beiden Hotels „Nige Hus“ und „Das altes Fischerhaus“, die die Stadt in Kürze erwerben wird, werden derzeit neue Pächterinnen oder Pächter gesucht. Auch wenn es bereits erste Interessensbekundungen gibt, können Interessierte sich weiterhin bei der Stadt melden.
Senator für Finanzen und Bezirke, Dr. Andreas Dressel: „Es geht endlich los mit den Arbeiten am Leuchtturm auf Neuwerk! Der Start der Sanierungsarbeiten ist ein Aufbruchsignal. Gleichzeitig ein starkes Zeichen für den Erhalt unseres kulturellen Erbes und die Zukunftsfähigkeit der Insel. Die enge Zusammenarbeit von Bauleitung, Architekten, Restauratorinnen, Denkmalpflege und Archäologie zeigt, wie wichtig uns der behutsame Umgang mit diesem einzigartigen Ensemble ist. Hamburg kümmert sich um die stadteigene Insel: Wir investieren in den Leuchtturm, verschiedene Wohnprojekte und die Infrastruktur vor Ort. Neuwerk ist immer noch eine Ruheoase in der Nordsee, aber es ist vieles in Bewegung und im Umbau. Alle Hamburgerinnen und Hamburger sind eingeladen, die bevorstehende Saison für einen Abstecher auf ‚ihre’ Insel zu nutzen. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die mit großem Engagement und unter herausfordernden Bedingungen dieses besondere Projekt am Leuchtturm voranbringen.“
Senator für Kultur und Medien, Dr. Carsten Brosda: „Der Leuchtturm Neuwerk erzählt seit mehr als 700 Jahren von der Geschichte Hamburgs, von Handel, Schifffahrt und dem Leben an der Elbe. Als eines der ältesten Gebäude Hamburgs ist er ein bedeutendes Kulturdenkmal und ein prägendes Wahrzeichen im Wattenmeer. Mit den archäologischen Untersuchungen und der denkmalgerechten Instandsetzung bewahren wir diesen besonderen Ort und machen seine Geschichte auch für kommende Generationen erlebbar. Es lohnt sich, dieses geschichtsträchtige Gebäude und diese einzigartige Insel zu besuchen!“
Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Hamburgs Landesarchäologe und Direktor des Archäologischen Museums Hamburg: „Die Erkenntnisse, die wir uns von dieser Grabung erhoffen, sind deshalb sehr wertvoll, weil wir über die Archäologie der Insel und dieses bedeutende Bauwerk praktisch nichts wissen. Es geht dabei nicht nur um die Rekonstruktion der Vergangenheit, sondern auch darum, die kulturelle Identität der Insel zu bewahren und gleichzeitig bei vielen Besuchern ein Interesse an der spannenden Geschichte zu wecken.“
Leuchtturm
Nach einer umfangreichen Planungs- und Genehmigungsphase beginnt nun die aktive Bauphase. Seit April 2026 werden Materialien und Maschinen sowohl über das Watt als auch per Schiff auf die Insel transportiert, um die Baustelleneinrichtung vorzubereiten und das Gerüst aufzubauen. Die mit der Fassadensanierung beauftragte Firma hat bereits eine detaillierte Kartierung der vorhandenen Risse vorgenommen, die nun systematisch dokumentiert wird. Weitere Gewerke werden sukzessive beauftragt, da die logistischen Bedingungen auf der Insel und im Turm parallele Arbeiten nur bedingt zulassen. Die denkmalgerechte Instandsetzung der Fassade als zentrale restauratorische Maßnahme, startet im Juni 2026 und soll bis 2028 abgeschlossen sein.
Bis der Turm voraussichtlich 2028 in seiner Tradition als Hotel- und Gastronomiebetrieb wiedereröffnet wird, startet ab Herbst 2026 auch die umfangreiche, denkmalgerechte Sanierung des Innenbereichs. Für die Instandsetzung des Leuchtturms werden rund 22 Mio. Euro investiert, davon stammen 3,55 Millionen Euro aus einer Bundesförderung. Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien hat einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn genehmigt, sodass die Arbeiten bereits anlaufen konnten, auch wenn die endgültige Bewilligung noch aussteht.
Archäologische Untersuchungen
Ein wesentlicher Aspekt der Baumaßnahmen betrifft die Turmwurt, die als eingetragenes Bodendenkmal besonderen Schutz genießt. Vor jeglichen baulichen Eingriffen werden daher archäologische Grabungen durchgeführt, die vom Archäologischen Museum Hamburg geleitet werden. Diese Untersuchungen erstrecken sich über einen Zeitraum von vier Monaten, beginnend im Juni 2026 bis Ende September 2026. Ziel dieser Ausgrabungen ist es, neue Erkenntnisse zur Entstehung und Entwicklung der mittelalterlichen Turmwurt sowie der Turmgründung zu gewinnen. Die wissenschaftlichen Untersuchungen sollen nicht nur zur Rekonstruktion der Vergangenheit beitragen, sondern auch die kulturelle Identität der Insel bewahren und das Interesse der Besucher an der historischen Bedeutung des Leuchtturms fördern.
Nebengebäude zum Turm (neben der Schule)
Mit den beiden Häusern neben der Schule wurden zwei historische Gebäude in eine Wohnnutzung umgewandelt und ausgebaut. Die Ausführung ist hier in den letzten Zügen und wird zu Juli dieses Jahres fertiggestellt. Bevor die Gebäude an die zukünftigen Turmbetreiberinnen und Turmbetreiber bzw. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übergeben werden, stehen die beiden Häuser dem Planungsteam und den Handwerkern der Turmbaustelle zur Zwischennutzung zur Verfügung.
Wohnungsbauprojekt „Neuer Osthof“ Flurstück 378
Laut dem im Jahr 2020 beschlossenen Entwicklungskonzept, dass maßgeblich gemeinsam mit Neuwerkerinnen und Neuwerkern erstellt wurde, soll die Einwohnerzahl und der Tourismus auf der Insel perspektivisch moderat wachsen. Die Freie und Hansestadt Hamburg hat sich dieser Aufgabe angenommen. Die Wohnungen sollen denjenigen Personen zur Verfügung gestellt werden, die imstande sind, die Zukunft Neuwerks aufrecht zu erhalten und neu zu gestalten. Dies schließt sowohl (neue) Einwohnerinnen und Einwohner, Familien, Wissenschafts- und Kreativschaffende als auch Pächter und Personal der Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe ein.
Quelle: Behörde für Finanzen und Bezirke in hamburg

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