Vom 26. Juni bis 5. Juli 2026 verwandelt sich ganz Südtirol erneut in eine Bühne für ein Programm, das Improvisation, Landschaft und überraschende Begegnungen miteinander verbindet.
Der Auftakt gehört dem Gard Nilssen Supersonic Orchestra, das nicht nur als Großformation auftritt, sondern zum musikalischen Reservoir wird: Aus ihm entstehen im Verlauf des Festivals immer neue Konstellationen. Aus der orchestralen Struktur bilden sich kleinere Ensembles, die außergewöhnliche Orte bespielen – von der Silvesterkapelle im Langental bis zum Swimmingpool im NOI Techpark in Bozen. Genau diese Suche nach unverbrauchten Klangräumen prägt das Festival und macht den Aufführungsort zu einem integralen Bestandteil der musikalischen Idee und des Hörerlebnisses.
Die regionale Topografie wird dabei selbst zum aktiven Gestaltungselement: Klimastollen Prettau, Meraner Pferderennbahn oder Schneeberg dienen nicht nur als Kulisse, sondern als temporäre Bühnen, auf denen sich Wahrnehmung und Musik gegenseitig bedingen. Diese strukturelle Offenheit setzt sich in den ‚Sonic Reactions‘ fort, in denen Musiker:innen in neuen, unvorhersehbaren Konstellationen aufeinandertreffen. Diesen Gedanken führt die Late-Night-Reihe fort, indem sie improvisierte Musik konsequent in Richtung Clubkultur und hybrider Konzertformen weiterdenkt. Das Spektrum reicht von elektroakustischen Grenzgängen über kompromisslose Improvisation bis hin zu Tanzbarem zwischen Jazz, Clubmusik und experimentellem Pop. Künstler:innen wie Elektro Guzzi, LVDF, O.N.E., Anaïs Drago und Kit Downes schlagen Brücken zwischen Jazz, Groove und elektronischer Clubkultur – nicht als modisches Zugeständnis, sondern als logische Fortführung eines freien Improvisationsbegriffs.
Auch in diesem Jahr setzt das Festival wieder auf die Zusammenarbeit mit jungen Musiker:innen aus der Euregio. Unter der Leitung von Laura Zöschg entsteht ein neues, grenzüberschreitendes Projekt, das Künstler:innen aus Südtirol, Tirol und Trentino zusammenbringt und Raum für gemeinsame musikalische Entwicklungen und neue künstlerische Begegnungen schafft.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der bewährten Kooperation mit dem Film Festival Bozen. Hier vertonen Matteo Paggi und Andrea Grossi eine katalanische Amateurfilm-Sammlung live und übertragen den experimentellen Geist der Zwischenkriegszeit in eine aktuelle musikalische Sprache zwischen Posaune, Bass und Elektronik.
Ob beim transzendentalen, fünfstündigen „Kabarila Jazz Ritual“ oder auf den Wanderwegen mit Matthias Schriefl, das Südtirol Jazzfestival Alto Adige 2026 lädt dazu ein, Jazz als lebendigen, unmittelbaren Prozess zu begreifen. Zwischen Bühne und Landschaft, Komposition und Improvisation, Planung und Zufall bietet sich ein Programm, das Hören als aktive Erfahrung versteht und den Jazz genau dort sucht, wo er sich im Moment der Entstehung immer wieder neu erfindet.
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Quelle: Jazz Music Promotion

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