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Der Westfälische Kunstverein und die Volksbank im Münsterland eG vergeben erstmals eine Förderung für Kunstvermittler:innen. Das 12-monatige Fellowship für Kunstvermittlung ab Oktober 2026 unterstützt die Entwicklung kollaborativer, prozessorientierter und innovativer Vermittlungsformate und fördert so die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst in engem Austausch mit dem Westfälischen Kunstverein und den dort ausstellenden internationalen Künstler:innen.

 

Westfälischer Kunstverein
Der Westfälische Kunstverein versteht sich als Ort der unmittelbaren Auseinandersetzung mit der Gegenwart. Seit seiner Gründung im Jahr 1831 setzt sich die gemeinnützige Organisation für die Förderung, Produktion, Ausstellung und Vermittlung zeitgenössischer Kunst und ihrer Diskurse ein. Anders als museale Institutionen, die zumeist kanonisierte Positionen zeigen, präsentiert der Westfälische Kunstverein internationale Gegenwartskünstler:innen erstmals in Deutschland und realisiert zahlreiche Neuproduktionen.

 

Volksbank im Münsterland eG
Die Volksbank im Münsterland eG setzt sich seit vielen Jahren für die Förderung von Gegenwartskunst und ihren Akteur:innen in Münster und der Region ein. Mit Programmen wie dem 2022 initiierten start3 unterstützt sie gezielt junge Künstler:innen durch Start-, Produktions- und Katalogstipendien. Darüber hinaus engagiert sich die Volksbank im Rahmen der Sammlung Junge Kunst aus dem Münsterland durch gezielte Ankäufe für den Aufbau und die kontinuierliche Weiterentwicklung regionaler künstlerischer Positionen. Mit dem nun erstmals ausgeschriebenen Fellowship setzt der Kunst- und Kulturausschuss unter der Leitung von Kathrin Dierkes einen neuen Schwerpunkt im Bereich der Kunstvermittlung und ihrer nachhaltigen Stärkung in Münster und darüber hinaus.

 

Die enge Zusammenarbeit mit den Künstler:innen, die Auseinandersetzung mit zeitspezifischen Fragen und Widersprüchlichkeiten, aber selbstverständlich auch die orts- und kontextspezifischen künstlerischen Arbeiten, die im Auftrag des Westfälischen Kunstvereins realisiert werden, eröffnen ganz besondere Möglichkeiten: Vermittlung kann hier dialogisch, prozesshaft und interdisziplinär gestaltet werden. Veranstaltungen, die im Kontext der Ausstellungen stattfinden, sind in diesem Sinne nicht „begleitend“ angelegt. Vielmehr sollen sie fragend, perspektivierend, kontextualisierend operieren – in Form von künstlerischen Interventionen, Gesprächen, Vorträgen, Performances, Workshops, Texten usw.

 

Unter neuer künstlerischer Leitung seit Herbst 2024 möchte der Westfälische Kunstverein vermittelnde Denk- und Arbeitsweisen zukünftig weitaus stärker in die kuratorisch-konzeptionelle Arbeit integrieren. Inspiriert ist dieses Vorhaben von dem Begriff „Gegenverkehr“ in der Wissensproduktion (Nora Sternfeld): ein Raum, in dem Wissen nicht einseitig übertragen wird, sondern im Austausch. Vermittlung bedeutet hier nicht Erklärung, sondern das gemeinsame Aushandeln von Bedeutung, das Verstehen- und Kennenlernen-wollen anderer Perspektiven und Lesarten. Teilhabe wird als Voraussetzung und nicht als Ergebnis betrachtet.

 

Ziel des Fellowships ist es, diesen offenen, kritischen Vermittlungsbegriff langfristig zu stärken und als lebendige Praxis in enger Zusammenarbeit mit dem Westfälischen Kunstverein weiterzuentwickeln. Die Vermittlungsarbeit soll stärker im städtischen und kulturellen Umfeld verankert werden und neue Formen der Kooperation ermöglichen.

 

Voraussetzungen & Förderung

Das Fellowship richtet sich an Kunstvermittler:innen, die Interesse haben, eng mit einer Institution wie dem Westfälischen Kunstverein zusammenzuarbeiten und im Dialog mit den Kurator:innen Vermittlungsformate zu entwickeln. Es besteht keine Residenzpflicht in Münster.

 

Ein abgeschlossenes Studium in Kunstvermittlung, Kunst- und Kulturwissenschaften oder vergleichbaren Fächern ist nicht zwingend erforderlich, da einschlägige Berufserfahrung als gleichwertig anerkannt wird. Fließende Deutsch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift werden vorausgesetzt.

 

Im Rahmen des Fellowships wird erwartet, dass die:der Fellow pro Ausstellung mindestens zwei eigenständig konzipierte Vermittlungsformate für spezifische Zielgruppen realisiert. Darüber hinaus soll sich die:der Fellow mit den bestehenden Kooperationspartner:innen vertraut machen und aktiv Beziehungen zu weiteren lokalen Akteur:innen aufbauen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Mitgestaltung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, um neue Zielgruppen anzusprechen und die Sichtbarkeit der Vermittlungsarbeit über klassische Formate hinaus zu erweitern.

Die Förderung erfolgt durch die monatliche Vergabe eines Stipendiums i.H.v. 1.500 € über einen Zeitraum von insgesamt 12 Monaten, vom 1. Oktober 2026 bis zum 30. September 2027.

 

Bewerbungs- und Auswahlverfahren

Die Bewerbungsunterlagen sind bis zum 28. Mai 2026 per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. einzureichen. Die Bewerbungsgespräche finden voraussichtlich im Juli 2026 mit einer externen Fachjury sowie Kathrin Dierkes (Kunst- und Kulturbeauftragte der Volksbank im Münsterland eG) und Theresa Roessler (Direktorin des Westfälischen Kunstvereins) in Münster statt. Die Bekanntgabe der:des Fellows erfolgt im August 2026.

 

Quelle: Westfälischer Kunstverein Münster

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