Hamburgische Kulturstiftung verlieh die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung an die Schauspielerin aus dem Ensemble des Thalia Theaters
Am 2. Dezember 2025 hat die Hamburgische Kulturstiftung den Rita Tanck-Glaser Schauspielpreis verliehen: Ausgezeichnet wurde die Schauspielerin Oda Thormeyer, die seit 2009 Ensemblemitglied am Thalia Theater ist. Stifterin des mit 10.000 Euro dotierten Preises ist die 1999 verstorbene Hamburger Theaterliebhaberin Rita Tanck-Glaser, die mit diesem Vermächtnis ihrer Liebe zum Theater und zur Schauspielkunst Ausdruck verlieh.
Die Veranstaltung begann mit einer musikalischen Eröffnung von Arne Bischoff am Klavier und Julian Greis (Gesang). Oda Thormeyer trug einen Monolog aus Christopher Rüpings Inszenierung von Benjamin Stuckrad-Barres Roman »Panikherz« vor. In seiner Laudatio sagte der Schauspieler Julian Greis, der ebenfalls Ensemble-Mitglied am Thalia Theater ist: »Ich habe Oda Thormeyer das erste Mal auf der Bühne in »Nach der Probe« von Ingmar Bergmann in der Inszenierung von Luk Perceval gesehen. Ich war damals sofort angetan von dieser Schauspielerin, die ich ab jetzt meine Kollegin nennen durfte. Mit welcher Kraft Oda da auf der Bühne spielte und gleichzeitig mit einer Leichtigkeit und einem Schalk im Nacken, das blieb mir lange im Gedächtnis.«. Zum Abschluss des Abends präsentierten Oda Thormeyer und Bernd Grawert einen Auszug aus »Blind Date« von Theo van Gogh in der Inszenierung von Alia Luque.
Ilka von Bodungen, geschäftsführende Vorständin der Hamburgischen Kulturstiftung, überreichte den Preis und sagte: »Als leidenschaftliche Theatergängerin hat uns Rita Tanck-Glaser diesen Preis vermacht, damit wir Schauspielpersönlichkeiten für ihr herausragendes Spiel auf Hamburger Bühnen würdigen. Oda Thormeyer ist eine feste Größe im Thalia Ensemble, die nicht die Hauptrolle spielen muss, um bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Sie hat in zahlreichen, ganz unterschiedlichen Inszenierungen und Rollen mit ihrem feinen Spiel, ihrem Witz und ihrer Vielseitigkeit überzeugt. Wir danken der Jury für ihre Wahl!«
Die Jury würdigte Oda Thormeyer als »eine echte Ensemblespielerin. Vielseitig, uneitel und flexibel bringt sie Figuren von innen heraus zum Leuchten – und lässt auch andere strahlen. Mal mit feiner Bühnenpoesie, dann wieder grandios komisch. Immer mit einem sensiblen Gespür für Zwischentöne und Brüche in Stoffen, Texten, Menschen. Sie lebt die Idee einer Bühne als Resonanzraum für die Stadtgesellschaft – weil sie sich für kleine Projekte ebenso begeistern kann wie für große. Eine engagierte Künstlerin, die dem Thalia Ensemble und dem Hamburger Publikum zum Glück erhalten bleibt.« Mitglieder der Jury waren Franziska Autzen (freie Regisseurin), Stefan Forth (Theaterkritiker NDR Kultur, nachtkritik.de), Ulrike Maack (freie Regisseurin), Dr. Barbara Müller-Wesemann (Hochschule für Musik und Theater Hamburg) und Stephan Schad (Schauspieler).
In der ersten Spielzeit der Intendanz von Sonia Anders am Thalia Theater ist Oda Thormeyer unter anderem in den Premieren »Porneia« von Golda Barton nach der Komödie Lysistrata von Aristophanes (Regie: Isabelle Redfern) und »Was ihr wollt« nach William Shakespeare in der Regie von Anne Lenk zu sehen. Seit ihrem Beginn als Ensemblemitglied am Thalia Theater im Jahr 2009 stand Oda Thormeyer in rund 50 Inszenierungen auf der Bühne.
In Fürstenau geboren, studierte Oda Thormeyer am Max Reinhardt Seminar in Wien. Ab 1983 war sie am Burgtheater Wien engagiert, wechselte 1992 ans Schauspiel Frankfurt und 1995 an das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg, wo sie in Luk Percevals Shakespeare-Adaption »Schlachten!« spielte. 2000 schloss sie sich dem Ensemble des Schauspiel Hannover an und arbeitete u. a. mit Jürgen Gosch, Christina Paulhofer und erneut mit Luk Perceval. Seit der Spielzeit 2009/10 ist Oda Thormeyer Ensemblemitglied am Thalia Theater. 2011 spielte sie die Mutter in Dimiter Gotscheffs Inszenierung von Peter Handtkes »Immer noch Sturm«, einer Koproduktion des Thalia Theaters und den Salzburger Festspielen. Mit der Inszenierung »Jeder stirbt für sich allein« von Hans Fallada, in einer Fassung von Luk Perceval und Christina Bellingen, war sie in der Kategorie »Inszenierung des Jahres« zum Berliner Theatertreffen 2013 eingeladen. Beim Wiener Theaterpreis »Nestroy« war sie 2019 für ihre Darstellung von »Frau Muskat« in »Liliom« (Regie: Kornél Mundruczó) als »Beste Darstellerin in einer Nebenrolle nominiert. Neben dem Theater war und ist sie an Film- und Fernsehproduktionen wie »Tatort«, »Notruf Hafenkante«, »Gefesselt«, »Nord bei Nordwest« und Kinofilmen wie »Der Geschmack von Apfelkernen« und »Da kommt noch was« beteiligt.
Pressefoto in der Anlage: Das Foto kann für die Berichterstattung unter Angabe der jeweiligen Copyrights verwendet werden.
Von links nach rechts: Stefan Forth, Ulrike Maack und Dr. Barbara Müller-Wesemann, Ilka von Bodungen, Oda Thormeyer, Julian Greis, Sonja Anders
Quelle: Hamburgische Kulturstiftung

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