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Buch des Jahres wird Jegana Dschabbarowas Roman „Die Hände der Frauen in meiner Familie waren nicht zum Schreiben bestimmt“, diesjähriger Sachbuchpreis der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS ist Eva Thönes Buch „Weibliche Macht Neu Denken“.


Die diesjährigen Preisträger:innen der Hamburger Literaturpreise stehen fest: Als Buch des Jahres kürte eine unabhängige Jury den Roman „Die Hände der Frauen in meiner Familie waren nicht zum Schreiben bestimmt“ von Jegana Dschabbarowa, erschienen im Zsolnay Verlag. Der Sachbuchpreis der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS geht an Eva Thöne für ihr Werk „Weibliche Macht Neu Denken“, erschienen bei Hanser. Die Hamburger Literaturpreise umfassen insgesamt ein Preisgeld von 84.000 Euro. Die Preise in den Kategorien Roman, Erzählung, Drama/Lyrik/Experimentelles, Kinder- und Jugendbuch und der Comic-Preis sind mit je 8.000 Euro dotiert. Die drei Übersetzungspreise mit je 4.000 Euro. In diesem Jahr haben sich 289 Schreibende am Wettbewerb beteiligt.


Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Hamburger Literaturpreise zeigen, welche erzählerische Kraft uns sprachliche Kreativität in dieser Stadt zu Hause sind. Die ausgezeichneten Texte begeistern mit einer enormen Themenvielfalt und einer hohen literarischen Qualität. Ich gratuliere allen Preisträger:innen sehr herzlich und danke der Jury für ihre Auswahl. Ebenso danke ich der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, dass sie mit dem von ihr gestifteten Sachbuchpreis erneut ein Genre in den Mittelpunkt rückt, das uns hilft, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und neue Perspektiven einzunehmen. Ich wünsche mir, dass die Hamburger Literaturpreise das Schaffen aller Ausgezeichneten beflügeln.“

Manuel Hartung, Vorstandsvorsitzender ZEIT STIFTUNG BUCERIUS: „Mit dem Sachbuchpreis wollen wir als ZEIT STIFTUNG BUCERIUS zu einer offenen, informierten und streitbaren Gesellschaft beitragen. Dass die Jury mit ‚Weibliche Macht neu denken‘ Eva Thönes kluge Analysen, klare Thesen und konkrete Forderungen zu Frauen und Macht ausgewählt hat, freut mich sehr – ihr Appell für mehr Verantwortung und mehr echtes Handeln statt erstarrter Führung und hohlem Empowerment wird hoffentlich viele Leserinnen und Leser erreichen. Gerade in diesen Zeiten brauchen wir vielfältige Perspektiven – und mehr Frauen in Verantwortung in einer immer komplexer werdenden Welt. Ganz nach Thönes Forderung: Wir müssen Macht neu denken.“

In den prämierten Texten gibt es von toten Katzen namens George Clooney, die fälschlicherweise als Opfergabe für Dämonen gehalten werden über Hände, die Freude ausdrücken, aber nur auf Hochzeiten tanzen dürfen und gebärdenden Tiefseewissenschaftlerinnen bis zu Kaffee mit Marzipanaroma, der als Protest gegen den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine getrunken wird, viel zu entdecken.

Das Buch des Jahres von Jegana Dschabbarowa erschien 2023 zuerst auf Russisch und wurde für die deutsche Erstauflage von Maria Rajer übersetzt. Der Debütroman der 1992 in einer aserbaidschanischen Familie in Jekaterinburg/Russland geborenen und heute in Hamburg lebenden Essayistin und Autorin, beschäftigt sich ebenso poetisch wie eindrücklich mit weiblichen Körpern in einer vom Patriarchat und dem Islam geprägten Gesellschaft. Der hochliterarische Text zeigt die Auswirkungen von Fremdenfeindlichkeit, den engen Grenzen sozialer Erwartungen und dem Fehlen von Freiheit.

Der diesjährige Sachbuchpreis der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS von Eva Thöne beschäftigt sich mit weiblicher Macht. Die 1986 in Göttingen geborene Journalistin und Ressortleiterin beim Spiegel geht dabei der Frage nach, wie ein feministisches und gerechtes Handeln heute möglich werden kann. Sie fragt danach, wie weibliche Macht in einem männlich dominierten System aussehen kann und wie ein Wandel hin zu mehr Solidarität und Selbstwirksamkeit aussehen könnte.

Die mit je 8.000 Euro dotierten Hamburger Literaturpreise erhalten in der Kategorie:

Buch des Jahres: Jegana Dschabbarowa für „Die Hände der Frauen in meiner Familie waren nicht zum Schreiben bestimmt“ (Zsolnay Verlag)
Sachbuchpreis der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS: Eva Thöne für „Weibliche Macht Neu Denken“ (Hanser Verlag)
Roman (zwei Preise): Andreas Moster und Nicole Röndigs
Erzählung: Verena Carl
Lyrik, Drama, Experimentelles (zwei Preise): Friederike Meltendorf und Till Raether
Kinder- und Jugendbuch: Juliane Pickel
Comic: Noëlle Kröger

Die mit jeweils 4.000 Euro dotierten Preise für literarische Übersetzungen gehen an:

Nicolai von Schweder-Schreiner für „Cinema Love“ aus dem Englischen
Corinna Popp für die Übersetzung von „Lucy (4,6 Milliarden Jahre)“ aus dem Französischen
Kirsten Gleinig für die Übersetzung von „Der Traum des Jaguars“ aus dem Französischen

Die unabhängige Jury hat 245 anonymisierte Bewerbungen für Literatur, 25 Comic-Projekte sowie 19 literarische Übersetzungen geprüft. In diesem Jahr waren die freie Lektorin und Moderatorin Katharina Gerhardt, die freie Lektorin und Mitarbeiterin des mare-Verlags Leliah Engel, der Literaturübersetzer Ingo Herzke, die Kulturjournalistin Jana Felgenhauer sowie der Autor und Vorjahrespreisträger Markus Schneider als Jury tätig.

Die Behörde für Kultur und Medien fördert mit den Hamburger Literaturpreisen Autor:innen, Übersetzer:innen sowie Zeichner:innen, die in Hamburg oder im Gebiet des Hamburger Verkehrsverbundes ihren ersten Wohnsitz haben. Die Vergabe des Comic-Preises wird vom Hamburger Comicfestival e. V. begleitet, der 2025 den Comic-Zeichner und freischaffenden Illustrator Max Baitinger in die Jury entsendet hat. Für die Kategorien „Buch des Jahres“ und „Sachbuchpreis der ZEIT STIFTUNG BUCERUS“ ist keine Eigenbewerbung möglich.

Die Preisverleihung findet am Montag, dem 8. Dezember 2025, im Literaturhaus Hamburg statt. Staatsrätin für Kultur und Medien Jana Schiedek wird die Auszeichnungen überreichen.

Der Katalog zu den Preisträger:innen liegt kurz vor der Preisverleihung vor und kann dann auf www.hamburg.de/go/108204 heruntergeladen werden.

Quelle: Behörde für Kultur und Medien

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