Vom 7. bis 11. September machen Fachleute historisch-politischer Bildung und junge Engagierte im KörberHaus innovative Lösungsansätze für gesellschaftliche Herausforderungen erlebbar.
Wie kann Geschichte den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken? Was braucht es, damit aus Politikverdrossenheit gesellschaftliches Engagement wird? Und wer bestimmt, wie Geschichte erzählt wird, wenn Künstliche Intelligenz eine immer größere Rolle spielt? Um Fragen wie diese geht es beim EUSTORY Past Forward Festival vom 7. bis 11. September im KörberHaus in Hamburg-Bergedorf.
Das Festival markiert das 25-jährige Bestehen von EUSTORY – einem Netzwerk, das von der Körber-Stiftung initiiert wurde und aus zivilgesellschaftlichen Organisationen aus mittlerweile mehr als 20 Ländern besteht, die nationale Schülergeschichtswettbewerbe durchführen. Entsprechend international wird das Jubiläum gefeiert: Rund 200 Gäste aus insgesamt mehr als 40 Ländern und mit verschiedenen Erfahrungen und Expertisen sind geladen, darunter Wettbewerbsorganisatoren und -teilnehmende sowie Alumni verschiedener Generationen und Expertinnen und Experten innovativer Bildungsarbeit. Das vielfältige Programm zeigt den konstruktiven Beitrag, den ein zukunftsfähiger Umgang mit der Geschichte leistet, und reicht von interaktiven Workshops und Dialogformaten über Ortstermine bei Hamburger Bildungsinitiativen zu Keynotes von renommierten Speakern. Das vollständige
Programm finden Sie hier sowie nachstehend eine Auswahl einiger Festival-Highlights:
Dienstag, 8. September, 19 Uhr: Öffentliche Abendveranstaltung „Geschichte als radikale Hoffnung“
Sozialphilosoph Roman Krznaric zeigt anhand von Beispielen aus Europa und darüber hinaus, welche unerwarteten Anregungen wir in der Vergangenheit finden können, um einige der grundlegenden Herausforderungen unserer Zeit anzugehen – von der Klimakrise bis zum Aufstieg des Autoritarismus.
Mittwoch, 9. September, 12 Uhr: Preisverleihung des internationalen Wettbewerbs „Roots & Reels“
Wo ist Geschichte für dich relevant? Zu dieser Frage wurden mehr als 100 Kurzvideos aus 19 Ländern mit persönlich bedeutsamen Geschichten eingereicht, die um jeweils drei Jury- und drei Publikumspreise konkurrierten. Die Preisträgerinnen und Preisträger sind zwischen 13 und 27 Jahre alt und kommen aus der Türkei, Georgien, Albanien, Armenien, Kroatien und der Ukraine.
Donnerstag, 10. September, ab 9 Uhr: Keynotes und Panels
Der US-amerikanische Historiker Jason Steinhauer analysiert in seiner Keynote, wie neue Technologien in unser Wissen über die Vergangenheit eingreifen und was das für Historiker und Lehrkräfte bedeutet.
Jørgen Watne Frydnes, heute Vorsitzender des norwegischen Nobelkommittees, spricht über seine Erfahrungen bei der Aufarbeitung des kollektiven Traumas nach dem Attentat auf Jugendliche auf der Insel Utøya im Jahr 2011.
Ein drittes Panel u.a. mit Jens-Christian Wagner von der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora beleuchtet Strategien, mit denen zivilgesellschaftliche Organisationen auf massive staatliche Eingriffe in die Geschichtsarbeit reagierten, und fragt, ob sich Lehren aus Ungarn und Polen auf Deutschland übertragen lassen.
Über EUSTORY
Das EUSTORY-Netzwerk verbindet zivilgesellschaftliche Organisationen aus über 20 Ländern, die nationale Geschichtswettbewerbe durchführen. Nach dem Modell des deutschen Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten haben im Rahmen von EUSTORY inzwischen über 307.000 Teilnehmende insgesamt 110.000 Beiträge eingereicht. 2001 wurde EUSTORY von der Körber-Stiftung initiiert und wird seitdem von Hamburg aus geleitet. Unter dem Motto „Understanding Differences, Overcoming Divisions“ fördert EUSTORY einen kritischen Umgang mit Geschichte und beteiligt junge Menschen aus Europa und den Nachbarländern aktiv an der Gestaltung von Erinnerungskultur. Weitere Informationen unter https://koerber-stiftung.de/projekte/eustory/ oder https://eustory.org/.
Quelle: Körber-Stiftung
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