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Hamburger Autoren trauern um Karel Trinkewitz

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Montag, den 17. März 2014 um 14:59 Uhr
Die Hamburger Autorenvereinigung trauert um ihr langjähriges Mitglied Karel Trinkewitz, der am 14. März im Alter von 82 Jahren verstarb. Vorsitzender Gino Leineweber: „ Wir verlieren mit Karel Trinkewitz ein Mitglied, das einen bewegenden Lebenslauf vorzuweisen hatte. Ein Spielball zwischen den Diktaturen. Seine halbjüdische Familie auf der Flucht vor den Nazis und dann als „Halbdeutsche“ den kommunistischen Drangsalierungen nach dem Krieg ausgesetzt. Er selbst musste sich durch verschiedene Berufe durchschlagen. Als Unterstützer des Prager Frühlings wieder im Exil. In Hamburg, wo er 1990 die Städtepartnerschaft mit Prag begründete.

Wir liebten diesen Kämpfer für Freiheitsrechte, der aufmerksam die Entwicklung in seinem Geburtsland verfolgte und die Auseinandersetzung mit der Staatsführung nicht scheute, in unserer Mitte zu haben. Er war ein Poet und Zeichner, einer der großen Künstler, die zu den treibenden Reformkräften der Tschechoslowakei wurden.
 
Noch 2010 haben wir ihn, gemeinsam mit der Senatskanzlei, zum 20. Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Prag nach Hamburg eingeladen. Es war alles vorbereitet, doch musste er kurzfristig absagen. Seine schwere Krankheit, ließ die Reise nach Hamburg nicht zu. So blieb uns in den letzten Jahre nur das Telefon, und in meinen Gesprächen habe ich immer bewundert, wie er mit seinem schweren Leiden umgegangen ist.  Die Hamburger Autorenvereinigung wird ihrem rührigen Mitglied Karel Trinkewitz ein ehrendes Andenken bewahren. Ich verliere mit ihm einen Freund.“


Karel Trinkewitz
Aktives Mitglied der HAV

Biografie
Karel Trinkewitz wurde am 23. August 1931 in Meceeiz geboren. Er erlernte den Beruf eines Porzellandrehers und von 1949 - 1951 lernte er an der Keramischen Technischen Fachschule in Teplice-Senov. Im Jahre 1952 machte er Abitur am dortigen Gymnasium und begann sein Studium an der Juristischen Fakultät der Karlsuniversität in Prag, von der 1954 jedoch verwiesen wurde. Er übte die verschiedensten Arbeiten aus (Bauarbeiter, Buchhalter, Texter, Graphiker). Ab 1961 arbeitete er als Redakteur in verschiedenen Kulturzeitschriften. Für seine aktive Beteiligung am Prager Frühling wurde er aus dem Journalistenverein ausgeschlossen und zwei Jahre nach der Unterzeichnung der "Charta 77" zur Emigration gezwungen. Karel Trinkewitz lebt heute in Hamburg und in Prag und arbeitet als Zeichner, Verfasser von Collagen, Dichter, Prosaist und Essayist.

Veröffentlichungen
Zunächst gehörte Karel Trinkewitz den Surrealisten an und beschäftigte sich später mit Kalligraphie und Schrift. In der ersten Hälfte der 1960er Jahre verband er den Einfluss der Kalligraphie in seinen Zeichnungen mit einer bildenden Darstellung von dichterischen Bildern. Seit1965 wirkte er in der Gruppe der um Jit-i Koläi versammelten Experimentalverfasser, in Deutschland nahm er Kontakt zum Kreis von Max Bense auf. Er wurde zum Gründungsmitglied des Klubs der Konkretisten. Seit dem Ende der sechziger Jahre arbeitet er an einer Theorie des Romans und einer Collage. Er beschäftigt sich mit mannigfaltigem literarischen Schaffen, schreibt Prosa, Essay und Gedichte, illustriert, zeichnet und widmet sich der poli-tischen Karikatur. Seit den siebziger Jahren entwickelt er verschiedene Arten der Collage, in denen sowohl genaue Ordnung als auch Zufall zur Geltung gebracht werden. Seit 1965 nimmt Karl Trinkewitz an vielen bedeutsamen Ausstellungen der visuellen und konkreten Poesie teil (z.B. in Amsterdam, Zürich, Münster, Hannover, Cambridge, Saarbrücken, Mainz, Barcelona). Er veranstaltete auch eine ganze Reihe von selbstständigen Ausstellungen in Essen, Hamburg, Antwerpen, Oldenburg, Elmchorn, Hamilton und Prag und nahm an vielen Kollektivausstellungen u.a. in Wien, Oslo, New York und Köln teil. Karel Trinkewitz war auch in den folgenden Sammlungen vertreten: Literaturhaus Hamburg, Oberpostdirektion Hamburg, Archive for contacte Art, Miami Beach, Technisches Museum Prag, Stedelijk Museum, Amsterdam, Stiftung Max Bense, Stuttgart, etc.

Quelle: Peter Schmidt/Hamburger Autorenvereinigung

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