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Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz: „Der Musikdialog ist ein Nach-Denk-Raum und ein Ideenproduzent. Hier wird Klartext gesprochen, was ansteht, was die Musikwirtschaft braucht und was getan werden muss. Wir nutzen unsere verschiedenen Positionen, um die Musikwirtschaft insgesamt voranzubringen. Im Verhältnis von Kreativität und Technik ist die Musikindustrie tonangebend. Hier zeigt sich, häufig früher als in anderen Branchen, wie neue Geschäftsmodelle entstehen, wie sich der Kundenzugang und die Öffentlichkeit verändern.“
 
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Uns geht es im Wortsinn um ‚Zukunftsmusik‘ – welche der vielen Trends werden tatsächlich den Musikkonsum nachhaltig beeinflussen? Welche Chancen ergeben sich für Künstlerinnen und Künstler? Wo entstehen womöglich auch neue Interessenkonflikte? Das sind spannende und hochrelevante Fragen für eine der bedeutendsten Kreativbranchen. Auch eine gemeinsam von der Behörde für Kultur und Medien mit führenden Verbänden finanzierte Studie soll im nächsten Jahr Aufschluss über die Zukunft der Musiknutzung geben.“
 
Virtuelle Konzerte, Blockchain und Sprachsteuerung als wichtige Technologietrends
Drei Trends standen im Mittelpunkt des Musikdialogs: die 360°-Liveübertragung von Konzerten, neue Vermarktungswege durch eine verbesserte Erfassung von Musiknutzung mit der Blockchain-Technik sowie das Potenzial digitaler sprachgesteuerter Assistenten.
 
Philipp Friedel, Leiter Marktkommunikation Telekom Deutschland, stellte das Konzert-VR-Streaming-Angebot der Telekom vor. Die Zuschauerinnen und Zuschauer sollen so einen möglichst realistischen Eindruck erhalten, selbst vor Ort dabei zu sein. Ein ähnliches Angebot präsentierten auch Fabio Buccheri und Fatih Inan, Gründer von „Noys VR“. Das Hamburger Start-up will als soziale Plattform Künstler, Fans und Musikinteressierte direkt verbinden.
 
Steffen Holly, Geschäftsfeldleiter Media Management & Delivery am Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT Ilmenau, erläuterte die Funktionsweise der Blockchain-Technologie, die bisher vor allem durch die Bitcoin-Onlinewährung bekannt ist. Holly zufolge erlaubt die Technik, deutlich genauer als bisher die Nutzung einzelner Songs zu erfassen und zu vermarkten.
 
Rene Fasco, Amazon-Musikchef für Deutschland, gab der Runde Einblicke in die ersten Erfahrungen mit Amazons digitalem Assistenten „Alexa“. Solche mit künstlicher Intelligenz ausgestattete digitale Assistenten erlauben eine noch einfachere Suche nach Informationen und Unterhaltungsinhalten – und könnten künftig anhand ihres Wissens über ihre Nutzer selbständig beispielsweise neue Musikstücke vorschlagen.
 
Gegen Ende der Diskussionsrunde äußerten Branchenvertreter auch ihre Erwartungen und Anliegen an die nächste Bundesregierung.
 
Dr. Florian Drücke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie: „Ohne Zweifel ist die Frage, wie wir, rein technisch gesprochen, in Zukunft Musik hören, extrem spannend. Aber eines darf man dabei nicht vergessen: Ein Song bleibt immer ein Song, der auch weiterhin in einem arbeitsteiligen Prozess zwischen verschiedenen Partnern entsteht, dessen Genese und Veröffentlichung also Investitionen bedeuten. Es muss gelingen, diese Investitionen auch im digitalen Raum refinanzierbar zu machen, deshalb wird sich die Branche auch weiterhin für ein level playing field am Markt einsetzen. Der Hamburger Musikdialog bietet eine sehr gute Plattform für den Austausch über solche Themen.“
 
Prof. Jens Michow, Präsident Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft e.V.: „Der Hamburger Musikdialog hat ein weiteres Mal unter Beweis gestellt, dass er ein herausragender Impulsgeber für bestehenden Handlungsbedarf in der Musikwirtschaft ist. Erstmalig sind nun auch die deutschen Konzert- und Tourneeveranstalter davon betroffen, dass große Teile der Wertschöpfung durch Akteure vereinnahmt werden, die selbst keinen angemessenen Beitrag zur Refinanzierung der Inhalte leisten, von deren Nutzung sie profitieren. Wir bitten die Politiker dringlich, hier eine Moderationsrolle zu übernehmen. Auch bei der Bekämpfung des Ticketzweitmarkts brauchen wir dringend eine gesetzliche Regelung, die es übrigens in Italien, Frankreich und Großbritannien bereits gibt.“
 
Quelle: Behörde für Kultur und Medien Hamburg

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