Neue Kommentare

Stipe Gojun zu „La Vérité” Hirokazu Kore-eda und der Mythos Familie : Ach, wie gern würde ich heute ins Kino gehen. Ob...
Frank-Peter Hansen zu Frank-Peter Hansen: Die Heidegger-Dekomposition: Im Spätherbst letzten Jahres anlässlich einer S...
bbk berlin zu Dortmund geht neue Wege bei der Kunst-Förderung: Die Berliner Künstler*innen freut es sehr, dass ...
Markus Semm zu Frank-Peter Hansen: Die Heidegger-Dekomposition: Sehen Sie: Der Unterschied zw. Heidegger und Cass...
Karin Schneider zu Frank-Peter Hansen: Die Heidegger-Dekomposition: Ein großartiger Artikel! Stefan Diebitz schafft ...

Hamburger Architektur Sommer 2019


Meinung

Burghausen - you jazz me

Drucken
(182 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 27. März 2012 um 07:41 Uhr
Burghausen - you jazz me 4.5 out of 5 based on 182 votes.
Burghausen

Auf Einladung bin ich nach Burghausen gefahren. Die größte Stadt im oberbayerischen Landkreis Altötting zählt etwas mehr als 18.000 Einwohner und ist jeden Kilometer Reise wert.
Burghausen ist in der glücklichen Lage nicht nur eine der reichsten Gemeinden Bayerns zu sein, denn es gibt viel Industrie, sie kann auch mit dem Guinness-Bucheintrag „längste Burg Europas“ aufwarten und touristisch nutzen. Über einen Kilometer erstreckt sich auf einem Höhenzug das Bauwerk aus Burgen, Höfen, Kirchen und Kapellen, Zwischentoren, Zeughaus, Waffen- und Pulverturm.
Die Hauptburg ist gerade gesperrt: Dreharbeiten zu „Der Baron von Münchhausen“ mit Jan Josef Liefers, Katja Riemann und Jessica Schwarz.

Gefühlt hat Burghausen außerdem die längste Jazztradition der ganzen Region. 1969 begann alles, die Internationale Jazzwoche zieht Besucher aus allen Teilen der Stadt, Bayerns, Österreichs und Deutschlands an. Neben den Konzerten hat man eine „Street of Fame“ – eine Hommage an die Jazz-Legenden eingerichtet, die in über 40 Jahren in Burghausen gastierten: Ella Fitzgerald, Albert Mangelsdorff, Oscar Peterson, Dexter Gordon, Dizzy Gillespie und Chick Corea. Große Metallplatten sind mit Namen, Daten und Unterschriften der Musiker versehen.

Ich treffe Bürgermeister Hans Steindl (SPD). Er ist seit 22 Jahren im Amt und seit Anfang an dabei, zunächst als Jazz-Fan und Zuhörer, dann als politisch Verantwortlicher. Er ist bei jedem Konzert, wünscht sich Bands und Interpreten im Vorfeld und besucht auch andere Festivals. Klar, dass er von „seinem“ Festival schwärmt, schließlich werden immer neue Ideen entwickelt: sie haben eine Jazz-Akademie gebaut, loben Nachwuchs- und Solistenpreise aus und die Konzerthallen und Jazzkeller sind voll. „Die verantwortlichen Macher schaffen es über 10.000 Besucher zu mobilisieren, das sind mehr als 50% der Bevölkerung“, sagt er fast im Nebensatz.

Der Regisseur Stephan Barbarino, von 1991 bis 94 Intendant der Hamburger Kammerspiele und künstlerischer Leiter des Musicals „Ludwig II – Sehnsucht nach dem Paradies“ in Füssen lebt in Burghausen. Auch er ist auf jedem Konzert zu finden. Er lädt zum Jazz-Brunch in seine Wohnung ein und wie selbstverständlich sitze ich zwischen dem Münchner Musikprofessor und Leiter der Jazz-Akademie Claus Reichstaller, dem Kabarettisten und Schauspieler Ottfried Fischer und dem amerikanischen Saxophonisten Nathan Davis. Letzterer gab mit Randy Brecker (Trompete), Amina Figerova (Piano), Abraham Laboriel (Bass) und Winard Harper (Drums) ein Workshop-Programm für die Jazz-Meister von morgen. Die amerikanischen All-Star-Jazz-Masters sind begeistert vom alten würdevollen Barbarino-Haus, das im Zentrum eine zweistöckige barocke Hauskapelle beherbergt. „It’s like to live in a museum – oh, I love that“, meint der aus Honduras stammende Abraham Laboriel.
Bei solchen lockeren Zusammenkünften werden Ideen entwickelt und Pläne geschmiedet und die Achse Ham-burg-hausen bekommt eine Gestalt.

Noch eine Empfehlung, für alle, die auf den Geschmack gekommen sind und sich auch in Burghausen verlieben wollen. Einen besonders schönen Blick auf Burg und Stadt hat man von der „Bayerischen Alm“, egal ob man im Hotel wohnt oder auf der Terrasse sein Essen genießt.

Ihr Claus Friede

Bildnachweis:
Header: (c) Claus Friede
Galerie:
1-3. Claus Friede
4. (c) Stephan Barbarino
5. B'Jazz Burghausen

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > Meinung > Burghausen - you jazz me

Mehr auf KulturPort.De

Meine kleine Schwester im Herzen, Regy Clasen. Ein persönlicher Nachruf von Purple Schulz
 Meine kleine Schwester im Herzen, Regy Clasen. Ein persönlicher Nachruf von Purple Schulz



Meine kleine Schwester im Herzen, Regy Clasen, hat am vergangenen Samstag ihre Flügel ausgebreitet und ist davongeflogen wie das Rotkehlchen vor ihrem Fenster,  [ ... ]



Anime: Psycho Pass – Sinners of the System
 Anime: Psycho Pass – Sinners of the System



Ein spannender Cyperpunk-Thriller, angesiedelt im 21ten Jahrhundert und gepaart mit actiongeladener Science-Fiction erzählt von drei verschiedenen Fällen rund  [ ... ]



Die letzten zehn Tage im Leben einer Ikone: „Ach, Virginia“. Ein Roman über Virginia Woolf
 Die letzten zehn Tage im Leben einer Ikone: „Ach, Virginia“. Ein Roman über Virginia Woolf



Virginia Woolf (1882-1941) ist eine Ikone der literarischen Moderne. Wie kaum eine andere Frau ihrer Zeit steht sie für das Ringen um Eigenständigkeit und Raum [ ... ]



BuchDruckKunst 2020 – Das Magazin
 BuchDruckKunst 2020 – Das Magazin



Menschen, Bücher, Sensationen: An diesem Wochenende, vom 27. bis 29. März 2020, sollte die renommierte BuchDruckKunst im Museum der Arbeit stattfinden. Ein Hig [ ... ]



Eoin Moore und Anika Wangard – eine Begegnung
 Eoin Moore und Anika Wangard – eine Begegnung



Eigentlich bin ich nicht besonders scharf auf Krimis. Wenn sie allerdings sehr gut sind, relativiert sich das. Wahrscheinlich befinde ich mich tief im Mainstream [ ... ]



„Waves” – Trey Edward Shults’ Opulenz der Emotionen
 „Waves” – Trey Edward Shults’ Opulenz der Emotionen



„Waves” ist ein visuell waghalsiger Kraftakt, überwältigend, mitreißend, voller Zärtlichkeit, trügerischer Hoffnungen und zerborstener Träume. US-Regis [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.