Neue Kommentare

Kentin Abalo zu „Assassination Nation” – Leinwandheldinnen in Zeiten von #MeToo : WAS FÜR EIN FOTO!!!
Großartig. Hoffe der...

Sybille zu Das Chinesenviertel auf Hamburg St. Pauli: Danke für den Beitrag. Ich sehe gerade den Film ...
Nikias Geschke zu „The Guilty”. Der beklemmende Minimalismus des Gustav Möller: Das klingt superspannend. Danke für den Tipp. ...
Harry zu „Otto. Die Ausstellung“: OTTO ist großartig. Ich wusste nicht, dass er ei...
Alex zu Film Festival Cologne - Von starken Spielfilmdebüts und schwächelnden Stars: Wer bist du? Halten Sie Ihre Meinung besser, wenn...

Meinung

Wolkenkuckucksheim

Drucken
(280 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 07. Januar 2010 um 21:07 Uhr
Wolkenkuckucksheim 4.5 out of 5 based on 280 votes.

Ein vermeintlich hoch verschuldetes Emirat namens Dubai baute das höchste Haus der Welt und weihte dies in der vergangenen Woche am 4. Januar 2010 ein.

Mit 828 Metern Höhe ist es damit doppelt so hoch wie das Empire State Building in New York.

Bereits 2007, als Rohbau, überholte das über 189 Etagen hohe Gebäude den Taipei Tower 101 in Taiwan. Längst sind die Planungen im Gange für ein Bauwerk, das über einen Kilometer hoch werden soll: in Shanghai.

Was für eine Freude für ungebetene Fassadenkletterer und wagemutige Draufgänger, die sich per Fallschirm oder sonstiger Gerätschaft in die Tiefe stürzen. Sicherlich ist der strahlend silberne Turm mit dem klingenden Namen „Burj Khalifa“ (Khalifa Turm) nicht für jene errichtet worden. Aber für wen eigentlich? Für seinen Namensgeber, Scheich Chalifa ben Sajed al Nahjan, dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate?

Die Wirtschaftskrise zieht noch immer ihre Kreise, die Verschuldung des Emirats und stark sinkende Immobilienpreise sind die Folge; soviel Büroraum kann man gar nicht vermieten, um die 1,5 Milliarden Dollar Baukosten einzuspielen. Größenwahn, Meisterleistung, Wettbewerb, Leistungsshow oder Übermut? Himmelwärts und kurz vor Babylon?
Irgendjemand steht jedenfalls immer im kilometerlangen Schatten des riesigen Gebäudes. Und wir sollten uns fragen, ob dieser Weg des "höher, schneller, weiter" wirklich noch die Herausforderung des 21. Jahrhunderts sein sollte oder ob wir nicht längst am Ziel weit vorbei geschossen sind.

Ihr Claus Friede

(Claus Friede ist Chefredakteur von Kultur-Port.De, Kulturjournalist, Moderator, Ausstellungs- und Filmreihenkurator. Er ist Mitgründer des Kulturklub Hamburg, leitet die Fokus-Reihe beim Filmfest Hamburg und seit knapp 20 Jahren die Kunstagentur Claus Friede*Contemporary Art)

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > Meinung > Wolkenkuckucksheim

Mehr auf KulturPort.De

100 Jahre Lettland: Handschuh-Daumen hoch
 100 Jahre Lettland: Handschuh-Daumen hoch



Eine Handschuh-Aktion passt wie die Faust aufs Auge, wenn die lettische Hauptstadt Riga, der baltische Staat Lettland und der Rest der Welt heute, am 18. Novembe [ ... ]



Peter de Vries – Hut- und Urnenhüllen-Macher
 Peter de Vries – Hut- und Urnenhüllen-Macher



Wie muss man sich eine Person vorstellen, die Freunde und Kollegen als „Naturereignis“ bezeichnen?
In jedem Fall als einen charismatischen Menschen mit üb [ ... ]



Maria Austria. Eine jüdische Fotografin aus Amsterdam in Berlin
 Maria Austria. Eine jüdische Fotografin aus Amsterdam in Berlin



Das Verborgene Museum in Berlin-Charlottenburg präsentiert bis zum 10. März 2019 Fotoarbeiten und Dokumente der niederländischen Fotografin Maria Austria (191 [ ... ]



„Cold War – Der Breitengrad der Liebe” - Oder die Magie einer schwarzen Leinwand
 „Cold War – Der Breitengrad der Liebe” - Oder die Magie einer schwarzen Leinwand



Paweł Pawlikowski hat das schwermütige, visuell atemberaubende Noir-Drama „Cold War” seinen Eltern gewidmet, deren stürmische On- und Off-Beziehung ihn zu [ ... ]



Madeleine Peyroux: Anthem
 Madeleine Peyroux: Anthem



Jazz oder nicht Jazz? – Was Madeleine Peyroux auf ihrem neuen Album präsentiert, ist relaxt und poetisch, warm und subtil, aber auch modern, überraschend luf [ ... ]



68. Pop und Protest
 68. Pop und Protest



APO, Mini, Flower-Power: Mit der glänzend inszenierten Ausstellung „68. Pop und Protest“ verabschiedet sich Sabine Schulze nach zehn Jahren als Direktorin d [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.