Neue Kommentare

NN zu Das Chimei – ein Museum für eine einmalige Privatsammlung in Taiwan: Lasst Euch nicht blenden! Es gibt nichts Gutes, a...
Peter Schmidt zu Verleihung der Goldenen Kamera – mit Bruno Ganz und ohne Friede Springer: Und noch einmal zur Goldenen Kamera
Im Fol...

Hans Joachim Schneider zu Tina – das Tina Turner Festival: Was soll aus einem Stück werden, wenn die Dame, ...
Marion Sörensen zu Leipziger Buchmesse – Impressionen: Das ist wieder einmal ein wunderbar geschriebener...
Dagmar Reichardt zu Ennio Morricone: Farewell-Tour 2019: Danke, lieber Herr Cvek! Ja, das war ein wirklich...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2019


Theater - Tanz

Es läuft und läuft und läuft: 15 Jahre „Heiße Ecke“ im Schmidt's Tivoli

Drucken
(97 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Montag, den 17. September 2018 um 20:57 Uhr
Es läuft und läuft und läuft: 15 Jahre „Heiße Ecke“ im Schmidt's Tivoli 2.7 out of 5 based on 97 votes.
Heisse Ecke 15 Jahre

Von solchen Zahlen kann man nicht einmal träumen. Rund 42000 Kondome, 25 000 Würstchen, 16800 Waschmaschinenladungen und 12600 Bierdosen wurden in sage und schreibe 4208 Vorstellungen bislang verbraucht:
Genau 15 Jahre nach der Uraufführung am 16. September 2003 begrüßten Norbert Aust und Corny Littmann mit Pauken und Trompeten auf rotem Teppich ihre Gäste zur Jubiläumsaufführung des St. Pauli Musicals „Heiße Ecke“ im Schmidts Tivoli.

Die „Heiße Ecke“ ist ein Phänomen. Ein kleines, feines Musical, geschrieben von dem Hamburger Thomas Matschoß als Liebeserklärung an den Kietz, zu der  Heiko Wohlgemuth die eingängigen Songtexte komponierte und Martin Lingnau die fetzige Musik. Als Corny Littmann vor mehr als 15 Jahren die Regie übernahm, hatten er und sein Partner Norbert Aust, relativ bescheidene Wünsche: Zwei Jahre Laufzeit in Schmidts Tivoli wären gut, fünf Jahre großartig. Doch dieses Stück übertraf alle Erwartungen. Heute ist die „Heiße Ecke“ die erfolgreichste ensuite-spielende deutsche Produktion. In Hamburg hat bislang nur Disneys „König der Löwen“ (seit 2001) mehr Vorstellungen zu bieten. Andrew Lloyd Webbers „Cats“, die in der Hansestadt von 1986 bis 2001 fast 15 Jahre lang schnurrten, wurde im Juni überholt.

Ein erstaunlicher Erfolg für eine Produktion, die einst als lokaler Geheimtipp galt. Der Grund? Weil hier einfach alles stimmt! Die „Heiße Ecke“ ist witzig, ehrlich, charmant und bodenständig. Eben keine bombastisch aufgeblasene und Millionen teure Super-Produktion mit Laser-Show und perfektem Surround Sound, sondern ein handgemachtes Stück Milieu über 24 Stunden an einem Imbiss auf der Reeperbahn, an dem sich Huren aufwärmen, Pinneberger Junggesellen saufen und bayerische Touristen übers Ohr gehauen werden. Ein Stück, das die Herzen öffnet, punktgenau die Szene schildert, mit großer Sympathie Personal und Lokalkolorit karikiert – und immer wieder aktuelle Bezüge liefert.

 Ja, dieses Musical ist einfach ein Riesenspaß. Nicht nur für die Zuschauer, auch für die ausgezeichneten neun Schauspieler, die in Windeseile in 50 Rollen schlüpfen müssen. Vor allem nehmen sich die Macher der „Heißen Ecke“  selbst nicht so ernst, das ist schon auf der Homepage zu merken, die mit dem Spruch „In Hamburg weltberühmt“ wirbt.

Dieser Humor kommt an. Mittlerweile haben mehr als zwei Millionen Zuschauer die „Heiße Ecke“ gesehen, viele von ihnen mehrmals. Und jedes Mal geht die Post ab. Ganz ähnlich wie bei der Rocky Horror Picture Show in den 1970er Jahren (die Älteren werden sich erinnern) als das Publikum im Kino mit Reis und Klopapier warf, ist auch bei diesem Musical das Mitspielpotential nicht zu unterschätzen. Pappkrone auf, Rose gezückt, „Stößchen“ – alle paar Stunden werden die Zuschauer zum Mitmachen motiviert. Was Wunder, dass da viele Fans ihre Lieblings-Textstellen schon auswendig kennen. Bei der Jubiläums-Vorstellung musste Kathi Damerow, die als Würstchenverkäuferin Margot längst Kultfigur ist, gleich mehrmals hinter ihrem Tresen untertauchen, weil sie aus der Rolle zufallen drohte: Eine lautstarke Gruppe aus den Tiefen des Zuschauerraums brachte sie immer wieder mit chorisch vorgetragenen Textpassagen - ihren Texten wohlgemerkt - zum Lachen. Vielleicht waren es auch die Kollegen, denn als Corny Littmann zum Schluss all die Schauspieler auf die Bühne holte, die jemals in dem Musical mitgespielt haben, gab es eine kleine Völkerwanderung durch den Saal.

Und dann zeigten die beiden alten Tivoli-Chefs noch einmal, was es heißt auf dem Kiez zu feiern. Eine Woche dauerten die Jubiläumsveranstaltungen an. In der letzten Nacht wurde in Angie’s Night Club auf die nächsten 15 Jahre „Heiße Ecke“ angestoßen.

Heiße Ecke – Das St. Pauli Musical

Regie: Corny Littmann
Musikalische Leitung: Markus Voigt
Bühnenbild: Bader El Hindi
Kostüme: Silke Löhmann, Frank Kuder
Choreografie:
Laris Gec, Silvia Varelli
Darsteller: Susi Banzhaf, Diana Böge, Kai Bronisch, Robin Brosch, Kathi Damerow, Yvonne Disqué, Heiko Fischer, Götz Fuhrmann, Hans B. Goetzfried,
Bernhard Hofmann, Lisa Huk, Franziska Maria Kuropka, Stefan Leonard, Volker von Liliencron, Anja Majeski, Sarah Matberg, Janne Marie Peters, Markus Richter, Timo Riegelsberger, Evangelos Sargantzo, Merten Schroedter, Stefanie Schwendy, Petra Staginnus, Katrin Taylor, Carola Thierheimer, Frank Winkels, Maraile Woehe, Heiko Wohlgemuth, Benjamin Zobrys

Weitere Informationen und alle Termine

Abbildungsnachweis:
Header:
Copyright by Brinkhoff/Mögenburg

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

avatar Herby Neubacher
-2
 
 
Rund 42000 Kondome, 25 000 Würstchen, 16800 Waschmaschinenladungen und 12600 Bierdosen wurden in sage und schreibe 4208 Vorstellungen bislang verbraucht -

Soviel zum Thema 'Kultur in HH' - das also ist der Schweiss der Edlen wert. So weit sind wir in Hamburg auf den Hund gekommen...
Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Meinen Kommentar abschicken
Abbrechen
Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Theater & Tanz > Es läuft und läuft und läuft: 15 Jahre „...

Mehr auf KulturPort.De

Joachim Caffonnette Trio: Vers L‘Azur Noir
 Joachim Caffonnette Trio: Vers L‘Azur Noir



Die Richtung ist vorgegeben, auch wenn wir nicht wissen, woher und aus welcher Farbe sie kommen. Es geht ins tief dunkle Azurblau-schwarz: das belgische Trio um  [ ... ]



„Hyper! A Journey Into Art and Music“
 „Hyper! A Journey Into Art and Music“



Die Deichtorhallen in Hamburg suchen mit der Ausstellung „Hyper! A Journey Into Art and Music“ von Kurator Max Dax, ein neues, junges Publikum – und die Re [ ... ]



Mantegna und Bellini. Meister der Renaissance
 Mantegna und Bellini. Meister der Renaissance



Wer sakrale Kunst schätzt, sollte eine bemerkenswerte Ausstellung in Berlin nicht versäumen. In Kooperation mit der National Gallery, London, präsentieren die [ ... ]



„Ein letzter Job”. Oder der diskrete Charme des Michael Caine.
 „Ein letzter Job”. Oder der diskrete Charme des Michael Caine.



Das Alter ist ein besonders tückischer gefräßiger Moloch, die Zeit drängt, doch Schauspieler wie der 86jährige Michael Caine in „Ein letzter Job” trotze [ ... ]



Joseph Haydn: Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze
 Joseph Haydn: Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze



„Die Aufgabe, sieben Adagios, wovon jedes gegen zehn Minuten dauern sollte, aufeinander folgen zu lassen, ohne den Zuhörer zu ermüden, war keine von den leic [ ... ]



Wolfgang Marx: Am grauen Meer
 Wolfgang Marx: Am grauen Meer



„Warum“, möchte „Der Freitag“ von einer erfolgreichen Drehbuchautorin wissen, warum „kommt bei Angst so viel Rosamunde Pilcher heraus?“ Mit Angst sp [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.