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Theater - Tanz

„Break the Tango“ – Tango meets Streetdance

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Freitag, den 01. September 2017 um 08:45 Uhr
„Break the Tango“ – Tango meets Streetdance 3.9 out of 5 based on 102 votes.
„Break the Tango“ – Tango meets Streetdance

Vergessen Sie alles, was Sie über Tango zu wissen glauben! Es gibt eine Show, die völlig neue Maßstäbe setzt: Kaum ist das Sommerfestival vorbei, rockt „Break the Tango“ die Kampnagelfabrik.
Man soll ja mit Superlativen vorsichtig sein, aber diese Tanzshow ist technisch wie musikalisch von einer Virtuosität, die wohl kaum zu toppen ist. Auch Kritiker möchten manchmal einfach nur jubeln! Was für ein Feuerwerk an Tanzfiguren! Bei der Deutschlandpremiere in der Jarrestadt war das Publikum entsprechend total aus dem Häuschen. Geht es noch besser? Unvorstellbar!

„Tango meets Streetdance“ – ja, nun, das kann alles heißen und sagt rein gar nichts über die Qualität. Jahr für Jahr gastieren während der Sommerpause Tourneegruppen aus aller Welt in den Theatern, und alle sind mehr oder minder gut und dabei nur wenig aufregend.

Das muss sich auch German Cornejo gesagt haben. Der 31-jährige Argentinier ist einer der führenden und der wohl innovativste Tangotänzer und -Choreographen unserer Zeit. Er studierte nicht nur Tango, sondern auch klassisches und modernes Ballett, Jazzdance und Akrobatik, gewann zwei Mal mit seiner Partnerin Gisela Galeassi die Tango-Weltmeisterschaften (2003 und 2005) und ist ständig auf der Suche nach neuen Tanzformen, die den klassischen Tango öffnen und für die Jugend von heute attraktiv machen. Einflüsse des klassischen und zeitgenössischen Balletts, des Jazzdance und der Akrobatik waren schon früher charakteristisch für seine Choreografien. Gemeinsam mit zwei Schweizern, dem Produzenten Darko Soolfrank und dem Breakdance-Choreografen Björn Meier, entwickelte Cornejo dann 2013 die Idee, den Tango auch mit Hiphop und Breakdance zu kombinieren.

Das Ergebnis ist ein spektakulärer, eklektischer Mix quer durch alle Tanzstile – auf absolutem Spitzenniveau, versteht sich. Dazu eine ebenfalls eklektische Musik – von pulsierendem Elektrobeat und modernem Pop bis zu klassischen Tangoschmelz – die den Zuschauer kaum auf den Sitzen hält.

Allein die „Break the Tango“-Band mit ihrer großartigen Sängerin Gisela Lepio und dem facettenreichen Repertoire hätte für einen durch und durch erfüllten (Konzert)Abend gesorgt. Das war keine Tanzbegleitung, das war ein zweites Schwergewicht – absolut kongenial zu den Ausnahmekünstlern, vier Frauen und neun Männern, die mit stupender Geschwindigkeit und furchterregender Biegsamkeit über die Bühne fegen.

Dabei ist die Show choreographisch sehr geschickt und abwechslungsreich aufgebaut – ein wenig erinnert sie anfangs an die „West Side Story“: Zwei rivalisierende Gangs, die sich mit ihrem Können gegenseitig übertrumpfen wollen. Ein erotisches Tango-Pas-de-deux wird von einer Hiphop-Gang aufgemischt, vier Tango-Paare und fünf Breakdancer „battlen“ sich mit immer verrückteren Figuren und Posen, später begeistern intime Sequenzen: ein Pas-de-Quatre der vier Tänzerinnen, ein Pas-de-Troi der Tango-Tänzer. Nach der Pause geht es ins Disco-Ambiente.

Man weiß wirklich nicht, welche Fraktion faszinierender ist: Die hinreißend eleganten, erotisch aufgeladenen Tango-Tänzer oder die fünf coolen, hochathletischen Breakdancer, Kwangsuk Park, Henry Monsanto, Jonathan Anzalone, Gil Adan Hernandez Candelas und Hyo Sung Joo, die einen mit ihrem Spint und Footwork ganz schwindelig machen.

Neben Cornejo und Galeassi stehen übrigens noch zwei zweite Tango-Weltmeister auf der Bühne: Camila Alegre und Ezequiel Lopez haben sich 2015 in Buenos Aires den WM-Titel erkämpft. Die beiden anderen Paare, Pamela Bucheta und Edgar Luizaga, die Tango auch am Seil, hoch in den Lüften tanzen, sowie Noelia Pizzo und Nicolas Schell stehen den Weltmeistern an Präzision und dramatischem Ausdruck jedoch in nichts nach.
Am Ende steht man beglückt und ein wenig wie betäubt. Was war das für ein rauschhaftes Erlebnis?! Am liebsten gleich nochmal.

Break the Tango
zu sehen
bis 17.9.2017 in Hamburg auf Kampnagel, K6, Jarresttaße
Weitere Informationen

Dauer: ca. 105 Min. inkl. Pause
Tickets: 47,90 bis 67,90 Euro
Karten gibt es telefonisch oder vor Ort an der Kampnagel Kasse Tel. +49 (0)40 2709 4949 oder online.


in Berlin, Admiralspalast vom 19.9.2017 – 24.9.2017

YouTube-Video:
Break the Tango Premiere Testimonials

Break the Tango auf Facebook


Abbildungsnachweis: Fotos: René Tanner © Maag Music & Arts AG
Header und Galerie: Szenen aus „Break the Tango“ und Break-the-Tango-Band

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