Neue Kommentare

Ada Rompf zu „The Rider”. Die zärtlich-raue Poesie der Chloé Zhao : Besser kann man meinen Lieblingsfilm dieses Früh...
yolo 456 zu Die Juden vom Altrhein: man sollte einen artikel erst einmal lesen bevor ...
yolo123 zu Die Juden vom Altrhein: Das jüdische Leben in Deutschland ist vorbei und...
Achenar Myst zu Nils Landgren with Janis Siegel: some other time: Die CD ist ein absoluter Genuss, tolle Auswahl de...
Achim zu Golnar & Mahan – Derakht: Musik, die glücklich macht - Danke !!!...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2015


Fotografie

Nude Visions. 150 Jahre Körperbilder in der Fotografie

Drucken
(107 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 28. Januar 2010 um 07:41 Uhr
Nude Visions. 150 Jahre Körperbilder in der Fotografie 4.5 out of 5 based on 107 votes.
Kunst und Kultur kurz vorgestellt: Nude Visions. 150 Jahre Körperbilder in der Fotografie

Das Museum für Kunst und Gewerbe eröffnet am 28. Januar eine umfangreiche Fotografieausstellung, die es aus den Beständen der Sammlung Fotografie im Münchner Stadtmuseum übernommen hat. Mit gut 850.000 Fotografien gehört die Münchener Sammlung zu einer der größten in Deutschland.
Obwohl die Struktur der Sammlungen des Münchner Stadtmuseums und des Museums für Kunst und Gewerbe in Hamburg (MKG) sich ähneln, fehlt in der Hansestadt jener Teil, mit dem die bayerische Landeshauptstadt sehr gut ausgestattet ist: Die Aktfotografie. Sabine Schulze, die Direktorin des MKG kolportierte, dass die Hamburger augenscheinlich höher verschlossen seien als die Bayern.

Die Schau gibt mehr als einen Einblick in die unterschiedlichen Vorstellungen und Abbildungen des unverhüllten menschlichen Körpers. In sieben Kapiteln arbeitet sich der Besucher durch knapp 250 original Vintage-Prints, Bücher und Mappenwerke von der Zeit um 1850 bis heute. „Von Fotografien aus dem 19. Jahrhundert, die sich an Vorbildern der Antike und Renaissance orientieren, bis zu surrealistischen Experimenten und der Mode- und Lifestyle-Fotografie. Die Ausstellung illustriert den Wandel von Schönheitsidealen und Moralvorstellungen und offenbart einmal mehr die stetige Gratwanderung zwischen Aufklärung, Anregung und Schaulust“, heißt es in der Ankündigung.

Dem Besucher begegnen namhafte Werke von Pionieren der Fotografie wie Eadweard Muybridge im Kapitel ‚Akademien und Exotik im 19. Jahrhundert’, und seinen berühmten Serienaufnahmen des menschlichen Bewegungsablaufs. Max Koch & Otto Rieth, deren merkwürdige, teilweise skurrilen Aufnahmen von verdrehten Akten auf stürzenden Kanapees oder Kaminsimsen durchaus Vorbild gewesen sein könnten für die Fotowerke von Bernhard Johannes und Anna Blume. Einen derartig humorvollen Umgang mit den Nackt-Sein erwartet man nicht unbedingt aus dem Jahr 1893.

Im Kapitel ‚Kunstfotografie um 1900’, liegt der Fokus dann überwiegend auf dem weiblichen Akt, leicht romantisch und verklärt, am Meer sitzend, in tänzerischen Posen oder gestellten, fast filmstillartigen Darstellungen. Nur in den Aufnahmen von Marianne J. Leissl glaubt man an eine natürliche Haltung der abgelichteten Frauen.

Die ‚Avantgarden der 1920er und 30er Jahre’ zeigen das, was auch in anderen künstlerischen Feldern gemacht wurde: Man experimentiert, setzt den menschlichen Körper in Beziehung zu Architektur, spielt mit Licht, Schatten und Projektionen. So tauchen in diesem Kapitel dann auch bekannte Künstlernamen auf wie WOLS, Man Ray, André Kertész und Herbert List.

Die ‚Künstlerischen Positionen nach 1945’ beginnen mit dem großen Otto Steinert, der Generationen von Fotografen an der Essener Folkwang-Schule in seinen Bann zog und ausbildete. Das entkleidete Menschenbild wird bereits in den 1950er Jahren sichtbar befreit gezeigt. Immer mehr Aufnahmen werden nicht mehr in den Ateliers geschossen, sondern im öffentlichen Raum und in der Natur. Lucien Clergue aus dem französischen Arles ist mit einer Reihe von Aktfotografien aus den Jahren 1953 und 1956 vertreten, die Gänsehaut in Meeresbrandung zeigen. Der Stuttgarter Fotograf Robert Häusser ist mit einer Serie vertreten, die den menschlichen Körper wie eine sich verändernde Skulptur auf einem Tisch behandelt. Aus der Distanz wirken diese wie Fotos der Steinskulpturen des Bildhauers Karl Prantl. Das die Aktfotografie in den 60er Jahren deutlich einhergeht mit der sexuellen Befreiung und gesellschaftlichen Bewusstseinsveränderung im Umgang mit dem eigenen Körper und der Geschlechtlichkeit, zeigt sich in den Fotos von Dennis Oppenheim, Charles Gatewood und Stefan Moses.

Die Bilder des Niederländers Jaap De Graaf der Performances des Künstlerduos Ulay und Abramovic aus den 70ern, wirken wie ein roter Faden durch die Ausstellung, denn immer wieder zeigt sich wie dicht die verschiedenen Kunstgenres sich kommen.



 
Home > Blog > Fotografie > Nude Visions. 150 Jahre Körperbilder in der ...

Mehr auf KulturPort.De

Ilse Helbich: Kluge Chronistin des Alters – „Im Gehen“ gefundene Gedichte
 Ilse Helbich: Kluge Chronistin des Alters – „Im Gehen“ gefundene Gedichte



Auch heute noch geschehen beglückende Wunder: Mit 80 Jahren veröffentlichte die 1923 in Wien geborene Ilse Helbich ihren ersten Roman unter dem Titel „Schwal [ ... ]



Thierry van Werveke: Schauspieler, Rockstar, Troublemaker, Thierry National
 Thierry van Werveke: Schauspieler, Rockstar, Troublemaker, Thierry National



Thierry! – allein sein Vorname löst in Luxemburg schon entzücken aus und wird mit der Addition von „National“ zum Kult. In Deutschland und Österreich fr [ ... ]



„Foxtrot”. Samuel Moaz und das Konzept des Zufalls
 „Foxtrot”. Samuel Moaz und das Konzept des Zufalls



Samuel Moaz kreiert mit dem Antikriegsdrama „Foxtrot” einen atemberaubenden ästhetischen Kosmos: zornig, visuell kühn, emotional hochexplosiv, oft grausam, [ ... ]



Alexandre de La Patellière und Matthieu Delaporte: „Der Vorname“
 Alexandre de La Patellière und Matthieu Delaporte: „Der Vorname“



Das Stück brillant, die Schauspieler große Klasse, die Inszenierung rundum gelungen und der kleine Saal der Komödie Winterhuder Fährhaus restlos ausverkauft. [ ... ]



Vergessen und wiederentdeckt: „Ludwig Meidner – Im Nacken das Sternemeer“
 Vergessen und wiederentdeckt: „Ludwig Meidner – Im Nacken das Sternemeer“



Der Titel der Ausstellung „Im Nacken das Sternemeer“ verweist auf das Buch mit Texten von Ludwig Meidner, das 1918 in Leipzig erschien. Meidner (1884-1966),  [ ... ]



Trio Elf & Marco Lobo – und die „Música Popular Brasileira“
 Trio Elf & Marco Lobo – und die „Música Popular Brasileira“



Die brasilianische Liedkunst – die dort den Status von Popmusik hat – nennt sich pragmatisch „Música Popular Brasileira“. Den Musikern des Trio Elf, Wal [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.