Neue Kommentare

Patrick Dissinger zu „Foxtrot”. Samuel Moaz und das Konzept des Zufalls: Ein exzellenter, sehr kluger Film. Danke für den...
erlenmeier zu Historische Tankstellen – auf Spurensuche in Hamburg : Ich arbeite seit vielen Jahren beim Forum geschic...
Bartholomay zu Berliner Mauer 57. Jahrestag: Gedenkfeier ? Um von ihren Taten gegen die ehemal...
Herby Neubacher zu Eindringlicher Holocaust-Roman von Affinity Konar: „Mischling“ – keine leichte, aber lohnende Lektüre: Das hat uns jetzt eigentlich noch gefehlt - Erinn...
Ada Rompf zu „The Rider”. Die zärtlich-raue Poesie der Chloé Zhao : Besser kann man meinen Lieblingsfilm dieses Früh...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2015


Film

Benicio Del Toro: Begegnung mit einem zivilisierten Werwolf

Drucken
(154 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 09. Februar 2010 um 16:53 Uhr
Benicio Del Toro: Begegnung mit einem zivilisierten Werwolf 4.7 out of 5 based on 154 votes.
Benicio Del Toro: Begegnung mit einem zivilisierten Werwolf

Interview-Tag im exklusiven Hotel Adlon in Berlin, sicherlich nicht der alleramüsanteste Teil des Schauspielerberufs. Trotzdem wirkt Oscar-Preisträger Benicio Del Toro ausgeglichen und sonnig, lächelt viel, lacht gern.

Gestern war er noch Che, politische Legende mit melancholischem Blick, heute ist er ein gefährliches Fabeltier und auch das wirkt bereits wieder wie die Rolle seines Lebens. Deutet nicht schon sein Name das Animalische an? Trägt er nicht an der rechten Hand einen riesigen silbernen Löwenkopf? (Und ist das etwa der, den im Film sein Bruder trug und den er dessen Verlobter überreicht als letztes Andenken?)

Möglicherweise steckt ja in dem ganz leicht blasierten Gentlemen, den er spielt, eine Prise seiner eigenen Vita. Benicio Del Toro stammt aus einer Upperclass-Familie in Puerto Rico, er hat ein erlesenes Internat in Pennsylvania besucht und später in den USA Wirtschaftswissenschaften studiert (zum Befremden seiner Familie, in der es als Tradition galt, Rechtsanwalt zu werden) bevor er die Familie noch mehr erschreckte, indem er auf Theaterwissenschaft umsattelte und anschließend renommierte Schauspielschulen besucht, unter anderem Stella Adler.
Vielleicht stammt seine achtsame, fast altmodische Höflichkeit aus seiner guten Kinderstube; vielleicht handelt es sich um spanische Grandezza.
Vielleicht mag er einfach Menschen.

In den vergangenen Jahren wurde Del Toro gern als lateinamerikanischer Brad Pitt gehandelt; eine gewisse Ähnlichkeit ist da schon, der aufgeworfene Mund, die kleine Nase, die kantigen Kiefern. Doch wo Pitt himmelblau blinzelt, liegen bei Benicio unter schwarzen Brauen gelbe Raubtieraugen.
In ungefähr einer Woche wird er dreiundvierzig und er sieht keinen Tag jünger aus, immer ein bisschen verwüstet und vergrübelt. Die dunklen Augenringe allerdings, beteuert er, kämen nicht vom wilden Leben, die hätte er schon als kleiner Junge gehabt.
Es macht ihm sichtlich Spaß, zu plaudern, er flicht kleine Anekdoten ein, er spielt mit seiner dunklen Stimme, die knurrt und murmelt und nuschelt, er deutet mittendrin, zur Verdeutlichung, winzige Sketche an.

Hören Sie hier ein paar O-Töne aus dem Kultur-Port.De Interview





 
Home > Blog > Film > Benicio Del Toro: Begegnung mit einem zivilis...

Mehr auf KulturPort.De

Heiße Ecke 15 Jahre
 Heiße Ecke 15 Jahre



Von solchen Zahlen kann man nicht einmal träumen. Rund 42000 Kondome, 25 000 Würstchen, 16800 Waschmaschinenladungen und 12600 Bierdosen wurden in sage und sch [ ... ]



Ludwig und Benyamin Nuss: Songs & Ballads
 Ludwig und Benyamin Nuss: Songs & Ballads



Zwei Instrumente, zwei Musiker – Vater und Sohn – ein Duo-Debüt-Album mit Liedern und Balladen. Zwei die sich verstehen und sich offensichtlich mit musikali [ ... ]



„Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm”. Dialektik für Genießer
 „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm”. Dialektik für Genießer



In „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm” schildert Regisseur Joachim A. Lang die Querelen um jenes nie gedrehte Leinwand-Epos, während er es zugleich [ ... ]



Lana Cenčić: Sama
 Lana Cenčić: Sama



Ein Soloalbum, dass vom ersten Song an besticht. Die Kroatin Lana Cenčić, mit Wohnsitz in New York und beeindruckender Stimme nennt ihre neue Platte „Sama“ [ ... ]



Die Liebe stirbt zuletzt. „Orpheus – eine musische Bastardtragödie“ begeistert im Hamburger Thalia Theater
 Die Liebe stirbt zuletzt. „Orpheus – eine musische Bastardtragödie“ begeistert im Hamburger Thalia Theater



Mit einem berauschend sinnlichen, wunderbar poetischen und philosophischen, dabei total abgedrehten Pop-Techno-Bühnenmärchen begeistert Theatermagier Antú Rom [ ... ]



Anton Corbijn – „The Living and the Dead“
 Anton Corbijn – „The Living and the Dead“



Wenn man diese Hängung in Noten übersetzen könnte, käme zweifellos Punk heraus. Anders ist der rhythmische, hochdynamische Wechsel von kleinen und großen Po [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.