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Das Ethno-Projekt ShooDJa-ChooDJa gehört zu den bekanntesten Weltmusik-Gruppen.

Mehrmals wurde es bereits mit dem russischen Weltmusik Preis ausgezeichnet.

 

Die ausdrucksstarke Sängerin Nataliya Dzyga bildet den konstanten Nukleus, um den sich verschiedene weitere Musiker drehen. Dies sind in erster Linie DJs und Elektroniker. Insofern ist die Schreibweise im Projekttitel mit den Versalien „DJ“ in den Wörtern Teil des Gesamtkonzepts: die Kombination von zumeist melodiöser Folk-Musik, archaischem Gesang mit den elektronischen Sounds unserer Zeit. Das Ergebnis wirkt wie eine ungleiche Liebeserklärung, die jedoch sehr überzeugend wirkt.

Die in Moskau lebende Nataliya Dzyga tritt in der Tracht der nördlichen Udmurten auf, aufwändig, farbenfroh und mit festgelegten und symbolischen Mustern. Ihre Stimme ist vielfältig, expressionsstark und emotionsgeladen.

 

Shoodja Choodja COVERSo ist der besondere musikalische Stil auf dem neuen Album „Shooldyrak“ (dt.: „Noch mehr“) und in der erstmaligen Zusammenarbeit mit dem Elektroniker Pavel Perevozchikov spürbar: eine Hommage an das Bewahren über Zeiten hinweg und das Exponieren der schamanische Kulturen der diversen Stämme der Udmurten, Mari und Bessermenen.

 

Diese leben seit dem 2. Jahrhundert östlich der Wolga, am westlichen Ural und gehören der finno-ugrischen Sprach- und Volksgruppe an. Die meisten Udmurten und Mari gehören heute dem Orthodoxen Christentum an, einige wenige sind Anhänger des heidnischen Animismus. Ihr Gesellschaftssystem ist matriarchalisch aufgebaut. Daneben sind die Bessermenen eine sunnitisch-muslimische Minderheit. Diese Unterschiede wirken sich generell und im Detail auf die traditionelle Musik und Texte aus.

Das Schamanische findet sich trotz aller Unterschiede in allem wieder, in den kraftvollen Melodien und Gesängen, in Rhythmen, im Text und den Instrumenten. Der Begriff „Krez“ geht auf ein Zither-ähnliches Instrument zurück, das vor allem bei schamanischen, rituellen Tänzen Verwendung findet und dem man magische Kräfte zusprach. Fast hinter sämtlichen Track-Titeln auf der CD findet man dieses Wort. Es ist jedoch längst auch ein Stilbegriff geworden. Im Zentrum steht eine alte, überlieferte Melodie, um die herum spontan improvisiert und assoziiert wird, vor allem textlich und semantisch. Die emotionalen Aspekte dieses Stils, die Ausformung der diversen Anlässe und Ausdrücke wirken manchmal sogar a-semantisch, widersinnig und stimmungsschwankend.

 

„Suan“ und „Vesyak Krez“ stehen für Hochzeitsfeiern, der „Soldier Kelyan Krez“ für jene Burschen, die Dienst in der Armee leisten müssen, „Arafa Krez“ für jahreszeitliche Feste und der „Shaivyl Krez“ für Beerdigungen. Sie entstanden in der heutigen Form im 19. Jahrhundert.
„Auch die Melodien können sich je nach Stimmung verändern. Bei vielen Stücken geht es nicht um festgelegte Inhalte, sondern um Energiefelder die aus Klängen, Empfindungen und Emotionen entstehen“, erklärt Nataliya Dzyga „und nicht selten enden die Stücke mit Tränen, so emotionsgeladen sind sie.“


ShooDJa-ChooDJa: „Shooldyrak"

Udmurtische und bessermenische Melodien (Krez)

Nataliya Dzyga: Gesang, Krez, Trommeln | Pavel Perevozchikov: Beats, Electronic

Label: CPL-Music

CD

EAN: 4251329500368

Weitere Informationen 

 

 

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