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Wie lange noch müssen wir solche Nachrichten ertragen?
Die Reizgasattacke eines rechtsradikalen Attentäters auf polnische Ehrengäste in Hamburg-Bergedorf während der Enthüllung eines Mahnmals zur Erinnerung an die Leiden der zur Zwangsarbeit Verschleppten hat die Gefahr von rechts wieder einmal öffentlich gemacht. Die attackierten Gäste, ehemalige Zwangarbeiter_innen, sind nach einem kurzen Kranken–hausaufenthalt in ihre Heimat zurückgekehrt. Der Attentäter wird psychiatrisch behandelt. Von Scham und Schande wird in den Medien gesprochen. Wir empfinden Wut und Zorn. Und manchmal auch Verzweiflung.

Seit Wochen aber hören wir von rechtsradikalen oder rassistischen Anschlägen wie kürzlich in Berlin, in Lüneburg, auf Menschen, Gedenkstätten und jüdische Friedhöfe – und jetzt auch in Bergedorf.

Und was passiert hierzulande? Wir sind sehr besorgt über Entscheidungen verschiedener Städte, antifaschistischen Protest zu erschweren wie in Hamburg am 2. Juni, oder sogar unmöglich zu machen; ein trauriges Beispiel setzte hier kürzlich die Stadt Dortmund. Auch die unzureichende, schleppende Aufklärung der Morde der rechten Terrorzelle NSU mit all den Ermittlungsskandalen im Umfeld um die Rolle des Verfassungsschutzes reißt alte Wunden wieder auf.

Esther Bejarano, Überlebende der Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück und Vorsitzende des Auschwitz-Komitees sagt dazu:

"Ich frage mich, ob ich mich in diesem Land noch sicher fühlen kann, in dem Neonazis ihre menschenverachtende Politik ausleben können mit gewaltsamen Angriffen gegen friedfertige Menschen. Ich fühle mich bedroht und bin sehr besorgt über die Entwicklung und von der Regierung in meiner Befürchtung allein gelassen."

Und die Hamburgerin Steffi Wittenberg, die als jüdisches Kind in der Emigration überlebte: "Ich bin entsetzt – sich in das Unrecht der Vergangenheit hineinzuversetzen reicht nicht Die Gegenwart holt uns ein und wird immer bedrohlicher."

Der Vertrauensverlust in demokratische Zustände ist kaum zu ermessen.
Es ist höchste Zeit zu handeln, rechte Strukturen zu zerschlagen, die NPD und NS-Nachfolgeorganisationen zu verbieten. Endlich.

Quelle: Auschwitz Komitee

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