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TATORT KUNST und zum letzten Mal ENTWAFFNUNG

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Mittwoch, den 06. März 2019 um 20:25 Uhr
Am Freitag 08.03.19 um 20 Uhr findet wieder unsere wirklich sehenswerte Vorstellung TATORT KUNST von Isabelle McEwen bei uns statt. Ich weiß nicht, wie ich sie beschreiben soll: Sie ist bezaubernd trotz des intellektuellen Themas vielleicht? Oder: Wie gefährlich ist Kunst, wenn sie keine Hure sein will?
 

Und am Sonntag 17.03.19 um 18 Uhr können Sie zum allerletzten Mal mein Stück ENTWAFFNUNG sehen. Es beschäftigt sich mit der Schuldfrage im radikalen Widerstand der 80er Jahre. Hat sich rückblickend der Kampf gelohnt? War der Preis Gefängnis und Verlust der Familie es wert?
 

TATORT KUNST

Uraufführung von Isabelle McEwen
in Kooperation mit dem Sprechwerk
 
Mit: Rana Farahani, Dirk Achim Dhonau, Andreas Lübbers, Isabelle McEwen, Arne Böge.
Text & Regie: Isabelle McEwen. Dramaturgische Mitarbeit: Andreas Lübbers. Musik: Dirk Achim Dhonau. Kostüm: Annabelle Gotha.
 

Es ist Nacht. Eine junge Frau, Sara, hatte an dem Abend eine Vernissage in einer Hamburger Galerie besucht. Plötzlich ist sie wieder dort und ihr Blick auf die Dinge ist anders als noch ein paar Stunden zuvor. Vielleicht sind die Dinge selbst anders, die Kunstwelt zeigt jedenfalls ihre Fratze. Sara ist Künstlerin, schon als kleines Kind wollte sie Künstlerin sein, seit einiger Zeit wird sie aber von der Frage geplagt, was die Aufgabe von Kunst sei. „Es gibt Kinder im Jemen, die verhungern, wie kann ich Kunst machen, die diese brutale Realität ignoriert?“, denkt sie. „Man darf die Kunst nicht zu einer Aussage zwingen, egal welche. Für die Kunst ist Politik Gift. Die Kunst will frei sein. Steckst du sie in einen Käfig, brauchst du dich nicht zu wundern, wenn du hinter den Gittern nichts als einen Hasen entdeckst.“, sagte ihr ein Lehrer. Sara navigiert in ihrem Traum in einer Welt, in der ganz andere Akteure das Wort haben. Dort passieren Dinge, die ihr Angst machen aber über ihre Angst wird nur gelacht: „Wer Kunst machen will und Angst hat, der ist selbst der Hase im Käfig“, sagt ihr ein Mann, den sie auf ihrer Reise trifft. Diese Reise ist auch eine Reise durch die Kunst. Eine ungefährliche Reise ist es übrigens nicht, der Maler Mark Lombardi hat sie seinerzeit nicht überlebt und er ist nicht der einzige.
 

Zur Performance

Der Text, auf dem die Performance basiert, ist ein innerer Monolog und eine Reise durch die Nacht. Die Protagonistin trifft auf Menschen, die sie gesucht haben. Sie unterhält sich mit ihnen. Sie belauscht aber auch Gespräche zwischen Menschen, die ihre Anwesenheit wenig oder gar nicht wahrnehmen. Die Rede eines Menschen kann sich dabei plötzlich wie durch ein Echo teilen. Sie kann zur Musik werden. Wer spricht, ist nicht immer ganz klar aber wie sollte es klar sein? Es handelt sich um einen Traum, in dem Menschen erscheinen und verschwinden, ohne dass Sara, die Protagonistin, einen Einfluss darauf hätte. Beunruhigend an diesem Traum ist, dass die Dinge, die diese Menschen sagen, sehr real sind.
 

Director’s note

Pablo Picasso sagte: „Die Kunst ist nicht dafür da, unsere Wohnzimmer zu schmücken. Kunst ist eine Waffe gegen den Feind.“ Die Kunst ist von Natur aus auf der Seite der Revolution. Sie ist aber eine Hure, die sich gerne bei der nächstbesten Gelegenheit mit den Mächtigen ins Bett legt. Es war früher so, es ist immer noch so. Man verlässt heute den Raum in dezenter Manier, das ist der einzige Unterschied. Von diesem Widerspruch ist in „Tatort KUNST“ aus verschiedenen Perspektiven die Rede.


Diese Produktion wurde von der Kulturbehörde Hamburg gefördert.

Kartenpreise:
VVK: 19,40 €, ermäßigt 12,80 € (incl. VVK-Gebühren)
AK: 21 €, ermäßigt 13,50 €

Fr 08.03.19

Fr 22.03., Sa 23.03.19

Mi 01.05.19

Mi 05.06.19

jeweils um 20 Uhr

 

 

ENTWAFFNUNG

Uraufführung von Konstanze Ullmer

Mit: Stephan Arweiler, Jasmin Buterfas, Joachim Liesert, Ines Nieri
Kostüme: Sharon Rohardt

Regie: Konstanze Ullmer
Assistenz: Aron Ullmer, Alisha Barß

Gabriel und Iris haben im Gefängnis gesessen, 8 Jahre, unschuldig. Man hat ihnen und ihrem Freund Mosko vorgeworfen einen Anschlag verübt zu haben auf einem Bundeswehrgelände, Personen kamen nicht zu Schaden. Ein Justizirrtum. Sie gehörten zur Hausbesetzerszene, zum sogenannten „antiimperialistischen Widerstand“. Jetzt sind sie wieder draußen, seit über 20 Jahren mittlerweile. Ihre Tochter Esther war zwei, als sie verhaftet wurden. Sie wuchs bei Freunden auf, kehrte nie zu ihnen zurück.

Die drei haben zwar DIESEN Anschlag nicht verübt, aber ja, sie waren radikal. Für die Justiz in den 80er Jahren war das gleichbedeutend mit Schuld. Daher haben sie vor Gericht geschwiegen, anstatt ihre Unschuld zu beteuern, die sie nicht beweisen konnten, ohne die tatsächlichen Täter zu nennen. Kannten sie sie?

Es gibt noch ein Lager mit Waffen, doch die radikale Szene hat sich aufgelöst. Der Anschlag von damals richtete sich gegen die damals neuen Datennetze und Kommunikationstechnologien, gegen die Möglichkeit der Überwachung der Bürger durch den Staat – ein Treppenwitz der Geschichte aus heutiger Sicht. Es ist an der Zeit die Waffen niederzulegen, bzw. an die Regierung zu übergeben. Das letzte der Verstecke, die nun aufgelöst werden sollen, ist in einem Keller. Dort treffen sie sich. Esther stößt dazu und stellt Fragen:
Warum habt ihr geschwiegen?
Warum habt ihr mich allein gelassen?
Hat es sich gelohnt, ist die Welt jetzt besser geworden? War es das wert? 
Und was ist aus euren Utopien geworden?

 

Diese Produktion wurde von der Kulturbehörde Hamburg gefördert.

Kartenpreise:
VVK: 20,50 €, ermäßigt 12,80 € (incl. VVK-Gebühren)
AK: 22 €, ermäßigt 13,50 €
So 17.03.19 um 18 Uhr


Hamburger Sprechwerk

Klaus-Groth-Str. 23
20535 Hamburg

Quelle: Hamburger Sprechwerk
 
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