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Eine Jury, bestehend aus Prof. Dr. Lars Blunck (TU Berlin), Dr. Gerhard Graulich (stellvertretender Direktor Staatliches Museum Schwerin), Dr. Katharina Uhl (wissenschaftliche Mitarbeiterin am Duchamp Forschungszentrum), Brigitte Feldtmann (Unternehmerin, Hamburg) und Anne Leibold (Vorsitzende der Freunde des Staatlichen Museums Schwerin e.V.), verlieh das mit 500 Euro pro Monat dotierte und ein Jahr lang gewährte Stipendium an die aus Göppingen stammende und am Kunsthistorischen Institut der Universität zu Köln bei Prof. Dr. Ursula Frohne promovierende Katharina Neuburger (*1982).

Katharina Neuburger erhält das Stipendium für ihr Forschungsprojekt mit dem Titel „Marcel Duchamp oder Exponere. 1913-1918“, das sie im Rahmen ihrer Promotion „Die Moderne Erfahrung. Studie zu Ausstellungen Amerikanischer Malerei 1876–1931“ durchführen wird. Exponere („herausstellen, darlegen“) bezieht sich dabei einerseits auf die herausragende Stellung des Künstlers innerhalb der amerikanischen Kunstbewegungen - bereits bei der allgemein als Armory Show (1913) bekannten Übersichtsausstellung europäischer und amerikanischer Kunst sorgte Marcel Duchamp mit seinem eingereichten Werk Nu descendant un escalier n° 2 für großes Aufsehen. Andererseits verweist der Begriff auf Duchamps Rolle als „Künstler-Kurator“, der auf humorvolle und weitsichtige Art, die damals gängige amerikanische Ausstellungspraxis in Frage stellte.

Katharina Neuburger wird mit Marcel Duchamp oder Exponere. 1913-1918 einen wichtigen Beitrag zu einem im Jahr 2013 gefeierten Jubiläum leisten: 100 Jahre Readymade.

Vor hundert Jahren montierte Marcel Duchamp das Vorderrad eines Fahrrads mit der Gabel auf einen Hocker und bezeichnete dieses Objekt als „Fahrrad-Rad“. „Dieser komische Apparat“, wie Duchamp seine Arbeit selbst bezeichnete, sollte als erstes „Readymade“ den Kunstbegriff und das Verständnis von Kunst grundlegend revolutionieren. Marcel Duchamp hat ein Werk geschaffen, das eigentlich kein Kunstwerk sein sollte. Heute werden die Readymades in aller Welt ausgestellt, auch im Staatlichen Museum Schwerin sind sie zu bewundern, darunter der mit Datum und genauer Uhrzeit versehene eiserne Kamm aus dem Jahr 1916.

Das Stipendium, das auch in den nächsten Jahren vergeben werden soll, stifteten Brigitte Feldtmann und der Verein der Freunde des Staatlichen Museums Schwerin e.V. Seit 1990 fördert die Hamburger Unternehmerin Brigitte Feldtmann auf vielfältige Weise öffentliche und private kulturelle Initiativen in Hamburg, Kiel, Schwerin und Rostock. 2003 wurde ihr der Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern verliehen.

Quelle: Staatliches Museum Schwerin

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