Neue Kommentare

Patrick Dissinger zu „Foxtrot”. Samuel Moaz und das Konzept des Zufalls: Ein exzellenter, sehr kluger Film. Danke für den...
erlenmeier zu Historische Tankstellen – auf Spurensuche in Hamburg : Ich arbeite seit vielen Jahren beim Forum geschic...
Bartholomay zu Berliner Mauer 57. Jahrestag: Gedenkfeier ? Um von ihren Taten gegen die ehemal...
Herby Neubacher zu Eindringlicher Holocaust-Roman von Affinity Konar: „Mischling“ – keine leichte, aber lohnende Lektüre: Das hat uns jetzt eigentlich noch gefehlt - Erinn...
Ada Rompf zu „The Rider”. Die zärtlich-raue Poesie der Chloé Zhao : Besser kann man meinen Lieblingsfilm dieses Früh...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2015


Fotografie

Danmarks Fotomuseum

Drucken
(201 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 26. April 2011 um 10:09 Uhr
Danmarks Fotomuseum 4.6 out of 5 based on 201 votes.
Danmarks Fotomuseum - Vagn Hansen

Dänemarks Fotomuseum in Herning, Zentraljütland, stellt eine der größten Erfindungen unserer Zeit vor: Die Fotografie.
Seit Jahren kümmert sich Museumsleiter Bjarne Meldgaard nicht nur um die Sammlung historischer Fotoapparate, Fotografien und Techniken, sondern organisiert auch eine bemerkenswerte Ausstellungsreihe mit nationalen und international bekannten Fotografen.
Im Frühjahr zeigte das Museum historische Aufnahmen des amerikanischen Fotografen Edward Curtis mit dem Titel „Die nordamerikanischen Indianer“. Alle bekannten Portraits von 'Sitting Bull', dem Häuptling des Sioux-Stamms und 'Red Cloud' der Ogalala sowie Bilder des Lebensalltags der Northern Ceyenne waren zu sehen, die Curtis Ende des 19. Anfang des 20. Jahrhunderts aufnahm.

Soeben ging eine Retrospektive von Vagn Hansen zu Ende. Er gehört zu den bekanntesten dänischen Pressefotografen des 20. Jahrhunderts. Mit Fotos, die er 1937 von der Langstreckenschwimmerin Jenny Kammersgaard festhält, die die 37 Seemeilen, vom dänischen Gedser quer durch die Ostsee nach Warnemünde schwimmt, wird er bekannt.

Eines aus dieser Serie und weitere Fotos sind in einer sehenswerten und gut choreographierten Ausstellung in „Danmarks Fotomuseum“ präsentiert. Eine Reihe von Portraitaufnahmen im Wechselausstellungsraum zeigt dänische Politiker und internationale Filmgrößen der 1940er- bis 70-Jahre.
Hansen, der als Fotograf den Winterkrieg zwischen Finnland und der Sowjetunion dokumentierte und eindrückliche und gleichzeitig erschütternde Bilder lieferte, dokumentierte auch die deutsche Besatzungszeit in Kopenhagen. Seine illegal geschossenen Bilder von Aktivitäten einer Untergrundbewegung und deren Veröffentlichung in dänischen und schwedischen Zeitungen machten ihn zwar berühmt, zwangen ihn aber nach Schweden zu flüchten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitet Hansen unter anderem für das amerikanische Magazin „Life“. Seine Fotografien von Cary Grant, der während Dreharbeiten eisschleckend durch eine der Gassen von Kopenhagen schlendert oder von Alfred Hitchcock, wie der vor einer Müllkippe, die von einem gewaltigen Vogelschwarm besucht wird und seine Filmidee zu „Birds“ vorstellt.
1956 reist Vagn Hansen nach Ungarn und fotografiert den Aufstand. Er arbeitet mitten im Geschehen und wie schon bei den Bildern von Zweiten Weltkrieg, zeigen auch jene Fotos aus Budapest die Brutalität und schaurige Kraft von Gewalt. Die ernsten Gesichter der teilweise sehr jungen Aufständischen und gleichzeitig deren Ausdruck zum Willen zur Freiheit, geben den Schwarz-Weiß-Bildern ihre unverwechselbare Kraft.

Der heute 96-jährige, noch immer aktive Pressefotograf, hat Namhafte und Königliche fotografiert, Reportage-Fotos und Meisterbilder aus Städten wie Amsterdam, Paris und Berlin und anderen Brennpunkten der Welt aufgenommen. Das alles zeugt davon, dass er immer am Schauplatz war und in einer Retrospektive nun entsprechend gewürdigt wurde.

Vom 29. April bis 5. Juni 2011 wird die Ausstellung „Das Pressefoto des Jahres 2010/2011“ gezeigt. Der in Kopenhagen ansässige Verband der Pressefotografen hat die Ausstellung zusammengestellt. Staatsminister Lars Løkke Rasmussen schreibt in seinem Vorwort zum Katalog: „Ein Pressefoto ist ein Ausschnitt aus dem Leben und ein gutes Pressefoto zeigt einen besonderen Ausschnitt aus dem Leben, einen relevanten für Historisches und Menschliches“.
Dass sich die dänischen Fotografen längst auf dem internationalen Terrain einen festen Platz erobert haben und aktiv am fotografischen Weltgeschehen teilnehmen zeigen nicht nur die vielen Preise, die an dänische Fotoreporter gingen, sondern lassen sich nun auch im Kontext miteinander verifizieren. Umfassend ist die Schau auch deshalb, weil sie alle Auffassungen von Fotografie berücksichtigt, historisch und menschlich zugleich sind.


Danmarks Fotomuseum liegt in der Museumsgade 28 in Herning (DK), etwa 3,5 Autostunden von Hamburg entfernt.
Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag 12.00 - 16.30 Uhr (Montag geschlossen). Im Juli und August jeden Tag geöffnet von 11.00 - 16.30 Uhr.
Eintritt: Erwachsene 50 kr. Kinder unter 12 Jahren, gratis. Gruppen (über 20 Personen) 40 kr. pro Person.

Fotonachweis:
Header: Detail aus „Ungarn“, 1956
1. Edward Curtis: „Apache Girl“, 1906
2. Edward Curtis: „Red Cloud of the Oglala“, 1905
3. Vagn Hansen: „Gebissprobe“, Amsterdam 1953
4. Vagn Hansen: „Ungarn“, 1956
5. Vagn Hansen: Der dänische Außen- und Wirtschaftsminister „Per Christen Hækkerup mit Kamera“, 1965
6. Sofie Amalie Klougart: „Integartionsminister Peter Skaarup und Energie- und Klimaminister Per Dalgaard im Spa des Vejle Fjord Hotels“
7. Martin Lehmann: „Staatsminister Lars Løkke Rasmussen mit Jugendlichen in einem Clublokal in Askerød“
alt

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Fotografie > Danmarks Fotomuseum

Mehr auf KulturPort.De

Die Stunde der Matrosen – Kiel und die deutsche Revolution 1918
 Die Stunde der Matrosen – Kiel und die deutsche Revolution 1918



Zehn Tage dauerte der Aufstand. Gemeint ist der Matrosenaufstand in Kiel. Der Aufstand brach Ende Oktober 1918 auf den Schiffen der Hochseeflotte vor Wilhelmshav [ ... ]



Heiße Ecke 15 Jahre
 Heiße Ecke 15 Jahre



Von solchen Zahlen kann man nicht einmal träumen. Rund 42000 Kondome, 25 000 Würstchen, 16800 Waschmaschinenladungen und 12600 Bierdosen wurden in sage und sch [ ... ]



Ludwig und Benyamin Nuss: Songs & Ballads
 Ludwig und Benyamin Nuss: Songs & Ballads



Zwei Instrumente, zwei Musiker – Vater und Sohn – ein Duo-Debüt-Album mit Liedern und Balladen. Zwei die sich verstehen und sich offensichtlich mit musikali [ ... ]



„Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm”. Dialektik für Genießer
 „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm”. Dialektik für Genießer



In „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm” schildert Regisseur Joachim A. Lang die Querelen um jenes nie gedrehte Leinwand-Epos, während er es zugleich [ ... ]



Lana Cenčić: Sama
 Lana Cenčić: Sama



Ein Soloalbum, dass vom ersten Song an besticht. Die Kroatin Lana Cenčić, mit Wohnsitz in New York und beeindruckender Stimme nennt ihre neue Platte „Sama“ [ ... ]



Die Liebe stirbt zuletzt. „Orpheus – eine musische Bastardtragödie“ begeistert im Hamburger Thalia Theater
 Die Liebe stirbt zuletzt. „Orpheus – eine musische Bastardtragödie“ begeistert im Hamburger Thalia Theater



Mit einem berauschend sinnlichen, wunderbar poetischen und philosophischen, dabei total abgedrehten Pop-Techno-Bühnenmärchen begeistert Theatermagier Antú Rom [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.