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61. Nordische Filmtage Lübeck: Agenten, Spione und viel Wasser

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Donnerstag, den 19. September 2019 um 07:56 Uhr
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61 Nordische Filmtage Luebeck Agenten, Spione und viel Wasser

„Für viele von uns sind die Nordischen Filmtage Lübeck immer wieder ein Riesenhighlight“, betonte Lübecks Kultursenatorin Kathrin Weiher beim ersten Pressegespräch zum kommenden, all jährlich wiederkehrenden Filmereignis in Lübeck.
Im traumhaft-idyllisch an der Trave gelegenen Hotel Radisson Blu Senator Hotel gewährten Festivalmacher und Sponsoren erste Einblicke in das das Programm der Nordischen Filmtage Lübeck (NFL) 2019.

„Die Filme erfreuen nicht nur das Publikum, sondern auch die Preisstifter und Partner, die sich über viele Jahre engagieren“, betonte dabei Linde Fröhlich, Künstlerische Leiterin des Festivals. „Unser Festival wird auch in diesem Jahr ein Kulturevent sein, das internationale Beachtung findet.“ Trotz programmatischer Zurück- und Geheimhaltung verrieten die Festivalmacher schon jetzt: „Die diesjährige Retrospektive verspricht Hochspannung.“ Gezeigt werden in dieser Kategorie Spionage-Thriller, Komödien, Dramen, Satiren und Historienfilme. Überraschend oft stehen Frauenfiguren im Zentrum der Spionagefilme – entweder als ausgefuchste Spioninnen oder als ahnungslose Liebende eines höchst skrupellosen Spions oder Agenten.

Unter dem Titel „Undercover Nord/Nordost. Spione und Geheimagenten im skandinavischen und baltischen Film“ sind in dieser Reihe Filme zu sehen, die zum Teil hundert Jahre alt sind. Sie wurden zwischen 1913 und 2012 in Dänemark, Deutschland, Finnland, Norwegen und Schweden gedreht. Hinzu kommen Produktionen, die vor der Wiedererlangung der staatlichen Unabhängigkeit Estlands, Lettlands und Litauens in den damaligen sowjetischen Sowjetrepubliken sind. Neu ist in diesem Jahr, „an verschiedenen Orten werden in der Lübecker Altstadt Agenten und Spione aus dem Filmprogramm in holographischer Darstellung mit neu komponierter Filmmusik auftreten“, verriet Festival-Manager Florian Vollmers. Auch das klingt geheimnisvoll und spannend.

Spannend geht es auch im jetzt noch größeren Fulldome-Kino am Klingenberg mit 120 Sitzplätzen zu. Diesjähriger Themenschwerpunkt bei den 360°- und VR-Filmen (Virtual Reality) ist das Wasser. Neu in diesem Jahr ist, dass der Fulldome vormittags mit Hilfe des Fachbereichs 4 der Hansestadt Lübeck, insbesondere mit Hilfe von Susanne Kasimir, der Wissenschaftsbeauftragten der Hansestadt Lübeck, zum Wissensglobus wird. Bei freiem Eintritt wird hier in bis in den Nachmittag hinein ein abwechslungsreiches Wissenschaftsprogramm gezeigt und für das Publikum erlebbar gemacht. Dabei spielen Themen wie „Fridays for Future“ oder auch Wasser im Weltall eine Rolle. Nachmittags und abends wird die Unterwasserwelt filmisch abgebildet. Erste Filmtitel des Programms sind „The Embrace of the Ocean“, der 2019 entstandene 360° Film der Finnen Hannes Vartiainen und Pekka Veikkolainen, sowie „Kaluoka’hina – Das Zauberriff“ (Regie: Peter Popp), ein Unterwasserabenteuer für Jung und Alt. „Wir sind stolz darauf, dass wir diesen 15 Meter-Dome erstmals auf einem Filmfestival bespielen dürfen“, freut sich der für diese Reihe zuständige Kurator Ralph Heinsohn. Ermöglicht wurde der neue Dome durch Förderung der Possehl-Stiftung und Engagement des langjährigen Filmtage-Partners Stadtwerke Lübeck.

200 Filme werden insgesamt vom 29. Oktober bis zum 3. November über die Leinwände der Lübecker Festivalkinos flimmern. Im Mittelpunkt dieses auf dem europäischen Kontinent einzigartigen Festivals mit nordischem Schwerpunkt steht dabei wie immer das aktuelle Filmschaffen aus den nordischen und baltischen Ländern sowie aus Norddeutschland. Der Festivaletat beträgt in diesem Jahr knapp 800.000 Euro. Die Hälfte davon wird von der Hansestadt Lübeck finanziert, die andere Hälfte kommt aus der gönnenden Hand vieler treuer Sponsoren und Lübecker Stiftungen. Insgesamt 52.250 Euro werden an Preisgeldern vergeben. Festivalleiter Linde Fröhlich (Artistic Director) und Florian Vollmers (Managing Director), die Festival-Kuratoren Jörg Schöning (Retrospektive), Franziska Kremser-Klinkertz (Kinder- und Jugendprogramm) und Ralph Heinsohn (360° Filme/Immersive Medien) stellten diese und andere Neuigkeiten auf der ersten Pressekonferenz der NFL 2019 vor. Mit dabei waren auch die neuen Teammitglieder Lilli Hartwig (Kuratorin der Sektion Filmforum) und Gabriele Gillner (Leitung Marketing & Sponsoring).

Großes Augenmerk wird auch diesmal auf Nachwuchsförderung gelegt. So wird das Jugendfilmprojekt „Young Nordic Filmmakers“ nun schon im sechsten Jahr mit nationalen und internationalen Partnern, darunter der Bundesverband Jugend und Film, realisiert. Neu ist 2019 der Themenschwerpunkt Europa, der erstmals mit Förderung des EU-Programmes „Erasmus+ Jugend in Aktion“ umgesetzt wird: 20 junge Erwachsene aus vier Ländern (D, SF, N, DK) realisieren innerhalb dieses Projektes Kurzdokumentar- und Kurzspielfilme in Workshops. Dies geschieht im Herbst 2019 in Lübeck und im Frühjahr 2020 im norwegischen Tromsø.

Mit Förderung des Deutsch-Französischen Jugendwerks konnte in diesem Jahr ein weiteres Jugendprojekt gestartet werden. Dieses Projekt widmet sich der Filmmusik. Gemeinsam realisiert wird es von den NFL, der Musik- und Kunstschule Lübeck sowie dem Festival „International du Film de la Rochelle“ (Partnerstadt Lübecks). Hierfür trafen sich im Juli acht musikbegeisterte Jugendliche aus Deutschland sowie fünf aus Frankreich in La Rochelle und komponierten dort für zwei nordische Kurzfilme Stummfilmbegleitmusik. Diese Werke kommen während der Nordischen Filmtage Lübeck 2019 zur Aufführung. Dies geschieht in Anwesenheit der französischen Freunde. Auch die „Jungen Festival Blogger“ werden wieder bei den Nordischen Filmtagen aktiv sein. Gesucht werden derzeit noch vier Lübecker Kinder für die jüngste Jury, um gemeinsam den „Preis der Kinderjury des Radisson Blu Senator Hotels Lübeck“ zu vergeben. Auch wieder dabei ist das Schulkino, das von der Margot und Jürgen Wessel Stiftung gefördert wird.

Die langjährigen Medienpartner, der NDR – Norddeutscher Rundfunk und die Lübecker Nachrichten, zugleich auch Preisstifter des NDR Filmpreises und des Publikumspreises der Lübecker Nachrichten, porträtieren das Festival, die Filme und Gäste auch in diesem Jahr wieder mit umfassenden Berichten. Bisher feststehende Kinos und Spielstätten sind das CineStar Filmpalast Stadthalle, das Kolosseum, das Kommunale Kino Lübeck, das CineStar Filmhaus und das Hafenkino, das wieder im Schuppen 6 an der Untertrave eingerichtet wird.

Bei der Programm-Pressekonferenz am 17. Oktober werden dann sämtliche Geheimnisse gelüftet – ganz ohne Spionage, sondern offiziell und amtlich. Fest steht schon jetzt: das Filmfestival wird wieder Tausende Filmfans und Filmemacher nach Lübeck, an die Trave, in die Kinosessel locken und hier sechs Tage lang gefangen nehmen und halten, fesseln und faszinieren.

61. Nordische Filmtage Lübeck

vom 29.10. bis 03.11.2019
Weitere Informationen
ebenso auf Facebook und Twitter.com/NordicFilmDays.


Abbildungsnachweis:
Header: The Baltic Sea, 2018, 28 min, Directors: Hannes Vartiainen, Pekka Veikkolainen (FL). Foto: © Leading Note Pictures
Galerie:
01. Der Infinity Dome feiert Weltpremiere bei den Nordischen Filmtagen 2019 in Lübeck. Foto: Marion Hinz
02. 360° Films – Küchenfenster vorbeiziehen, 4 min, Director: Maria Menzel (DE). © intoVR
03. Feature Films – Ein unbekannter Meister, 2018, 94 min, Director: Klaus Härö (FL). Otto (Amos Brotherus), Olavi Launio (Heikki Nousiainen). Foto: © Making Movies
04. Dokumentary – Die Augen des Krieges 1918, 2018, 22 min, Director: Jouko Aaltonen, Seppo Rustanius (FL). Foto: © Kansan Arkisto/Illume Ltdso
05. Ingmar Bergman , 1971, 55 min, Director: Stig Björkman (SE). Foto: © Swedish Film Institute

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