Neue Kommentare

Rafael Gunnarsson zu „Climax”. Die unwiderstehlichen Abgründe des Gaspar Noé: Zeit, Bild und KulturPort sind sich alle einig? D...
Cornelie Müller-Gödecke zu 100 Jahre Lettland: Handschuh-Daumen hoch: Danke für diesen Artikel!
Und Danke für...

Herby Neubacher zu Peter de Vries – Hut- und Urnenhüllen-Macher: Mal auf die Website des Hutmachers geguckt? 500 E...
Hedi Schulitz zu Thomas Mann Preis 2018 für Mircea Cărtărescu: Was für ein wirklich gut geschriebener Artikel! ...
Martinš zu 100 Jahre Lettland: Handschuh-Daumen hoch: Vielen Dank furr den tollen Artikels. das ist fue...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2015


Bildende Kunst

The Beijing View - Kunst aus dem Reich der Mitte

Drucken
(58 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 24. August 2010 um 10:32 Uhr
The Beijing View - Kunst aus dem Reich der Mitte 4.6 out of 5 based on 58 votes.
The Beijing View - Kunst aus dem Reich der Mitte

Im Zeitraum August bis Oktober 2010 präsentieren drei Kunstinstitutionen in der Metropolregion Hamburg zeitgenössische Kunst aus China: die Stiftung Landdrostei in Pinneberg, der Kunstverein Elmshorn und die Galerie Atelier III in Barmstedt.
Die Ausstellung „The Beijing View“ wird im Rahmen der Veranstaltungsreihe „CHINA TIME Hamburg 2010“ parallel gezeigt. Zu sehen sind Malerei, Fotografie und Bildhauerei aus dem Großraum Peking.

Seit Mitte der 1990er-Jahre werden in Hamburg und Schleswig-Holstein immer wieder Ausstellungen gezeigt, die zeitgenössische Positionen aus China vorstellen. Wie unterschiedlich und weitgefächert einerseits die künstlerischen Äußerungen und Themen aus China sind, so nah sind die Stilmittel und Techniken an westlicher Kunst orientiert. „The Beijing View“ macht da keine Ausnahme. Es gibt Werke an allen drei Orten, die man ohne jedwede Probleme dem europäisch-westlichen Kulturkreis zuordnen kann.
Die Eröffnungsbesucher in der Drostei in Pinneberg, in der etwa die Hälfte der Werke der Ausstellung zu sehen sind, suchten augenscheinlich nach den chinesischen Aspekten der zeitgenössischen Kunst und wurden nicht immer fündig.

Ren Rong (1960 in Nanjing geboren), einer der beteiligten Künstler, der in beiden Kulturkreisen zu Hause ist, weil er sowohl an der Kunstakademie in Nanjing als auch an denen in Münster und Düsseldorf studierte und zwischen Bonn und Beijing pendelt, begründete im Gespräch anlässlich der Eröffnung, dass über viele Jahrzehnte hinweg, bis in die 2000er-Jahre hinein, die Ausbildung an chinesischen Kunsthochschulen an der sozialistischen Malerei der Sowjetunion orientiert gewesen sei. Seit den frühen 50er-Jahren haben mehr als zwei Generationen nur in dieser Stilrichtung arbeiten dürfen. Die Hochschulausbildung hinkte der Kunstentwicklung Chinas lange hinterher. Die Unterschiede in der Ausbildung verdeutlichte Ren dann auch damit, dass an den Hochschulen in China es zunächst darauf ankam, Techniken zu erlernen und Meister zu kopieren. Über Jahre hinweg – und hier sieht er ein wichtiges Moment der asiatischen Auffassung von „lernen“ – sind die Studenten damit befasst, ihre Fähigkeiten im Kopieren von Kalligraphie oder Meisterwerken der Landschaftsmalerei zu trainieren, bis sie schließlich selbst einen eigenen, persönlichen Stil finden können und dürfen.

The Beijing View - Kunst aus dem Reich der Mitte Seine Ausbildung in Deutschland sei hingegen von Individualismus geprägt gewesen, von Anbeginn an. Technik spielte zunächst keine zentrale Rolle, vielmehr ging es darum, schnell einen eigenen Stil und differenzierte Positionen innerhalb des westlichen Kunstsystems zu entwickeln.
Weiter sagte er, er habe erst in Deutschland seine chinesischen Wurzeln fühlen, ja begreifen und künstlerisch darauf reagieren können. So sei er beiden Kulturkreisen eng verbunden.
Dies ist auch in seinen, bei „The Beijing View“ gezeigten Werken evident: Die Welt der von ihm entwickelten „Pflanzenmenschen“ ist es, die das Werk von Ren Rong der letzten Jahre prägt: organische Figuren und Ornamente, die er in verschiedenen Materialien und Techniken variiert. So findet man Fabelwesen, gepaart mit alten chinesischen Bildzeichen als Eisenobjekte, aber auch auf Holzreliefs und in Collagen wieder. Besonders das Verhältnis von Mensch und Natur sowie Objekte und Elemente der Geschichte Chinas unter und nach Mao sind Themen, die sein Werk durchziehen.



 
Home > Blog > Bildende Kunst > The Beijing View - Kunst aus dem Reich der Mi...

Mehr auf KulturPort.De

Jasper Frederik: Beautiful
 Jasper Frederik: Beautiful



Er ist ein Mysterium – keinerlei Angaben wer sich hinter dem Pseudonym Jasper Frederik verbirgt. Nur so viel lässt sich, trotz intensiver Recherche herausfind [ ... ]



Weihnachtszeit – Messezeit
 Weihnachtszeit – Messezeit



Was, schon wieder Weihnachten? Jedes Jahr das gleiche Erstaunen, der innere Kalender will mit dem äußeren einfach nicht zusammenpassen. Doch wenn mit einem Sch [ ... ]



„Climax”. Die unwiderstehlichen Abgründe des Gaspar Noé
 „Climax”. Die unwiderstehlichen Abgründe des Gaspar Noé



Höchste tänzerische Disziplin explodiert unvermittelt in einem mitreißenden anarchistischen Rausch aus Begierde, Schmerz, Geltungssucht, Gewalt, Trance, schwi [ ... ]



„Erste Dinge – Rückblick für Ausblick“
 „Erste Dinge – Rückblick für Ausblick“



Alles auf Anfang: Eineinhalb Jahre nach ihrem Amtsantritt als Direktorin des Hamburger Völkerkundemuseums hat Barbara Plankensteiner wichtige Bausteine der ange [ ... ]



Die Lyrikwelt von W.S. Merwin: „Nach den Libellen“ und „Im Schatten des Sirius“
 Die Lyrikwelt von W.S. Merwin: „Nach den Libellen“ und „Im Schatten des Sirius“



Zu Recht wird Merwin als „einer der größten Dichter unserer Zeit“ bezeichnet („Los Angeles Review of Books“). Das gilt nicht nur, aber vor allem für d [ ... ]



„The House That Jack Built”. Richtung Hölle mit Lars von Trier und Glenn Gould
 „The House That Jack Built”. Richtung Hölle mit Lars von Trier und Glenn Gould



Der virtuose Provokateur Lars von Trier inszeniert sein suggestives düsteres Serienkiller-Porträt als boshaft-philosophisches Zwiegespräch zwischen Obszönit [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.