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Entscheidung im Stiftungsrat: Klaus Biesenbach wird Direktor der Neuen Nationalgalerie und damit dem neuen Museum des 20. Jahrhunderts – Der Künstlerische Direktor des Museum of Contemporary Art in Los Angeles und langjährige MoMA-Chefkurator übernimmt das Amt zum 1. Januar 2022 – Parzinger: Ein absoluter Glücksfall für die Nationalgalerie, für Berlin, für die Kunst.

 

Die Neue Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin erhält eine neue Leitung. Das hat der Stiftungsrat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz unter Vorsitz von Kulturstaatsministerin Monika Grütters beschlossen. Klaus Biesenbach soll das Haus künftig führen. Der derzeitige Künstlerische Direktor des Museum of Contemporary Art in Los Angeles (MOCA) kehrt damit in die Stadt zurück, wo er vor genau dreißig Jahren im Alter von 25 Jahren seine Karriere im Kunstbetrieb begann. Biesenbach machte damals mit einer Gruppe Gleichgesinnter aus einer aufgelassenen Margarinefabrik in der Auguststraße die KunstWerke und etablierte den Ort international.

 

1996 brachte er die erste, legendäre Berlin-Biennale mit auf den Weg. Er war einer der Köpfe einer Ära, die die Kunststadt Berlin nach dem Mauerfall völlig neu erfanden. 2004 wurde er als Kurator an das Museum of Modern Art in New York berufen, wo er nur zwei Jahre später zum Chief Curator aufstieg und eine neue Abteilung für Medien und Performance zu etablieren und wegweisende Ausstellungen wie zum Beispiel mit Marina Abramovic, Kraftwerk und Pipilotti Rist organisierte.

 

Parallel war er von 2009 bis 2018 Direktor der zeitgenössischen experimentellen Abteilung MoMA PS 1, die ihre Wurzeln in der internationalen Konzept-, Minimal- und Installations-Kunst der 1960er und 1970er Jahre hat, aber immer auch neuen zeitgenössischen, experimentellen Positionen nachspürt.

 

Bevor er 2018 nach Los Angeles ging, war er noch mit anderen Kuratorinnen und Kuratoren an der Planung der Neuhängung der modernen und zeitgenössischen Sammlung des MoMA im nun erweiterten Museumsgebäude in New York beteiligt. Mit seinem Wechsel ans MOCA war die Gründung des ersten ökologischen Museum Council in den Vereinigten Staaten verbunden, er führte freien Eintritt für das Museum ein, gründete die Performancehalle Wonmi’s Warehouse und machte die Digitalisierung des Museums zu einer Priorität. Biesenbach hat das Haus ohne Defizit durch die Corona-Krise gebracht und die Sammlung mit über einhundert Neuerwerbungen von Gemälden, Skulpturen und Fotografien internationaler Künstlerinnen und Künstler erheblich diversifiziert und erweitert.

 

Mit seiner Rückkehr nach Berlin wird Klaus Biesenbach die Neue Nationalgalerie und das im Bau befindliche Museum des 20. Jahrhunderts weiterentwickeln. Er sieht darin nicht nur eine Herausforderung, über die Art und Rolle eines Museums im 21. Jahrhundert neu nachzudenken, sondern auch ein großes Publikum zu erreichen. Zugänge schaffen, Verbindungen herstellen, Barrieren abbauen und sich gleichzeitig dem Publikum zu zuhören, zu öffnen, das treibt ihn an. Er wird sein neues Amt am 1. Januar 2022 antreten.

 

Kulturstaatsministerin Grütters: „Durch seine langjährigen Erfahrungen in der Leitung weltweit bedeutender Museen der Moderne bringt Klaus Biesenbach eine beeindruckende internationale Expertise in seine neue Aufgabe mit ein. Er kennt Deutschland und die Welt und ist entsprechend gut vernetzt. Er ist eine erstklassige Wahl, um als neuer Direktor die Weichen für die frisch wiedereröffnete Neue Nationalgalerie und das neue Museum der Moderne Richtung Zukunft zu stellen. Mit seiner Offenheit für das Neue und Unerwartete wird Klaus Biesenbach eine große Bereicherung für die Berliner Museumslandschaft sein.“

 

„Klaus Biesenbach ist ein Glücksfall für die Neue Nationalgalerie, für Berlin, für die Kunst. Und das nicht nur, weil er künstlerisch aus dieser Stadt kommt. Wo immer er auch war, hat er dem Neuen den Weg gebahnt, ist ungewöhnliche Wege gegangen und hat im Museum einen Ort für Viele und nicht nur für Eingeweihte gesehen. Das Museum, wie er es versteht, muss sich öffnen, eine soziale Funktion erfüllen und darf auch mal mit dem Populären verbunden sein. Ihm ist zudem wichtig, dass sich ein Museum in die gesellschaftlichen Diskurse mit eigenen Akzenten einmischt und dafür nach Formen sucht. Die Sammlung der Nationalgalerie wird von ihm auf ganz eigene Weise befragt. Klaus Biesenbach, davon bin ich zutiefst überzeugt, wird die Neue Nationalgalerie in eine gute Zukunft führen und das im Bau befindliche Museum des 20. Jahrhunderts an den Start bringen. Auch für das Kulturforum selbst ist diese Personalie von Bedeutung, denn Biesenbach ist auch ein Vernetzer der Künste und der Formen, er denkt in globalen Interpretationen und findet neue Schwerpunkte“, sagt SPK-Präsident Hermann Parzinger. Gleichzeitig richtete der Präsident Worte des Dankes an den bisherigen Leiter der Neuen Nationalgalerie, Joachim Jäger.

 

„Berlin baut ein Museum des 20. Jahrhunderts, angebunden an einen der schönsten Kunsträume, die es international gibt, die Neue Nationalgalerie von Mies van der Rohe. Das ist eine historische Chance, Herausforderung und Verantwortung die einzigartigen Berliner Sammlungen des 20. Jahrhunderts mit einer zeitgenössischen, experimentellen Sicht zu beleuchten und der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Gleichzeitig bietet das enorme Potential der Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz eine ideale Voraussetzung, noch offener und spartenübergreifender zu arbeiten. Die Kunst findet neue Formen auch im Film, in der Architektur, in der Musik oder der Literatur. Es ist mir persönlich eine große Ehre an dieser Aufgabe beteiligt zu sein. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem exzellenten Team der Nationalgalerie und auf die vielen Dialoge mit Kunstschaffenden und dem Berliner Publikum, sich gemeinsam für dieses Vorhaben zu engagieren“, sagte Klaus Biesenbach.

 

Quelle: Stiftung Preußischer Kulturbesitz

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