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Wer bestimmt, was online gesagt und geschrieben werden darf? Und welche Rolle spielen Nachrichten noch für die junge Generation? Diese Leitthemen diskutierte Deutschlands Medienbranche beim diesjährigen Mediendialog Hamburg – pandemiebedingt rein digital. Am Vormittag sprach Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher vor rund 400 Gästen mit Tagesthemen-Moderatorin Pinar Atalay über die Bedeutung der Medien in der Corona-Krise. Eine zweite Runde mit Kultur- und Mediensenator Dr. Carsten Brosda, Google Deutschland-Chef Philipp Justus und RBB-Intendantin Patricia Schlesinger diskutierte darüber, wer inzwischen den öffentlichen Diskurs bestimmt. Auf dem Mediendialog Hamburg wurden zudem Ergebnisse der deutschlandweiten Studie #UseTheNews vorgestellt, einem Gemeinschaftsprojekt der dpa und der Behörde für Kultur und Medien.

 

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher: „In einer demokratischen Gesellschaft sind Aufklärung über die Infektionsrisiken, das Bewusstsein für die Bedeutung des Infektionsschutzes und die Akzeptanz der erforderlichen Beschränkungen entscheidend für die Pandemiebekämpfung. Als Mittler von Informationen und Forum des öffentlichen Diskurses tragen Medien in dieser Zeit eine besondere Verantwortung. Die Nachfrage nach Unterhaltungsangeboten, aber auch das Bedürfnis nach verlässlichen und aktuellen Informationen sind in der Corona-Pandemie gestiegen – das ist gut für die Branche. Auf der anderen Seite müssen Medienhäuser neue digitale Prozesse organisieren und Umsatzeinbußen in klassischen Geschäftsfeldern kompensieren. Der Mediendialog Hamburg ist das wichtigste Branchentreffen in Deutschland und bietet die Gelegenheit, die Gesamtlage der Unternehmen sowie die Entwicklung der Mediennutzung zu betrachten und daraus eine Strategie für die Zukunft abzuleiten.“

 

Im zweiten Teil der Konferenz diskutierte eine hochkarätige Runde zu der Frage, welche Rolle soziale Medien in unseren Gesellschaften einnehmen. Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren führende Köpfe der Medien- und Digitalwirtschaft wie ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut, Dr. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender Axel Springer, Rainer Beaujean, Vorstandssprecher ProSiebenSat.1 Media, Bernd Reichart, Geschäftsführer RTL Deutschland, Petra von Strombeck, CEO New Work, Hannes Ametsreiter, Chief Executive Officer von Vodafone Deutschland, sowie der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt.

 

Kultur- und Mediensenator Dr. Carsten Brosda: „Die Bedeutung sozialer Netzwerke für den öffentlichen Diskurs ist kaum mehr zu überschätzen. Für große Teile der Jugend sind sie zur zentralen Informationsquelle geworden. Zugleich nehmen die Plattformbetreiber über ihre Nutzungsbedingungen deutlich Einfluss darauf, wer was in der digitalisierten Öffentlichkeit sagen kann. Insofern ist die Debatte darüber, inwieweit sie ihrer Verantwortung gerecht werden, von höchster Wichtigkeit. Wichtig ist aber auch, dass wir verstehen, wie Medien heute rezipiert werden. Hier gibt uns die Studie #UseTheNews wichtige Hinweise und will auf differenzierte Weise wachrütteln. Das Bemühen um mehr Nachrichtenkompetenz in Deutschland kann nur auf eine längere Sicht verfolgt werden. Diese Langfristigkeit zeichnet das Projekt UseTheNews besonders aus.“

 

Studie offenbart tiefe Informationskluft zwischen Jugendlichen

Während der Konferenz stellte Prof. Dr. Uwe Hasebrink, Direktor des Leibniz-Instituts für Medienforschung/Hans-Bredow-Institut Hamburg, die Ergebnisse einer umfangreichen Studie zu Nachrichtennutzung und –kompetenz junger Menschen vor. Demnach unterscheiden sich die 14- bis 24-Jährigen in hohem Maße – die einen nutzen auch journalistische Quellen regelmäßig, andere können mit herkömmlichen Nachrichten nur wenig anfangen. „Journalistische Anbieter sollten Wege entwickeln und erproben, die Alltagsrelevanz ihrer Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene herauszustellen und gleichzeitig zu zeigen, dass sie aufgrund ihrer Kompetenzen und Arbeitsweisen besser als andere Informationsanbieter in der Lage sind, relevante Informationen zu liefern“, so das Fazit von Prof. Dr. Uwe Hasebrink.

 

Quelle: Behörde für Kultur und Medien Hamburg

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